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01.08.2011

15:10 Uhr

Marineschiffbau

ThyssenKrupp plant "EADS der Meere"

Einem Pressebericht zufolge ist zwischen den Werftenkonzernen ThyssenKrupp und DCNS eine Fusion im Gespräch. Erste Kontakte seien bereits geknüpft, so ein Insider.

Arbeiter an einer U-Boot-Turbine von DCNS. Quelle: AFP

Arbeiter an einer U-Boot-Turbine von DCNS.

DüsseldorfDer Mischkonzern ThyssenKrupp plant einem Zeitungsbericht zufolge im Marineschiffbau eine Fusion mit dem französischen Konzern DCNS. Die Unternehmen wollten gemeinsam mit den Regierungen in Berlin und Paris nach der Sommerpause Gespräche über ein „EADS der Meere“ aufnehmen, berichtete die „Financial Times Deutschland“ ohne genaue Quellenangabe.

Die ThyssenKrupp-Werftentochter erklärte am Mittag, keine Fusionsgespräche mit DCNS zu führen. „Darüber hinaus sind auch keine Termine für Gespräche mit DCNS geplant. Unter Berufung auf einen Insider hatte die Zeitung berichtet, der französische Botschafter habe bereits erste Kontakte mit ThyssenKrupp-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme geknüpft. Auch das Management von DCNS, dem daran beteiligten Thales-Konzern und von ThyssenKrupp Marine Systems sei bereits eingebunden. Thales lehnte einen Kommentar ab. ThyssenKrupp verwies darauf, dass der Konzern bereits mit DCNS bei der Entwicklung und Lieferung von Torpedos zusammenarbeite.

Ein Sprecher der Bundesregierung lehnte eine Stellungnahme ab: „Ich verfüge über keinerlei Informationen, die Ihnen oder mir in dieser Frage weiterhelfen könnten.“ Auch das Wirtschaftsministerium wollte den Bericht nicht kommentieren. Ein Sprecher sagte lediglich, man beobachte die Entwicklung in der Maritimwirtschaft aufmerksam, auch mit Blick auf die Interessen der deutschen Arbeitnehmer.

Anfang Juli waren jahrelange Verhandlungen von ThyssenKrupp mit dem arabischen Werftenkonzern Abu Dhabi Mar über eine Allianz im militärischen Bereich gescheitert. „Innerhalb des langen Verhandlungszeitraums haben sich die politischen Rahmenbedingungen im Mittleren Osten geändert“, hieß es zur Begründung. In dem geplanten Joint Venture sollten Korvetten und Fregatten unter anderem in Länder in Nordafrika verkauft werden.

Im europäischen Marineschiffbau wird seit Jahren eine Konsolidierung erwartet. Auch zwischen Frankreich und Deutschland war schon vor Jahren über eine Zusammenlegung gesprochen worden, doch die Frage, wer im Falle eines Gemeinschaftsunternehmen das Sagen haben wird, beendete diese Diskussionen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Randnotiz

01.08.2011, 11:44 Uhr

...und der Hauptsitz des Unternehmens wird natürlich, analog EADS, in Frankreich liegen. Warum sind eigentlich deutsche Regierungen gleich welcher Couleur nicht Imstande, einen nationalen Champion mit internationalem Gewicht zu schmieden? Auch in einer Wirtschaftsordnung wie sie bei uns vorhanden ist, in der sich der Staat weitestgehend zurückhält, könnte subtiler politischer Druck vieles bewirken.

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