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13.11.2016

12:34 Uhr

Manipulation der CO2-Werte

Neue Schummelvorwürfe gegen Audi

Der Abgasskandal ist nicht ausgestanden: Die VW-Tochter Audi hat einem Medienbericht zufolge in den USA auch die CO2-Werte von Benzinmotoren mit Software manipuliert. Audi-Chef Stadler gerät damit weiter unter Druck.

Abgas-Affäre bei Audi

So wurde bei Audi manipuliert

Abgas-Affäre bei Audi: So wurde bei Audi manipuliert

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BerlinAudi droht in den USA neuer Ärger: Die Umweltbehörde EPA untersucht, ob die VW-Tochter auch in einigen Modellen mit Benzinmotoren eine illegale Software zur Einhaltung der Umweltvorschriften eingesetzt hat. In der kommenden Woche müssten hochrangige Techniker des Konzerns bei der Behörde vorsprechen, berichtete die „Bild am Sonntag“ (BamS). Auch das US-Justizministerium hat demnach mehrere Audi-Ingenieure vorgeladen. Die beteiligten Parteien lehnten eine Stellungnahme ab.

Nach Informationen der „BamS“ hat Audi in verschiedenen Modellen mit Drei-Liter-Benzinmotor und Automatikgetriebe die Normen zum Umweltschutz umgangen. Diese habe dem Autobauer ermöglicht, den Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) im Testbetrieb zu senken, berichtete die Zeitung.

Damit sieht sich der VW-Konzern neuen Vorwürfen ausgesetzt. Das Unternehmen hatte im September 2015 nach Ermittlungen von US-Behörden eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine illegale Software eingesetzt zu haben. Diese sorgte bei Abgastests für einen geringeren Ausstoß von Stickoxiden.

Dem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge konnten bestimmte Audi-Modelle mittels einer sogenannten Lenkwinkel-Erkennung feststellen, ob sie auf einem Rollenprüfstand sind und schalteten dann in einen „saubereren“ Fahrmodus. Die Vorwürfe sollen sich auf Motoren beziehen, von denen bislang nicht öffentlich bekannt war, dass sie im Fokus von Ermittlern stehen. Die „Bild am Sonntag“ berichtete, Audi habe diese Prüfstanderkennung jahrelang genutzt. Im Mai 2016 habe das Unternehmen den Einsatz dann gestoppt.

Auch in Deutschland sollen Prüfer die Audi-Fahrzeuge genauer testen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) führe im Rahmen einer Sonderprüfung bei zahlreichen Audi-Modellen nun eigene Messungen durch, dabei gehe es vor allem um den CO2-Ausstoß, berichtete die Zeitung. Das Bundesverkehrsministerium teilte am Sonntag mit, das KBA gehe dem Sachverhalt nach.

„Aufgrund der laufenden Gespräche mit den Behörden in den USA können wir uns lediglich zu der Situation in Europa äußern“, erklärte Audi am Sonntag. Gegenüber dem KBA als zuständiger europäischer Genehmigungsbehörde habe Audi die technischen Hintergründe zu adaptiven Schaltprogrammen erläutert und technische Informationen zur Verfügung gestellt. „Weitere Gespräche mit dem KBA werden folgen.“

Auch VW-Juristen haben sich nach Informationen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ zuletzt intensiv mit der möglichen Manipulation von Abgaswerten bei der Konzerntochter beschäftigt. Bei der Lenkwinkel-Erkennung kommen sie den Berichten zufolge zu dem Schluss, es sei „nicht auszuschließen“, dass Behörden diese als unzulässig einstuften. Demnach hätten die VW-Juristen außerdem festgestellt, dass nicht nur Fahrzeuge mit dem achtstufigen Automatikgetriebe AL 551 betroffen seien, sondern auch solche mit dem siebenstufigen DL 501, das sich in Modellen wie dem A5, A6 und A7 befinde.

Damit gerät Audi-Chef Rupert Stadler erneut unter Druck. Er muss ein weiteres Mal vor internen Ermittlern aussagen. Stadler werde ein zweites Mal von Anwälten der US-Kanzlei Day befragt, berichteten Reuters und der „Spiegel“ übereinstimmend.

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