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25.01.2014

17:14 Uhr

Maschinenbauer

Gut ist in China gut genug

China ist der wichtigste Markt für deutsche Maschinenbauer. Doch High-Tech „made in Germany“ reicht nicht mehr als Verkaufsargument. Viel häufiger ist in China inzwischen Mittelmaß gefragt – und die Produktion vor Ort.

Deutsche Hochtechnologie ist nicht mehr gefragt. Die Volksrepublik schwenkt auf billigere Maschinen um und setzt auf Produktion vor Ort. dpa

Deutsche Hochtechnologie ist nicht mehr gefragt. Die Volksrepublik schwenkt auf billigere Maschinen um und setzt auf Produktion vor Ort.

StuttgartDas hatte man sich bei Trumpf irgendwie anders vorgestellt: „Am Anfang haben wir mit drei Monaten für die Genehmigung gerechnet“, sagt Mathias Kammüller, Geschäftsführer im Bereich Werkzeugmaschinen. Am Ende dauerte es drei Jahre bis das schwäbische Maschinenbau-Unternehmen 2013 den chinesischen Wettbewerber JFY übernehmen konnten. Ein Jahr brauchte die Kontaktanbahnung, ein Jahr die Verhandlung und ein Jahr prüfte die Regierung die Übernahme.

Kammüller ist sicher, dass sich das Warten gelohnt hat. Der Grund für den Kauf: „Im mittleren Marktsegment stärker präsent zu sein“, sagt er. „Wir kratzen bislang nur am oberen Ende dieses Segments.“

Die deutschen Maschinenbauer müssen zunehmend erkennen, dass ihre Produkte für ihren wichtigsten Markt zu gut sind. „Überfunktioniert“ seien die Maschinen, heißt es beim Branchenverband VDMA. Der Bereich mit den besten Wachstumsaussichten ist das mittlere Marktsegment.

„Good enough“ zu sein, ist eine Einstellung, die in China weit verbreitet ist“, stellt Kammüller auch fest. „Chinesische Kunden sind nicht bereit, für Ausstattungsmerkmale zu zahlen, die sie nicht brauchen.“

Nach Einschätzung von Walter Häcki, langjähriger China-Chef der Bosch-Sparte Verpackungstechnik, braucht es beides: abgespeckte Maschinen, die solide Arbeit liefern, und Hochtechnologie. „Die Qualität muss dieselbe sein“, sagt Häcki. „German Quality made in China“, nennt er es.

Umso wichtiger wird es für die deutschen Firmen inzwischen, vor Ort zu produzieren. „Es braucht eine echte Lokalisierung der Produktion“, sagt China-Kenner Ralph Niederdrenk vom Beratungshaus PricewaterhouseCoopers. „Ab 100 Millionen Euro Umsatz aufwärts kann man daran denken.“ Nur wer das nicht schafft, für den sei es sinnvoll, sich einen Platz in seiner High-Tech-Nische zu erhalten.

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