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19.02.2013

13:59 Uhr

Maschinenbauer

Dürr steigert Gewinn um mehr als 70 Prozent

Die Autobauer investieren in neue Anlagen und Maschinen außerhalb Europas. Davon hat der Anlagenbauer Dürr prächtig profitiert. Die Aktionäre sollen eine fast doppelt so Dividende bekommen wie im Vorjahr.

Logo des Anlagen- und Maschinenbauers Dürr. Der Gewinn sprang bei Dürr um 73 Prozent an. dpa

Logo des Anlagen- und Maschinenbauers Dürr. Der Gewinn sprang bei Dürr um 73 Prozent an.

Bietigheim-BissingenDer Anlagen- und Maschinenbauer Dürr peilt nach dem jüngsten Rekordjahr schon die nächsten Bestmarken an. "Auch 2013 wird ein ordentliches Jahr werden", stellte der Vorstandschef Ralf Dieter am Dienstag bei der Vorlage der vorläufigen Bilanz für das zurückliegende Jahr in Stuttgart in Aussicht. Umsatz und Ergebnis legten dank hoher Auslastung voraussichtlich weiter zu. Dabei hilft dem Unternehmen der Rückenwind durch die Expansion der Autohersteller in den Schwellenländern.

Mit dem um acht Prozent auf gut 2,3 Milliarden Euro gewachsenen Auftragsbestand ist der für seine Lackier- und Montage-Anlagen bekannte Konzern rechnerisch bereits jetzt bis ins Jahr 2014 hinein ausgelastet. Die mittlerweile knapp 7700 Beschäftigte zählende Belegschaft soll nochmals wachsen, wenn auch nicht mehr so schnell wie im vergangenen Jahr: 2012 stockte Dürr die Belegschaft um gut zwölf Prozent auf, vor allem in China kamen weitere Beschäftigte dazu.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Wie kaum ein zweites deutsches Unternehmen hat sich Dürr mit dem China-Geschäft ein starkes Standbein verschafft. Ein Drittel der weltweiten Bestellungen für neue Anlagen und Maschinen im Volumen von knapp 2,6 Milliarden Euro stammt inzwischen aus dem bevölkerungsreichen Riesenreich, wo der Hunger nach neuen Autos ungestillt ist und daher auch in den kommenden Jahren rasantes Wachstum verspricht. In den Industrieländern setzen die bei Lackier-Robotern marktführenden Schwaben auf die Modernisierung bestehender Auto-Lackierereien, die zum Teil 20 Jahre und älter sind. Zunehmend in den Blick von Dürr rückt zudem die bisher von japanischen Autoherstellern dominierte Region Südostasien mit Ländern wie Thailand, Malaysia sowie Indonesien mit einer Bevölkerung von insgesamt rund einer halbe Milliarde Menschen.

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