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22.05.2012

22:03 Uhr

Maschinenbauer Homag

Aktionäre proben Aufstand gegen Finanzinvestor

Die Altaktionäre des Maschinenbauers Homag kämpfen auf der Hauptversammlung weiter gegen den Kurs des Haupteigners und des neuen Vorstands an. Der Aktionärspool fordert unter anderem die Zahlung einer Dividende.

Ein Mitarbeiter des Maschinenbauers Homag (Archivbild). dpa

Ein Mitarbeiter des Maschinenbauers Homag (Archivbild).

StuttgartDie Altaktionäre des Maschinenbauers Homag suchen auf der Hauptversammlung am Donnerstag Verbündete für ihren Kampf gegen den Kurs des Haupteigners und des neuen Vorstands. Die im Schuler-Klessmann-Pool zusammengeschlossenen Altaktionäre fühlten sich durch den Finanzinvestor DBAG an den Rand gedrängt, sagte der Geschäftsführer des Pools und frühere Homag-Aufsichtsrat, Jochen Berninghaus, der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir hatten zehn gute Jahre mit der DBAG, seit 2007 geht das Unternehmen aber in die falsche Richtung“, sagte Berninghaus. 2007 war das Unternehmen an die Börse gegangen.

Die mit rund einem Drittel an dem Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen beteiligte DBAG wolle das Unternehmen schnell für einen Verkauf an ausländische Investoren hübsch machen, befürchten die Altaktionäre, zu denen neben Firmengründer Gerhard Schuler noch die Klessmann-Stiftung zählt. Auf dem Aktionärstreffen will der mit gut 25 Prozent an Homag beteiligte Altaktionärspool die Vorstandsvergütung kippen, Vorstand und Aufsichtsrat nur teilweise entlasten und die Zahlung einer Dividende durchsetzen, obwohl 2011 erneut ein Millionenverlust erwirtschaftet wurde.

„Aus der Substanz werden wir keine Dividende ausschütten“, wies Homag-Sprecher Kai Knitter das Ansinnen zurück. Die Hauptversammlung sei aber „das richtige Forum“ für den Austausch mit den Aktionären. Die vor rund 15 Jahren bei Homag eingestiegene DBAG konterte die Vorwürfe des kleineren Mitgesellschafter ebenfalls. „Es besteht keinerlei Druck, weder zeitlich noch ökonomisch, uns von Homag zu trennen“, sagte DBAG-Sprecher Thomas Franke. „Wir sind überrascht, wie dieser Konflikt öffentlich ausgetragen wird.“ Dies laufe den Interessen des Unternehmens zuwider. In der Fortsetzung des derzeitigen Unternehmenskurses liege die „deutlich größere Gefahr“, erwidern die Altaktionäre. Die DBAG dominiere Homag zunehmend, missbrauche den Aufsichtsrat und verhalte sich - zulasten der Zukunftsfähigkeit des Konzerns mit 5100 Mitarbeitern - wie eine „Finanz-Heuschrecke“.

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