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13.10.2014

14:49 Uhr

Maschmeyer im Interview

„Mifa ist zum Selbstbedienungsladen geworden“

VonOliver Stock

ExklusivInvestor Carsten Maschmeyer übt im Interview mit Handelsblatt Online massive Kritik an den selbsternannten Helfern des Fahrradherstellers Mifa. Einige versuchten, Kapital aus der Notlage des Unternehmens zu schlagen.

Mifa-Investor Carsten Maschmeyer könnte noch mehr Geld in das insolvente Unternehmen stecken. dpa

Mifa-Investor Carsten Maschmeyer könnte noch mehr Geld in das insolvente Unternehmen stecken.

Handelsblatt: Der Finanzinvestor Deutsche Balaton beteiligt sich am Fahrradhersteller Mifa. Werden auch Sie als Großaktionär weiter bei den Mitteldeutschen Fahrradwerken aktiv bleiben?
Carsten Maschmeyer: Bereits im Frühjahr habe ich eine Millionensumme zur Verfügung gestellt um die nötige Liquidität und damit den vorübergehenden Fortbestand der Mifa zu sichern. Ich würde mich freuen, wenn der Standort erhalten bleibt und nach Möglichkeit auch die Arbeitsplätze gerettet werden können. Sollte sich dafür  ein Rettungskonsortium finden, würde ich mich daran beteiligen.

Warum?

Es reicht, wenn Aktionäre und Anleihegläubiger schon circa 90 Prozent ihres Geldes verloren haben. Jetzt sollen nicht auch noch die vielen hundert Arbeitnehmer ihren Job verlieren. Von der Kompetenz und dem Engagement der Mifa-Mitarbeiter bin ich sehr angetan, ebenso bin ich beeindruckt von ihrer Geduld und Tapferkeit, in dieser Situation so professionell weiterzuarbeiten. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Auftragsbücher für das neue Jahr offenbar schon gut gefüllt sind.

Was sind Sie bereit zu investieren?

Im Detail müssen wir das aushandeln. Wenn es dem Unternehmen wirklich hilft, würde ich zu einem Kapitalschnitt zu Lasten der Aktionäre bereit sein und auch prüfen, mit einer weiteren Finanzspritze dabei zu sein, auch in Höhe von mehreren Millionen.

Was muss jetzt passieren?

Für die Mifa wäre es gut, wenn jetzt für klare Verhältnisse gesorgt werden würde. Derzeit verstärkt sich mein Gefühl, dass unzählige Berater, Sanierungsexperten, Restrukturierungsspezialisten und Insolvenzprofis sich als Totengräber bei der Beerdigung dieses Traditionsunternehmens eine goldene Nase verdienen wollen. Diese selbsternannten Retter haben vermutlich bereits Millionen an Honoraren aus dem Unternehmen gezogen. Zur operativen Sanierung haben sie aus meiner Sicht dagegen keinen substantiellen Beitrag geleistet.

Sind Sie unzufrieden mit dem bisherigen Krisenmanagement?

Bei mir erhärtet sich der Eindruck, dass die Mifa zu einem Art Selbstbedienungsladen geworden ist und einige Beteiligte anscheinend versuchen, aus der Notlage der Mifa Kapital zu schlagen – auf dem Rücken unschuldiger Mitarbeiter. Ich hoffe sehr, dass die Insolvenzprofis jetzt nicht auch noch Rettungskonzepte verhindern wollen, weil sie leider bei der Abwicklung mehr verdienen als bei einer Rettung. Sollte diese selbstsüchtige Blockade-Haltung weiterhin erkennbar sein, habe ich nicht vor, gegen die Rettungsgegner zu kämpfen.

Kommentare (8)

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Frau Pia Paff

13.10.2014, 15:03 Uhr

Das gleiche hat Maschi mit Tausenden von Rentnern gemacht. Betrogen!
Warum fliegt dieser Vogel noch frei herum. Wer stutzt ihm die Flügel?

Herr Karl-Rainer Rasmussen

13.10.2014, 15:06 Uhr

Klare Worte! -
Wer war eigentlich der verantwortliche Wirtschaftsprüfer?

Frau Ute Umlauf

13.10.2014, 15:10 Uhr

Bei uns in RUS wäre Maschmeyer nicht mehr da. Betrüger werden in RUS erlegt.

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