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28.11.2011

21:13 Uhr

Manroland-Insolvenz

Verwalter plant Gespräche mit Interessenten

Nach der Manroland-Pleite melden sich die ersten Kaufinteressenten. Erste Gespräche sollen laut Insolvenzverwalter Werner Schneider bald stattfinden. Zudem wird eine Aufspaltung immer wahrscheinlicher.

Der Druckmaschinenhersteller hatte am vergangenen Freitag Insolvenz angemeldet. Bundesweit sind rund 6.600 Arbeitsplaetze gefaehrdet, davon entfallen 2.400 auf den Standort Augsburg. dapd

Der Druckmaschinenhersteller hatte am vergangenen Freitag Insolvenz angemeldet. Bundesweit sind rund 6.600 Arbeitsplaetze gefaehrdet, davon entfallen 2.400 auf den Standort Augsburg.

MünchenKurz nach der Pleite des Druckmaschinenherstellers Manroland haben sich erste Kaufinteressenten gemeldet. „Die Ernsthaftigkeit der Interessenten muss erst noch geprüft werden. Wir werden in dieser und nächste Woche noch erste Gespräche führen“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider der „Financial Times Deutschland“ (Dienstagausgabe). Zu Namen habe er sich nicht äußern wollen. Der Chef des Konkurrenten Koenig & Bauer, Axel Kaufmann, hatte bereits in einem am Samstag veröffentlichten Zeitungsinterview erklärt, er werde sich „sinnvollen Gesprächen nicht entziehen“.

Schneider deutete der „FTD“ zufolge an, dass es zu einer Aufspaltung des Konzerns mit 6500 Beschäftigten in die Bereiche Zeitungsdruck und Bogenoffset kommen könnte. „Eine getrennte Lösung wäre einfacher“, sagte der Insolvenzverwalter. „Anpassungen in kleineren Einheiten sind leichter.“

Für den mit der Insolvenzmasse besicherten Kredit kalkuliert Schneider der Zeitung zufolge mit einem Volumen von einem voraussichtlich mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Möglichst bis Ende der Woche wolle er den Massekredit fest vereinbart haben. Konsortialführer der Banken ist die Uncredit -Tochter Hypovereinsbank.

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Die 6500 Beschäftigten erhielten nun drei Monate lang Insolvenzgeld, hatte Schneider am Montag erklärt. Mitarbeiter, die bislang in Kurzarbeit waren, würden wieder voll beschäftigt.

Nach der Pleite am vergangenen Freitag gehe es nun um die Sicherstellung des Geschäftsbetriebs. „Nur wenn die manroland AG ihre Produktion ohne große Einschränkungen weiter fortsetzen kann, ist die Suche nach einem finanzkräftigen Investor erfolgversprechend.“ Schneider sagte der Zeitung, er wolle bis zur formellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Februar eine Investorenlösung zu präsentieren. „Ich wünsche mir, dass es bis dahin eine Lösung gibt, mit einem neuen Eigentümer.“

Die beiden Eigentümer Allianz und MAN haben Manroland vergangene Woche überraschend in die Insolvenz geschickt, nachdem Kapitalspritzen nach kurzer Zeit aufgezehrt waren, die Banken Kredite über 150 Millionen Euro nicht verlängern wollten und der Schweizer Investor Capvis als Interessent abgesprungen war. 

Von

rtr

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