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06.10.2017

16:31 Uhr

Manipulierte Dieselmotoren

Porsche verlangt Millionen von Audi

Zwischen den VW-Töchtern Porsche und Audi wird seit Monaten gestritten. Schuld sind manipulierte Dieselmotoren der Ingolstädter, die bei der Sportwagenmarke einen Rückruf ausgelöst hatten. Nun sollen Millionen fließen.

Tausende Porsche Cayenne mit einem Dieselmotor von Audi müssen nachgerüstet werden. AFP; Files; Francois Guillot

Bestseller mit Problemen

Tausende Porsche Cayenne mit einem Dieselmotor von Audi müssen nachgerüstet werden.

HamburgIm Streit mit Audi über die Lasten des VW-Dieselskandals verlangt Porsche einem Zeitungsbericht zufolge 200 Millionen Euro Schadensersatz. Eine entsprechende Forderung sei von Porsche an den Audi-Vorstand geschickt worden, berichtete die "Bild"-Zeitung am Freitag in ihrer Onlineausgabe. Hintergrund sei der Streit um Diesel-Motoren für den Porsche Cayenne, die Audi entwickelt und an den Stuttgarter Autobauer geliefert habe. Porsche verlange die Erstattung von Kosten für technische Nachrüstung, Rechtsberatung und umfangreiche Kundenmaßnahmen, die durch den Rückruf angefallen seien.

Porsche erklärte, man diskutiere interne Vorgänge nicht in der Öffentlichkeit. Die Schwaben hatten vor einiger Zeit schon durchblicken lassen, dass sie wegen der Kosten für den Rückruf mit Audi sprächen. Audi lehnte eine Stellungnahme ab und verwies auf Porsche.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hatte im Juli wegen des Einsatzes einer unzulässigen Abschalteinrichtung ein Zulassungsverbot für die Diesel-Variante des Geländewagens verhängt und zudem einen Rückruf angeordnet. Porsche erklärte damals, man sei selbst auf Unregelmäßigkeiten in der Motorsteuerung des Cayenne gestoßen und habe diese dem Kraftfahrt-Bundesamt gemeldet. Der Motor stamme von der Schwestermarke Audi, die bereits tief in den Abgasskandal verstrickt ist. Porsche selbst stellt keine Dieselmotoren her.


Von

rtr

Kommentare (2)

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Enrico Caruso

06.10.2017, 16:54 Uhr

Fehlt nur noch, dass Porsche behauptet, man hätte sie damals (als sie noch selbstständig waren) gezwungen, Dieselfahrzeuge anzubieten!
Aber es war eine Entscheidung von Wiedeking, wie wir wissen. Damit hat er das Image dieser großartigen Marke für immer beschmutzt. Ich habe es damals erst nicht glauben wollen, aber Porsche ist damit nur BMW gefolgt. Man hätte besser auf mich gehört! Für meinen Ratschlag hätte ich lediglich eine Bearbeitungsgebühr in Höhe eines einstelligen Millionenbetrages berechnet. Es wäre langfristig für Porsche ein Segen gewesen!

Jan Mehrl

06.10.2017, 17:41 Uhr

Da verklagt die eine Konzerntochter die andere Tochter wegen Betrug und der Verbraucher bekommt keine Entschädigung für die überteuerte Mogelpackung. Ein Hoch auf unser "Rechtssystem" .

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