Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.06.2012

16:53 Uhr

Marken-Offensive

Jette Joop startet mit neuen Ideen durch

VonChristoph Kapalschinski

Das Ziel von Jette Joop sind steigende Umsätze und somit höhere Lizenzerträge. Ihr Plan ist eine einheitlichere Mode und ein exklusives Luxusparfüm, was Kundinnen künftig bei Douglas erwerben können.

Ein gefragter Name: Jette Joop. dpa

Ein gefragter Name: Jette Joop.

DüsseldorfSie leiht ihren Namen Mode, Schmuck, Düften - ja sogar Einbauküchen und Fertighäusern: Die Designerin Jette Joop steht für Vielfalt. Jetzt jedoch justiert sie in der Lizenzauswahl nach: Bei Düften etwa arbeitet sie künftig exklusiv mit Douglas zusammen. Auch bei Mode will sich Joop auf weniger Partner konzentrieren.

Konkrete Pläne gibt es bereits für einen neuen Luxusduft. Vorbild ist die Zusammenarbeit mit der Hagener Handelsgruppe Douglas über deren Juwelier Christ. Hier verkauft Joop seit Jahren exklusiv Gold- und Silberschmuck unter ihrer Marke "Jette". Die erfolgreiche Zusammenarbeit will die 44-Jährige jetzt in den Douglas-Parfümerien ausbauen.

Wie viele andere bekannte Designer vergibt Joop Lizenzen für ihre Marke an Partner. Für die Nutzung des Namens zahlen die Partner umsatzabhängig Gebühren. Im Gegenzug bringt Joop mit ihren sechs Designern Ideen zur Gestaltung der Produkte ein. "Ich bin Designer, gleichzeitig aber auch Projektmanager", beschreibt Joop ihre Rolle.

Bereits seit elf Jahren ist sie im Parfümgeschäft aktiv. Für den aktuellen Duft hat sie zahlreiche Proben begutachtet - teilweise am Frühstückstisch. "Deutsche Frauen lieben blumig-leichte Düfte, Asiatinnen bevorzugen den Duft von Babypuder", sagt sie.

Bei Düften arbeitete Joop zunächst mit dem französischen Produzenten Coty zusammen, der weltweit die meisten Düfte für die großen Marken mischt. Mit dem Auslaufen des Vertrags hat sie sich vor wenigen Wochen exklusiv an Douglas gebunden. Der Vorteil: Douglas bietet Produktentwicklung und den Verkauf in eigenen Läden aus einer Hand - ähnlich wie beim Schmuck. Mit der Werbemacht der Parfümeriekette will Joop erstmals in den Luxusbereich um 50 Euro Verkaufspreis vordringen. Bislang lagen ihre Düfte im Laden bei 30 Euro.

"Wir haben den Anspruch, genauso gut zu sein wie die großen internationalen Marken", sagt Joop. Künftig könnten in Douglas-Anzeigen Jette-Schmuck und -Düfte gemeinsam zu sehen sein. Von der exklusiven Partnerschaft verspricht sich die Designerin mittelfristig steigende Umsätze. Daher habe sie Verträge mit schwächeren Partnern mit einer höheren anfänglichen Einmalzahlung abgelehnt.

Auch ein Douglas-Sprecher zeigte sich zufrieden, die Kooperation sei eng und erfolgreich. "Wir freuen uns sehr, dass die Douglas-Parfümerien diese gute Zusammenarbeit nun kräftig ausbauen", sagte er. Grund sei der Erfolg: "Jette war nicht nur die seinerzeit erste Exklusivmarke im Hause Christ, sie steht auch heute an Rang eins der Exklusivmarken."

Die Modelizenzen sind derzeit noch auf mehrere Partner verteilt, etwa bei der Hamburger Otto-Gruppe und dem Großhändler Katag, der die Jette-Kindermode vertreibt. "Kindermode ist ein sehr schwieriger Markt. Die Kooperation mit der Marke Jette hat sich da sehr positiv entwickelt - sowohl im Volumen als auch nach den betriebswirtschaftlichen Daten", sagt Katag-Chef Daniel Terberger. "Der Name steht für eine moderne, jung gebliebene Frau, die mitten im Leben steht", sagt Terberger. Damit sei Jette klarer positioniert als viele andere Marken. Erstmals hat Katag daher auch eine Jette-Damenjacke auf den Markt gebracht. Katag und Joop seien regelmäßig in Gesprächen über Wachstumsmöglichkeiten, sagt Terberger.

Joop berichtet von Gesprächen, um die Lizenzen zu bündeln. Dabei sucht sie bevorzugt einen Partner, der - ähnlich wie Douglas und Katag - die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zu Läden beherrscht. Noch in diesem Jahr sollen die Verhandlungen abschlossen sein. Ziel ist auch eine einheitlichere Handschrift von Kinderkleidung bis zu Abendgarderobe.

Auf jeden Fall soll die Mode tragbar sein. "Kein Unternehmen kann sich mehr Designer-Sperenzien leisten", sagt Joop. "Sie können so bekannt sein, wie Sie wollen: Wenn das Design nicht stimmt, verkauft sich das Produkt nicht", sagt die Tochter des deutschen Modeschöpfers Wolfgang Joop. Schließlich ist sie selbst Geschäftsfrau, verkauft in einem eigenen Laden in Berlin. 30 Mitarbeiter hat ihre Firma inzwischen. Knapp 70 Prozent der Jette-Artikel verkaufen sich in Deutschland, der übrige Teil meist im angrenzenden europäischen Ausland.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×