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12.04.2006

09:52 Uhr

Markenausrichtung

Adidas für den Sport, Reebok für Lifestyle

VonJoachim Hofer

Adidas-Chef Herbert Hainer will seine neu erworbene US-Tochter Reebok schnell in den Konzern eingliedern und die Marke klar positionieren. Mit ihrer Integration spart Adidas mehr Geld als erwartet

Klare Trennung der Marken. Adidas und US-Tochter Reebok.

Klare Trennung der Marken. Adidas und US-Tochter Reebok.

LONDON. Durch die enge Zusammenarbeit der beiden Sportmarken solle das Unternehmen von 2009 an jedes Jahr eine halbe Milliarde Euro mehr Umsatz erwirtschaften als bisher, sagte Hainer vor Journalisten in London. Gleichzeitig will der zweitgrößte Sportkonzern der Welt die Kosten um 175 Mill. Euro jährlich senken.

Damit setzt sich Adidas deutlich ehrgeizigere Ziele als im vergangenen Sommer, als die Franken die Übernahme von Reebok verkündeten. Bislang hatte Adidas nur mit Einsparungen von jährlich 125 Mill. Euro gerechnet. „Wir machen mit der Integration von Reebok hervorragende Fortschritte“, begründete Hainer die zuversichtliche Prognose. Durch einen günstigeren Einkauf sowie höhere Stückzahlen und bessere Abläufe in der Fertigung könne der Konzern vom Zusammenschluss der beiden Firmen profitieren.

Adidas bezahlte rund 3,2 Mrd. Euro für die Nummer drei auf dem Sportartikelmarkt. Erklärtes Ziel von Adidas ist es, im Verbund mit Reebok langfristig auf Rang eins der Branche aufzusteigen. Derzeit ist der US-Konzern Nike noch mit Abstand führend.

Die Anleger reagierten gestern hoch erfreut auf die guten Nachrichten. In einem schwachen Umfeld gewann die Adidas-Aktie drei Prozent auf etwa 172,50 Euro. Damit war Adidas der Tagesgewinner im Dax.

Analysten hatten in den vergangenen Tagen bereits mit Spannung darauf gewartet, wie Adidas seine beiden Marken künftig ausrichten werde. Hainer sagte gestern, die Marke Adidas werde den Fokus stark auf sportliche Käufer legen. Sieben von zehn Euro würde die Marke mit Sportlern verdienen. Der Rest stamme aus dem eher modischen sportlichen Lebensart. Zudem sei Adidas die Marke der Mannschaftssportler.

Reebok hingegen habe ein stärkeres Standbein in der Lebensart und unter den Individualsportlern. Das US-Unternehmen soll künftig je die Hälfte seiner Umsätze mit Sport und mit Lifestyle-Artikeln erzielen. Derzeit stammen noch fast zwei Drittel der Einnahmen von Reebok von Modeartikeln. Als Konsequenz dieser Neuausrichtung übernahm Adidas gestern von Reebok den Ausrüstervertrag für die nordamerikanische Basketball-Liga NBA.

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