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11.12.2012

20:14 Uhr

Maschinenbauer

Verkauf der MAG Group zieht sich hin

Der Verkauf des schwäbischen Maschinenbauers MAG an das chinesische Unternehmen Sinomach dauert wahrscheinlich länger als angenommen. Die Gespräche auf der Zielgeraden gestalten sich schwierig, hieß es aus Kreisen.

Der Maschinenbauer MAG wollte die Übernahme durch Sinomach eigentlich noch in diesem Jahr abwickeln. dapd

Der Maschinenbauer MAG wollte die Übernahme durch Sinomach eigentlich noch in diesem Jahr abwickeln.

Der Verkauf des schwäbischen Werkzeugmaschinenbauers MAG Group dürfte sich nun doch bis ins nächste Jahr hinziehen. Zwar werde derzeit nur noch mit dem staatlichen chinesischen Maschinenbauer Sinomach über die unter der Ägide eines Treuhänders stehende Firma aus Göppingen verhandelt, sagten zwei mit dem Prozess vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Doch gestalteten sich die Gespräche auf der Zielgeraden schwierig.

Zudem übten die Banken, die bei MAG das Sagen haben, keinen Zeitdruck aus, das Geschäft noch in diesem Jahr abzuschließen, sagte einer der Insider. MAG hatte darauf gesetzt, noch in diesem Jahr einen neuen Eigentümer zu bekommen. Zuletzt hatte neben Sinomach auch der japanische Baumaschinen- und Bagger-Hersteller Komatsu um MAG gebuhlt.

Unklar ist, mit welchem Verkaufspreis der US-Investor Mo Meidar für das Unternehmen rechnen kann, das er vor sieben Jahren unter anderem aus Teilen von IWKA (Ex-Cell-O, Boehringer) und ThyssenKrupp (Hüller Hille, Witzig & Frank) geschmiedet hatte. Erwartungen von bis zu 700 Millionen Euro seien etwas zu hoch gegriffen, hieß es zuletzt in Verhandlungskreisen. Meidar hatte mit einem riskanten Finanzgebaren das Vertrauen der Banken - darunter Commerzbank und die Deutsche Bank - verloren und musste in Europa die Schlüssel bei MAG abgeben. Die Banken haben einen Treuhänder eingesetzt, der die Firma verkaufen soll.

Im US-Geschäft hat Mo Meidar weiterhin das Sagen. Beide Teile stehen aber zum Verkauf. Sinomach hat Insidern zufolge für beide geboten. Ob die Chinesen auch in den USA zum Zuge kommen, sei aber unsicher. Während MAG in Europa vor allem Werkzeugmaschinen für die Autoindustrie fertigt, ist die Schwesterfirma in Amerika vor allem für die Luftfahrtindustrie tätig. Im vergangenen Jahr setzte MAG mit 3500 Mitarbeitern 900 Millionen Euro um, davon 560 Millionen in Europa. Der operative Gewinn (Ebitda) lag bei 105 Millionen Euro. Der europäische Teil schrieb aber 2011 wegen defizitärer Aufträge einen Verlust.

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