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05.03.2013

03:33 Uhr

Managergehälter

VW-Chef sieht keinen Handlungsbedarf

Nachdem die Schweiz am Sonntag einem Volksbegehren gegen überzogene Managervergütungen zugestimmt hat, sieht VW-Chef Winterkorn keine Notwendigkeit die Managergehälter in Deutschland zu kürzen.

Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Martin Winterkorn. dpa

Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Martin Winterkorn.

GenfVW-Chef Martin Winterkorn sieht nach dem Schweizer Volksentscheid keine Notwendigkeit für eine Deckelung von Managergehältern in Deutschland. „Die Schweiz ist die Schweiz, und Deutschland ist Deutschland“, sagte Winterkorn am Montagabend in Genf. Die Menschen in der Schweiz hätten sicher ihre Gründe für die Entscheidung gehabt. „Ich glaube nicht, dass es in Deutschland dafür Gründe gibt.“

Nach Schweizer Anti-Abzocke-Votum

Deutsche Politik schießt sich auf Manager ein

Das Schweizer Volksvotum mischt die Wahlkämpfer in Deutschland auf.

Die Schweizer hatten am Sonntag einem Volksbegehren gegen überzogene Managervergütungen mit rund 68 Prozent zugestimmt. Die Initiative zielt darauf ab, Exzesse bei Bonus-Zahlungen, Abfindungen und Gehältern für Manager börsennotierter Unternehmen durch die Stärkung der Aktionärsrechte zu unterbinden.

Die CSU hat sich ebenfalls offen für schärfere Regeln gezeigt. Auch Managergehälter bräuchten Maß und Mitte, sagte die CSU-Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt der Zeitung "Die Welt" (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht. "Mehr Transparenz im Verfahren zur Festlegung der Gehälter und mehr Verantwortung für die Gesellschafterversammlungen sind ein Weg dort hin, den wir auch als Gesetzgeber gehen könnten, ohne unangemessen in die Rechte der Unternehmenseigentümer einzugreifen." Die CSU werde das Thema auf der Agenda behalten und europäische wie nationale Initiativen prüfen.

Gehälter der Wall-Street-Größen

John Stumpf

Streng genommen ist John Stumpf kein Wall-Street-Banker. Doch mit einer Jahresvergütung von 19,3 Millionen Dollar hat Wells Fargo mit Hauptsitz an der Westküste der USA ihren Chef an die Spitze der Finanzindustrie katapultiert. Während Branchengrößen wie JP-Morgan-Chef Jamie Dimon Einbußen hinnehmen mussten, stieg das Einkommen von Stumpf 2012 um acht Prozent. Nach Rekordgewinnen im vergangenen Jahr stockte Wells Fargo Stumpfs Grundgehalt von 2,8 Millionen Dollar mit einem Bonus von vier Millionen Dollar und Aktien im Wert von 12,5 Millionen Dollar auf.

Brian Moynihan

Der Chef der Bank of America hat im Jahr 2012 stolze 12,1 Millionen Dollar verdient. Damit rückt er in die Liga der bestbezahlten Manager der US-Bankenwelt ein. Die Vergütung von Brian Moynihan stieg gegenüber dem Vorjahr um 73 Prozent. Doch die Spitzenverdiener, Loyd Blankfein von Goldman Sachs und John Stumpf von Wells Fargo, überholt er nicht überholen.

James Gorman

Morgan-Stanley-Chef James Gorman verdiente 2012 mit 9,75 Millionen Dollar sieben Prozent weniger als im Vorjahr.

Jamie Dimon

Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, nimmt eine Halbierung seines Bonus für 2012 hin. Er kassiert 11,5 Millionen Dollar. Das Institut wurde von einem Händlerskandal erschüttert. Ein Mitarbeiter mit dem Spitznamen „Londoner Wal“ hatte mehr als sechs Milliarden Dollar verzockt.

Michael Corbat

Der neue Citigroup-Vorstandschef Michael Corbat streicht für 2012 ein sattes Gehalt von 11,5 Millionen US-Dollar ein. Corbat übernahm den Spitzenposten erst im Oktober vergangenen Jahres und stellte die Weichen für den Abbau von 11.000 Stellen.

Dagegen warnte der Arbeitgeberverband Gesamtmetall die Politik vor übereilten Schritten und einer generellen Begrenzung der Bezüge. "Für mich ist entscheidend, dass ein Bonus nur bei langfristigem Erfolg eines Unternehmens gezahlt werden sollte", sagte Verbandspräsident Rainer Dulger der "Bild"-Zeitung. Über die Höhe von Gehältern und Prämien entschieden in den großen Konzernen ohnehin auch die Arbeitnehmervertreter mit. Für die meisten Manager und Führungskräfte stelle sich die Frage nach einer gesetzlichen Begrenzung zudem gar nicht. "Im Mittelstand sind so hohe Gehälter und Boni ohnehin die Ausnahme."

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert sprach am Montag von einem interessanten Ergebnis, das man genau unter die Lupe nehmen sollte. Die EU-Kommission begrüßte das Votum. Bis Jahresende will Brüssel nun Vorschläge mit einer ähnlichen Stoßrichtung vorlegen. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hält in Deutschland sogar noch vor der Bundestagswahl eine Gesetzesänderung für möglich. Die Liberalen wollen dazu bei ihrem Parteitag am kommenden Wochenende einen entsprechenden Antrag beschließen.

Kommentare (5)

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Licht

05.03.2013, 01:59 Uhr

Wenn die Aufsichtsräte versagen und Firmen zu einem Selbstbedienungsladen machen, ist es der beste Weg, die Aktionäre über die Vorstandsbezüge abstimmen zu lassen.

Firmeneigentümer sind und bleiben die Aktionäre, die zukünftig auch über die Bezüge der Aufsichtsräte auf der HV abstimmen sollten.

Sollten die Vorstandsbezüge allerdings auf das Niveau eines Kanzlergehaltes fallen, ist kein ausreichend qualifiziertes Personal mehr zu erhalten.

Selbst unser „Peerlusconi“ meldet vorsoglich für seine evtl. zukünftige Tätigkeit als „Kanzler“ eine Lohnerhöhung an.

Eine Lohnuntergrenze ist auch im Vorstandsbereich denkbar, damit die klugen Köpfe in Deutschland gehalten werden können.

Ich hasse Raffsucht, Neiddebatten und Mitbürger, die sich vor der Arbeit drücken und auf Kosten der Sozialkassen leben wollen.

Ich würde gerne über die Vergemeinschaftung der Schulden in der EU die Bürger in Deutschland abstimmen lassen.

Hier noch ein Wahlkampfthema für die SPD und Grünen:

Deckelung der Bezüge für Fußballer, Rennfahrer, Filmschauspieler etc.

Der einfache Bürger ist mit dem Kauf der Tickets bereits über seine Grenzen hinaus belastet.

Account gelöscht!

05.03.2013, 06:47 Uhr

Die notorische Grosskotzigkeit unserer korrupten Wirtschaftsoligarchen gefaehrdet langfristig den sozialen Frieden! Moral und Anstand muessen sich wieder lohnen!

Account gelöscht!

05.03.2013, 06:54 Uhr

Vielleicht sollte man es nicht verbieten sondern einfach nur Fair-steuern!

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