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28.05.2014

13:05 Uhr

Maschinenbau

Milliardenschwere Fusion von Matso und Weir geplatzt

Der finnische Maschinenbaukonzern Metso lässt den schottischen Konkurrenten Weir erneut abblitzen. Eine Fusion der Maschinenbauer scheint nicht zustande zu kommen. Weir muss befürchten, nun übernommen zu werden.

Metso-Fabrik in Helsinki: Der finnische Konzern lehnt ein Übernahmeangebot der Schotten von Weir ab. dpa

Metso-Fabrik in Helsinki: Der finnische Konzern lehnt ein Übernahmeangebot der Schotten von Weir ab.

LondonIn der Maschinenbaubranche steht eine milliardenschwere Fusion vor dem Aus: Der finnische Konzern Metso habe auch ein um 20 Prozent angehobenes Angebot ausgeschlagen, teilte der schottische Konkurrent Weir am Mittwoch mit. Dieser habe nun nicht mehr die Absicht, den Kauf weiter zu verfolgen. Die auf 30,49 Euro pro Aktie aufgestockte Offerte bewertete Metso mit rund 4,5 Milliarden Euro. Dies entspreche aber nicht dem tatsächlichen Unternehmenswert, betonten die Finnen.

Weir hatte im April zunächst 25,60 Euro pro Metso-Anteilsschein geboten und einen Zusammenschluss per Aktientausch vorgeschlagen. Die Metso-Anteilseigner sollten an dem neuen Konzern etwa 40 Prozent halten, Weir-Aktionäre die Mehrheit. Die Zusammenlegung des Geschäfts hätte jedem Unternehmen mindestens 185 Millionen Euro Kosten gespart. Weir wollte mit dem finnischen Rivalen sein Geschäft mit Schwermaschinen für den Bergbau ausbauen, in dem Metso Marktführer ist.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Nach der gescheiterten Übernahme könnte Weir nun selbst geschluckt werden. Bankern zufolge dürften die Schotten für die US-Industriegrößen General Electric und Honeywell interessant sein. Insider rechnen in der Branche seit längerem mit Fusionen. Dies würde den meist mittelständischen Firmen ermöglichen, Kosten zu sparen und eine größere Produktpalette anzubieten.

Von

rtr

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