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25.09.2011

17:49 Uhr

Marktzurückhaltung

Investoren am grünen Markt gesucht

Der Markt für erneuerbare Energien ist vielen institutionellen Anlegern nicht geheuer. Ohne sie wird die Energiewende aber nicht gelingen können. Ihre Investitionen werden händeringend gesucht.

Die ersten drei fertiggestellten Windräder des im Bau befindenden Windenergieparks BARD Offshore 1. dpa

Die ersten drei fertiggestellten Windräder des im Bau befindenden Windenergieparks BARD Offshore 1.

KölnMobilität und Wind: Auf hoher See bildeten sie jahrhundertelang eine effiziente Einheit. Nun treffen beide wieder aufeinander. Doch diesmal ist es kein Segelschiff auf dem Weg ins offene Meer: Es ist ausgerechnet der Autohersteller Audi, der sich an Offshore-Windanlagen beteiligen will – ebenso wie dessen Konzernmutter Volkswagen.

Meldungen wie diese sind wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einer Energiewende. Aber noch sind sie viel zu selten. Denn ohne Geldgeber aus anderen Branchen sind die Investitionen in ein neues, nachhaltigeres Energiesystem für Deutschland nicht zu finanzieren.

„Die strategischen Investoren, wie Stadtwerke oder Energiekonzerne, werden den Finanzierungsbedarf für erneuerbare Energien nicht alleine stemmen können“, sagt Werner Humpert vom Finanzdienstleister Prime Capital. Allein bis 2020 muss sich der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch auf 35 Prozent fast verdoppeln, glaubt die Bundesregierung, damit ihre Klimaziele eingehalten werden können. Dafür sind laut Umweltministerium jedes Jahr Investitionen in Höhe von mindestens 14 Milliarden Euro notwendig.

„Ohne große institutionelle Anleger kann man das nicht bezahlen“, sagt Humpert. „Die Bereitschaft einzusteigen, ist hoch, aber viele zögern noch.“ Denn Versicherungen und Pensionsfonds ist der Energiemarkt nicht geheuer.

Sie fürchten, Geld zu verlieren, und sie haben auch guten Grund dazu. Immer wieder machen Meldungen von unseriösen Projekten die Runde. Erst Anfang September warnte die nordrhein-westfälische Energieagentur vor dubiosen Finanzierungsangeboten im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung. Firmen warben mit technisch unmöglichen Wirkungsgraden und überzogenen Renditeversprechen.

Viele Unternehmen sind schlichtweg überfordert von ihren eigenen Projekten. Das ist die Erfahrung des Rechtsanwalts Peter Ladwig. Früher leitete er die Stuttgarter Börse. Heute hilft er Projektentwicklern beim Bau von Kraftwerksanlagen. „Die kleineren Firmen versuchen immer mehr Projekte auf die Beine zu stellen“, sagt Ladwig. „Weil sie nur über die Veräußerung, nicht über das Halten Geld verdienen.“

So kommt es vor, dass Mittelständler riesige Kraftwerksanlagen errichten wollen. „Diese Firmen können häufig keine hinreichende Haftungsmasse vorweisen“, sagt Robert Pottmann. Er leitet den Bereich erneuerbare Energien bei der Firma MEAG, die Geld der Ergo-Versicherung und des Rückversicherers Munich Re anlegt. Solche Geschäfte seien oft „zu unsicher“.

Kommentare (1)

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25.09.2011, 18:47 Uhr

Ich würd da auch nicht groß einsteigen. Ein Industriezweig der praktisch nur von Gnaden der Politik existiert, ist mir einfach zu riskant.
Da muß man ja bei jeder Wahl neu um sein Geld fürchten.

Nee, Jungs, werdet erstmal so rentabel, dass es kein Erneuerbare-Energie-Gesetzt mehr braucht, dann gibt's auch Geld von großen Investoren.

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