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02.01.2007

08:44 Uhr

Managerhaftpflicht

Daimler-Chrysler setzt sich gegenüber Versicherern durch

Laut einer Zeitung darf sich Daimler-Chrysler über 168 Mill. Euro freuen. Demnach hat sich der Autokonzern mit Versicherern geeinigt, die sich bislang geweigert hatten, die Haftung für eine Äußerung von Ex-Konzernchef Schrempp zu übernehmen. Hintergrund des ganzen Streits ist die „Fusion unter Gleichen“ zwischen dem deutschen und dem US-Autobauer im Jahre 1998.

HB BERLIN. Der Konzern und die Versicherer unter Führung der ACE hätten sich kurz vor dem Jahreswechsel auf einen Vergleich geeinigt, berichtet die „Financial Times Deutschland“ in ihrer Dienstagsausgabe. Die Gesellschaften zahlten mit den 168 Mill. Euro fast die gesamten 175 Mill. Euro, die Daimler-Chrysler gefordert habe. ACE-Deutschland-Chef Lothar Riedle habe den Abschluss eines Vergleichs bestätigt, aber keine Summe nennen wollen, schreibt die Zeitung.

Daimler-Chrysler hatte seine Haftpflicht-Versicherung auf bis zu 200 Mill. Euro verklagt, um damit die Kosten eines 2003 geschlossenen Vergleichs mit US-Aktionären größtenteils zu decken. Anlass für den Vergleich war eine Äußerung des früheren Konzernchefs Jürgen Schrempp im Jahr 2000, wonach von Anbeginn an keine Fusion gleichgroßer Unternehmen geplant gewesen sei, sondern die Übernahme Chryslers durch die Daimler-Benz AG. Diese Äußerung steht im Widerspruch zu dem, was vor dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen verkündet worden war. Viele Chrysler-Aktionäre sahen sich getäuscht, da sie die Bewertung von Chrysler nun für zu niedrig hielten.

Um Klagen auf Schadenersatz von US-Aktionären über 22 Mrd. Dollar abzuwenden, hatte sich Daimler-Chrysler im Sommer 2003 bereit erklärt, den Klägern umgerechnet 275 Mill. Euro zu zahlen. Anschließend hatte das Unternehmen erklärt, für bis zu 200 Mill. Euro bestehe Versicherungsschutz in der Sache. Die für Manager abgeschlossene Haftpflicht verweigerte jedoch die Zahlung. Laut Financial Times Deutschland hatte sie Schrempp Vorsatz vorgehalten.

Der Zeitung zufolge sind von der Einigung neben der ACE auch die Axa, HDI, Chubb, Zurich Financial, Gerling, XL und Baseler betroffen. Zahlen müssten auch Rückversicherer wie Swiss Re , bei denen die Versicherer sich selbst abgesichert hätten.

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