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07.01.2014

12:16 Uhr

Marktstart 2015

Toyota startet mit der Brennstoffzelle in Kalifornien

Als erster Automobilhersteller will Toyota ein Brennstoffzellen-Auto in die Serienproduktion schicken. Der FCV soll schon im Jahr 2015 seine Premiere in Kalifornien feiern - der Heimat der Elektroautos.

Blauer Bolide mit Zukunftspotential: Der FCV könnte die Wasserstoff-Ära einläuten. ap

Blauer Bolide mit Zukunftspotential: Der FCV könnte die Wasserstoff-Ära einläuten.

Las VegasToyota will 2015 das erste Brennstoffzellen-Auto für Privatkunden auf den Markt bringen. Der Verkaufsstart ist zunächst nur im US-Staat Kalifornien geplant, wie der japanische Konzern auf der Elektronik-Messe CES in Las Vegas ankündigte. Es ist eine Kampfansage an die Elektroautobauer Tesla und BMW, die bisher von den strengen kalifornischen Abgaswerten profitieren. Ist der Probelauf erfolgreich, soll die Wasserstoff-Technologie auch auf anderen Märkten eingeführt werden.

Der FCV, wie Toyota den Brennstoffzellen-Hybrid getauft hat, wird mit einem Elektromotor angetrieben, dessen Energie mit der Brennstoffzellen-Technologie erzeugt wird. In den Tank kommt Wasserstoff. Nach Las Vegas hat Toyota dafür einen Prototyp mit dem Namen FCV in schimmerndem Blau mitgebracht. Schon bei der Hybrid-Technologie mit Verbrennungsmotor gelten die Japaner als Vorreiter.

Der Vorteil der Brennstoffzellen-Technik ist, dass in die Umwelt nur Wasserdampf ausgestoßen wird. Toyota weist auch darauf hin, das der Wasserstoff für den Antrieb in großem Stil mit Hilfe erneuerbarer Energien erzeugt werden könne. Und ein vollgetanktes Auto würde im Notfall auch eine Woche lang ein Haus mit Energie versorgen können.

Die Technologie, an der schon seit langem auch andere Autokonzerne forschen, wurde gelegentlich als nicht effizient genug kritisiert. Toyota ließ schon seit 2002 Prototypen in den USA fahren. In dieser Zeit seien unter anderem die Kosten für Tank und Getriebe um 95 Prozent gedrückt worden, hieß es. Das Fahrzeug könne in drei bis fünf Minuten vollgetankt werden und beschleunige von 0 auf 60 Meilen pro Stunde (96,5 km/h) in zehn Sekunden.

Antriebsarten und ihre Abgaswerte

Motoren im Vergleich

Wie sehr ein Auto die Luft verpestet, hängt davon ab, was unter der Haube steckt. Denn je nach Motor stößt ein Wagen unterschiedlich viele Feinstaub-Partikel (PM) und Stickstoffdioxide (NO2) aus. Hier ein Überblick über das Abgasverhalten verschiedener Motoren.

Benzinmotoren

Moderne Benzinmotoren werden durch Direkteinspritzung zwar sparsamer gegenüber der Vergaser-Technik - und damit wird auch ihr CO2-Ausstoß gesenkt. Doch haben die Einspritzmotoren oft einen höheren Feinstaub-Ausstoß. Nach einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe stoßen sie eine sehr hohe Zahl an ultrafeinen Partikeln aus, die massive gesundheitliche Folgen für die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System haben können. In der Untersuchung kam heraus: Benzinfahrzeuge überschritten den aktuellen Grenzwert für Dieselfahrzeuge teils um das Sechsfache.

Dieselmotoren

Trotz Rußpartikelfilter - Selbstzünder sind laut Verkehrsclub Deutschland (VCD) die weniger sauberen. Der Grund: Ihr aktueller Grenzwert nach Euro-5-Norm ist beim Ausstoß von Stickoxiden (NOx) dreimal höher als bei Ottomotoren. Demnach dürfen Diesel bis zu 180 mg/km an Stickoxiden ausstoßen, während der Vergleichswert bei Benzinern bei 60 mg/km liegt. Bei den Feinstaubpartikeln liegen beide Verbrennungsprinzipien mit erlaubten 5 mg/km gleichauf. Diesel-Pkw können die aktuelle Euro-5-Norm nur mit Hilfe eines Partikelfilters erreichen.

Erdgas- und Autogasantriebe (CNG und LPG)

Erdgas gilt unter den fossilen Treibstoffen in der Expertenwelt als der sauberste. So stoßen Fahrzeuge, die CNG (Compressed Natural Gas) tanken, noch weniger Stickoxide aus als Benziner. Der TÜV Süd nennt gegenüber Benzinern eine Reduktion um bis zu 60 Prozent, bei LPG seien bis zu 15 Prozent weniger möglich. Erdgasautos emittieren zudem fast gar keine Rußpartikel.

Hybrid- und Elektroantriebe

Auch Hybridfahrzeuge müssen die Abgasnormen der EU einhalten. Generell lässt sich dem VCD zufolge sagen, dass Dieselhybride, wie sie neuerdings angeboten werden, mehr Schadstoffe ausstoßen als Benzinhybride. Fahren sie im rein elektrischen Modus, stoßen sie keine Schadstoffe aus - doch liegt die Reichweite für den E-Modus meist nur bei wenigen Kilometern. Dann springt der Verbrenner an. Elektroautos stoßen während der Fahrt zwar keinerlei Schadstoffe aus. Doch bei ihrer industriellen Fertigung und bei der Stromerzeugung werden ebenfalls Rußpartikel und Stickoxide erzeugt.

Aktuelle Luftdaten
Übersicht: Deutsche Umweltzonen
Studie zu Umweltzonen
Kurzinfo zu Umweltzonen
Hintergrundpapier zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Stickstoffoxiden

Die Reichweite mit einer Tankfüllung liege bei 300 Meilen (gut 480 km), erklärte Toyota. Nach Berechnungen des Konzerns wären für San Francisco, das Silicon Valley sowie im Süden Kaliforniens bei Los Angeles und im Orange County 68 neue Tank-Anlagen notwendig. Schon damit könnten rund 10.000 Brennstoffzellen-Fahrzeuge bedient werden. Die Behörden des Staates hätten bereits 200 Millionen Dollar lockergemacht, um 100 Stationen bis 2024 zu bauen.

Von

dpa

Kommentare (3)

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gib-Brennstoff

07.01.2014, 15:38 Uhr

Da wird sich Ford, VW und Mercedes mit Ihrem Projekt
mit Ballard Power (WKN: A0RENB) aber anstrengen müssen.

Premiumhengst

07.01.2014, 16:22 Uhr

Da bringen die deutschen Hersteller erste Hybridfahrzeuge auf dem Markt nachdem Toyota schon seit mehr als 10 Jahren im Markt ist, da ist Toyota wieder dabei die ach so inovationsstarken deutschen Hersteller zu zeigen wo der Hammer hängt. Dabei sind die deutschen Premiumhersteller nicht mal in der Lage einen zuverlässigen Kettenantrieb für ihre Motoren herzustellen.
Und die Massenmedien hören nicht mehr auf diese angeblichen Prämiumhersteller zu loben. Wie erbärmlich.

Relias

08.01.2014, 08:19 Uhr

Es wird der Tag kommen wo ein Metallgegenstand wie bei
Tesla statt der Batterie den Wasserstoff Tank
beschädigt . Ich hoffe das keine Person zu Schaden
kommt , der Zuschauereffekt wird imposanter

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