Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.06.2016

14:47 Uhr

Manipulationen bei Mitsubishi

Japanischer Autobauer rechnet mit Milliardenverlust

Mitsubishi hat zugegeben, über Jahre bei Spritverbrauchstests getrickst zu haben. Das wirkt sich jetzt auch auf die Zahlen der Japaner aus. Der Autobauer rechnet mit Verlusten in Milliardenhöhe.

Japans sechstgrößter Autoproduzent hatte im April zugegeben, bei Untersuchungen zum Treibstoffverbrauch über Jahre getrickst zu haben. dpa

Mitsubishi in Tokio

Japans sechstgrößter Autoproduzent hatte im April zugegeben, bei Untersuchungen zum Treibstoffverbrauch über Jahre getrickst zu haben.

TokyoDer Skandal um manipulierte Verbrauchswerte trägt dem japanischen Autobauer Mitsubishi Motors einen Milliardenverlust ein. Diese Prognose gab Mitsubishi am Mittwoch. Demnach wird im laufenden Geschäftsjahr (bis Ende März) unter dem Strich ein Nettoverlust von 145 Milliarden Yen (derzeit knapp 1,3 Mrd Euro) stehen, nach einem Plus von 72,6 Milliarden Yen im Vorjahr. Es wären die ersten roten Zahlen bei Mitsubishi seit acht Jahren.

Bei dem Skandal geht es um Kleinstwagen. Dabei sind nach jüngsten Angaben weit mehr Modelle betroffen als zunächst gedacht. Wie der Konzern in der vorigen Woche mitteilte, wurden Manipulationen an 20 Modellen vorgenommen, die in den vergangenen zehn Jahren verkauft wurden.

Mitsubishi hatte im April gestanden, unzulässige Testmethoden angewandt und in manchen Fällen Daten benutzt zu haben, ohne dafür Tests durchzuführen. Doch war anfangs von nur vier Modellen die Rede gewesen - zwei davon Modelle, die für Nissan Motor gebaut wurden.

Solche Kleinstwagen haben einen Hubraum bis 660 Kubikzentimeter und sind in Japan steuerbegünstigt. Wegen des Skandals will Präsident Tetsuro Aikawa bei der Hauptversammlung am 24. Juni seinen Hut nehmen. Der Renault-Partner Nissan hat inzwischen angekündigt, Mitsubishi Motors unter sein Dach zu nehmen.

Auch im operativen Geschäft läuft es für Mitsubishi nicht rund: Für das aktuelle Geschäftsjahr wird ein operativer Gewinn von lediglich 25 Milliarden Yen vorhergesagt, ein Einbruch von rund 82 Prozent zum Vorjahr. Mitsubishi rechnet mit einem Umsatzknick von 16 Prozent auf 1,9 Billionen Yen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×