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16.10.2014

12:13 Uhr

Maschinenbauer

Trumpf nach Rekordjahr skeptisch

Trumpf hat im Geschäftsjahr 2013/14 einen deutlichen Gewinn erzielt. Der Umsatz erreichte wegen der starken Nachfrage erreichte einen Rekordwert. Doch der Konzern bleibt skeptisch – vor allem wegen der weltweiten Krisen.

Mitarbeiter bei Trumpf: Das vergangene Geschäftsjahr war für den Maschinenbauer ein Rekordjahr. dpa

Mitarbeiter bei Trumpf: Das vergangene Geschäftsjahr war für den Maschinenbauer ein Rekordjahr.

StuttgartDie weltweit starke Nachfrage nach Automatisierung in der Industrie hat dem schwäbischen Maschinenbauer Trumpf einen Gewinnsprung beschert. Das Vorsteuer-Ergebnis sei im Geschäftsjahr 2013/14 gegenüber dem Vorjahr um gut 60 Prozent auf 248 Millionen Euro gestiegen, teilte Trumpf am Donnerstag mit. Der Umsatz erreichte mit einem Plus von zehn Prozent auf fast 2,6 Milliarden Euro einen Rekordwert. Vom Umsatz seien auch dank eines Effizienzprogramms im Unternehmen 9,6 nach 6,6 Prozent Gewinn erwirtschaftet worden, erklärte Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller.

Für das laufende Jahr ist der auf Lasertechnik und Maschinen zur Blechbearbeitung spezialisierte Mittelständler aber skeptisch. Die trüberen Konjunkturaussichten sowie die Krisen und Konflikte weltweit könnten die Unternehmen von Investitionen abhalten. Beim Umsatz erwartet Leibinger-Kammüller daher nur einen einstelligen prozentualen Anstieg.

Vor allem in Deutschland herrsche Investitionszurückhaltung, erklärte die Trumpf-Chefin und sprach von einem Warnsignal für die Beschäftigung. Bereinigt sei der Umsatz von Trumpf im Inland um zwei Prozent gesunken. Dies habe mehrere Gründe. Zum einen investiere die Industrie vor allem im stärker wachsenden Ausland. Auch die Energiewende bremse Ausrüstungsinvestitionen. Die Konflikte um die Ukraine, im Irak und auch die sich ausbreitende Ebola-Epidemie könnten die Weltwirtschaft belasten, warnte die Trumpf-Chefin.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Das Familienunternehmen will seine führende Position in mehreren Spitzentechnologien durch Zukäufe ausbauen. So habe Trumpf gerade einen indischen Softwarehersteller für Werkzeugmaschinen übernommen, um sich mehr Kompetenz für eine digital vernetzte Fertigung ins Haus zu holen. Im vergangenen Jahr hatte Trumpf einen Maschinenbauer in China übernommen, sodass der Umsatz auf diesem wichtigen Markt um ein Fünftel stieg. Nachdem zuletzt Standorte in Ungarn, Rumänien und Bulgarien neu eröffnet wurden, kauft der Mittelständler seinen langjährigen Handelspartner in der Türkei. „Es geht uns nicht um den Zukauf von bloßen Marktanteilen – es geht uns darum, Schlüsselpositionen zu besetzen“, sagte Leibinger-Kammüller.

Von

rtr

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