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24.08.2016

14:35 Uhr

Maschinenbau

Betriebe im Südosten zahlen am besten

Die Spanne für den durchschnittlichen Verdienst eines Maschinenbauers ist in Deutschland groß – sie reicht von 48.000 bis zu 62.000 Euro pro Jahr. Am meisten zahlen die Weltmarktführer im Südwesten.

Deutsche Maschinenbauer verdienen in Baden-Württemberg im Schnitt am besten. obs

Maschinenbau

Deutsche Maschinenbauer verdienen in Baden-Württemberg im Schnitt am besten.

FrankfurtBeschäftige im deutschen Maschinenbau verdienen einer Studie zufolge in Baden-Württemberg am meisten. Das durchschnittliche Jahresgehalt erreicht hier rund 62.000 Euro, wie aus einer vom Branchenverband VDMA am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung hervorgeht. Knapp dahinter folgen das Rhein-Main-Gebiet und Teile von Rheinland-Pfalz mit durchschnittlich 60.000 Euro sowie Südbayern mit knapp 60.000 Euro. Am unteren Ende liegen Nord-Hessen sowie Teile von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit durchschnittlich 48.000 Euro.

„In Baden-Württemberg sitzen viele Weltmarktführer aus dem Maschinenbau“, erläuterte VDMA-Vergütungsexpertin Andrea Veerkamp-Walz. Zudem dürfte dort die Konkurrenz der mittelständisch geprägten Branche mit der Autoindustrie für höhere Gehälter sorgen.

Mehr verdienen Beschäftigte laut den Angaben oft auch in Betrieben, die in Großstädten oder Großstadtnähe angesiedelt sind. Die Gehälter liegen dort demnach um 16 bis 19 Prozent höher als bei Unternehmen auf dem Land.

Chancen und Risiken des deutschen Maschinenbaus

Rückgrat der deutschen Wirtschaft

Mit mehr als einer Million Beschäftigten gilt der Maschinen- und Anlagenbau als größter industrieller Arbeitgeber in Deutschland. Doch die Zeit rasanter Zuwächse scheint für die mittelständisch geprägte Schlüsselindustrie erst einmal vorbei. Die Branche sieht sich einem Mix aus Chancen und Problemen gegenüber.

Quelle: dpa

Bremseffekt China

Die Schwäche wichtiger Märkte wie China bremst die extrem exportorientierten Maschinen- und Anlagenhersteller erheblich, denn das Riesenreich ist ein gewaltiger Absatzmarkt für Maschinen „Made in Germany“. Doch die Zeiten zweistelliger Wachstumsraten der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt sind vorbei. So rechnet der Branchenverband VDMA mit einen Ausfuhr-Rückgang um 6 Prozent auf gut 16 Milliarden Euro im Jahr 2015.

Bremseffekt Russland

Die seit 2014 wirksamen Sanktionen gegen Putins Reich haben in den Bilanzen der deutschen Maschinenbauer deutliche Spuren hinterlassen. 2015 sollte der Maschinen-Export dorthin nach Schätzungen nur noch rund 5 Milliarden Euro betragen, fast 3 Milliarden Euro weniger als zwei Jahre zuvor. In der Tabelle der Exportmärkte fiel Russland von Rang 4 auf Platz 10 zurück.

Entlastung und Risiko Ölpreis (1)

Der Absturz des Ölpreises senkt die Energiekosten bei der Produktion. Zugleich setzt er die Ölindustrie als Kunden der Maschinenbauer unter Druck. Die Folge: Investitionen werden verschoben. Komplizierte und daher teure Förderprojekte werden auf Eis gelegt.

Entlastung und Risiko Ölpreis (2)

Das Wartungsgeschäft entwickle sich dagegen robust, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser jüngst. Weil der Verbrauch steige, müsse mehr Öl durch Pipelines gepumpt werden, wovon Siemens mit Ersatzteilen für Pumpen und Kompressoren profitieren könne. Siemens hatte 2014 den US-Kompressorenhersteller Dresser-Rand gekauft.

Rückenwind Euro

Durch den Kurs-Rückgang der Gemeinschaftswährung werden deutsche Produkte auf dem Weltmarkt tendenziell billiger. Das kann die Nachfrage ankurbeln. Insbesondere auf dem US-Markt sind deutsche Maschinen dadurch preislich im Moment sehr konkurrenzfähig. Auch im Euro-Binnenmarkt lief es zuletzt wegen des Nachholbedarfs besser.

Hoffnung Iran

Das Land hat nach dem Ende der Sanktionen großen Nachholbedarf, es fehlt überall an modernen Maschinen, Anlagen und Komponenten. Daher hofft die Branche auf steigende Nachfrage aus dem traditionell eng mit der deutschen Wirtschaft verknüpften Land. Wichtig ist dabei aus Sicht der Maschinenbauer ein sicheres Finanzwesen - ohne das Risiko, für am Ende doch nicht erlaubte Geschäfte belangt zu werden, etwa von US-Behörden. Der niedrige Ölpreis limitiert zudem die Finanzen der Islamischen Republik, wo auch Konkurrenten wie Frankreich, Italien und China unterwegs sind.

Hoffnung TTIP (1)

In den Verhandlungen zwischen den USA und der Europäischen Union ist dem Maschinenbau ein eigenes Kapitel vorbehalten. Der VDMA verspricht sich einen deutlich verbesserten Zugang zum US-Markt. Die Zölle für Einfuhren seien zwar prozentual eher niedrig, belaufen sich laut Verbandsschätzung für den Maschinenbau aber trotzdem auf hunderte Millionen Euro im Jahr.

Hoffnung TTIP (2)

Noch wichtiger wäre den Unternehmen der Wegfall anderer Handelshemmnisse, wenn es zum Beispiel um unterschiedliche Normen für Stecker, Kabel oder Gewinde geht. Derzeit verteuere die Umrüstung und notwendige Zertifizierung in den USA die deutschen Produkte um 5 bis 20 Prozent.

Hoffnung Afrika

Der afrikanische Kontinent gilt trotz aller Probleme als wachsender Exportmarkt mit Zukunft. Vor allem Länder südlich der Sahara streben nach VDMA-Einschätzung danach, Technologie für den eigenen wirtschaftlichen Fortschritt und die Etablierung einer verarbeitenden Industrie einzukaufen. Man wolle die eigenen Bodenschätze und Agrarprodukte im Land selbst verarbeiten. Allerdings ist bei den dafür notwendigen Maschinen die Konkurrenz groß: Vor allem die Chinesen haben sich große Marktanteile gesichert, aber auch Italien und die USA lagen zuletzt vor den deutschen Anbietern.

Für die Analyse werteten der VDMA und die Technische Hochschule Amberg-Weiden die Antworten von 135 Firmen mit insgesamt knapp 49.000 Beschäftigten aus. Untersucht wurden Regionen nach Postleitzahlen. Nicht enthalten war das Postleitzahl-Gebiet 0 mit großen Teilen Ostdeutschlands.

Von

dpa

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