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12.04.2012

09:43 Uhr

Markenboss Winkelmann im Interview

„Ein Lamborghini für den Alltag“

VonMark C. Schneider

ExklusivIm weiten Reich des Volkswagen-Konzerns steht Lamborghini für reine Sportwagen. Doch im Interview zeigt sich Markenboss Stephan Winkelmann auch an anderen Modellvarianten interessiert.

Stephan Winkelmann, Lamborghini-Chef, in einem Wagen der Marke (Archiv). dpa

Stephan Winkelmann, Lamborghini-Chef, in einem Wagen der Marke (Archiv).

HamburgDer Erfolg von großräumigen Geländewagen wie dem BMW X5, der Mercedes M-Klasse oder dem sportlicheren Porsche Cayenne lässt Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann daran denken, ebenfalls in das Marktsegment einzusteigen.

Handelsblatt: Herr Winkelmann, wozu braucht Lamborghini ein weiteres Modell?
Stephan Winkelmann: Der Gedanke an eine dritte Baureihe liegt nah. Bereits auf dem Pariser Autosalon 2008 haben wir das Konzept einer viertürigen Limousine von Lamborghini vorgestellt. Die Resonanz war groß. Allerdings konnten wir das Auto wegen der folgenden weltweiten Rezession nicht realisieren.
 
Sind Sie der Supersportwagen überdrüssig?
Winkelmann: Keineswegs. Historisch bietet die Marke aber ein breiteres Spektrum als andere. Seit 2002 konzentrieren wir uns auf das Segment der Supersportwagen. Dabei muss es aber nicht bleiben.
 
Als Favorit gilt ein Geländewagen. Was spricht dafür?
Winkelmann: Für einen Luxus-Geländewagen spricht viel. Das Segment expandiert, das Angebot im Premiumbereich nimmt zu und wir hätten die Möglichkeit, der Marke Neuland zu erschließen. Es geht nicht darum, der erste zu sein, sondern darum, wo wir künftig das größte Potenzial haben. Ein solches Auto wäre der erste Lamborghini für den Alltag, nicht nur für die Rennstrecke oder das Wochenende.

Lamborghini LM002: Das alte Gelände-Monster von Lamborghini

Lamborghini LM002

Das alte Gelände-Monster von Lamborghini

Die Idee eines Geländewagens bei Lamborghini ist nicht neu. Schon ab 1986 hatten die Italiener den LM002 im Angebot. Dieser ähnelt von Außen stark dem amerikanischen Hummer - nicht zu Unrecht.

Welche Alternativen gibt es?
Winkelmann: Eine Reihe von Faktoren spielen eine Rolle für die Entscheidung. Wir haben die Segmente analysiert, die geografische Verteilung, die Kompatibilität mit Luxus und den Markenkernwerten von Lamborghini sowie die Synergien im Konzern. Das Ergebnis: Grundsätzlich bieten sich drei Varianten an: eine viertürige Limousine, ein Granturismo-Coupé und eben ein sportlicher Geländewagen, SUV genannt.
 
Verwässern Sie damit nicht Ihr Profil?
Winkelmann: Für die Marke sind Emotionen wichtig. Lamborghini steht als Traditionsmarke für die Werte extrem, kompromisslos und italienisch. Eine neue Modellreihe muss deshalb immer sofort als Lamborghini erkennbar sein. Das Design eines Geländewagens müsste dynamisch und damit niedrig sein – also einem Lamborghini alle Ehre machen.

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