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07.01.2009

07:53 Uhr

Massenentlassungen

Alcoa muss der Krise Tribut zollen

Nach Börsenschluss kam die Hiobsbotschaft: Der amerikanische Aluminiumriese Alcoa fährt die Produktion massiv herunter. 13 500 Mitarbeiter müssen gehen. Der einstige Siemens-Chef Klaus Kleinfeld will Alcoa mit schnellen, harten Schnitten heil durch die Wirtschaftskrise bringen.

Die Zukunftsaussichten für Alcoa sind derzeit wenig glänzend. Foto: ap ap

Die Zukunftsaussichten für Alcoa sind derzeit wenig glänzend. Foto: ap

HB PITTSBURGH. Neue Hiobsbotschaft in der Konjunkturkrise: Der führende US-Aluminiumkonzern Alcoa streicht wegen der globalen wirtschaftlichen Talfahrt weltweit 13 500 Stellen. Das seien rund 13 Prozent aller Arbeitsplätze im Konzern, teilte Alcoa am Dienstag nach US-Börsenschluss am Sitz in Pittsburgh (Pennsylvania) mit.

Betroffen seien von diesen und weiteren Sparmaßnahmen auch Beschäftigte in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Zur genauen Zahl der in Europa wegfallenden Arbeitsplätze machte der Konzern zunächst keine detaillierten Angaben.

Alcoa will über den Abbau fester Stellen hinaus 1 700 Jobs von externen Zeitarbeitern streichen. Vier Randsparten mit zusammen 22 600 Beschäftigten sollen überdies abgestoßen werden. Sie erzielten zuletzt einen Jahresumsatz von zusammen rund 1,8 Milliarden US-Dollar. Der im Leitindex Dow Jones notierte Konzern fährt zudem die Produktion weiter drastisch zurück.

Die Gehälter für die verbleibenden Mitarbeiter sollen eingefroren werden. Die wirtschaftliche Talfahrt mache schnelle Entscheidungen nötig, begründete der deutsche Alcoa-Konzernchef Klaus Kleinfeld die massiven Einschnitte. Der frühere Siemens-Chef war 2007 zu Alcoa gewechselt und steht seit Mai vergangenen Jahres an der Spitze des US-Konzerns.

Durch den Konzernumbau erwartet Alcoa Belastungen von bis zu 950 Millionen Dollar nach Steuern. Diese sollen noch für das vierte Quartal des vergangenen Jahres verbucht werden. Im Gegenzug erwartet der Konzern Einsparungen von 450 Millionen vor Steuern pro Jahr.

In den nächsten Wochen werden die Konzernzahlen von Alcoa für das Jahr 2008 erwartet. Der Aluminiumriese legt traditionell als erstes US-Schwergewicht seine Ergebnisse vor.

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