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03.04.2012

11:24 Uhr

McDonalds und Co

US-Konzerne lieben Deutschland

VonKatrin Terpitz

US-Konzerne mögen Deutschland: Der Standort gilt als Insel der Stabilität. Die hier arbeitenden US-Firmen erzielten mehr Umsatz und schufen mehr neue Jobs als im Jahr 2010. Aber es gibt auch Dinge, die sie stören.

Ford-Mitarbeiter arbeitet an einem Getriebe in einem Werk in Köln. ap

Ford-Mitarbeiter arbeitet an einem Getriebe in einem Werk in Köln.

DüsseldorfGeneral Electric fühlt sich wohl am Standort Deutschland. Schon heute beschäftigt der US-Technologiekonzern hierzulande etwa 7 000 Mitarbeiter. 56 Millionen Euro neue Investitionen kündigte Europachef Ferdinando Beccalli-Falco im September an, weitere 30 Millionen Euro sollen in den nächsten zwei Jahren in Forschung & Entwicklung fließen. „Die Symbiose zwischen Deutschland und GE funktioniert bestens“, heißt es im US-Konzern.

GE liegt damit im Trend. Fast jedes zweite US-Unternehmen erhöhte 2011 seine Investitionen hierzulande, nur sieben Prozent fuhren diese herunter. 44 Prozent der Firmen stockte die Zahl ihrer Mitarbeiter auf. Insgesamt liefen die Geschäfte für amerikanische Firmen hierzulande weiter rund: 73 Prozent steigerten den Umsatz, lediglich bei 17 Prozent ging er zurück.

Die 2200 US-Firmen in Deutschland erzielen 150 Milliarden Euro Umsatz

Das ergab eine Umfrage der US-Handelskammer in Deutschland (AmCham) und der Unternehmensberatung Roland Berger, die dem Handelsblatt vorab vorliegt. Teilgenommen haben bedeutende US-Unternehmen wie 3M, Coca-Cola, Dow Chemical, Microsoft, Procter & Gamble oder Motorola. Zusammen erwirtschafteten die Befragten einen Umsatz von 150 Milliarden Euro und beschäftigten etwa 350 000 Mitarbeiter. Insgesamt gibt es hierzulande etwa 2 200 US-Firmen.

Über zwei Drittel der US-Konzerne sind mit dem Standort zufrieden. Die Befragten loben das Krisenmanagement und sehen Deutschland wegen der unsicheren Zukunftsaussichten durch die Euro-Krise als „Fels in der Brandung“. Gefragt, was sie am Standort am meisten schätzen, nennen sie Stabilität, Sicherheit und Kontinuität zuerst. Klassische Standortfaktoren wie Fachkräfte, Marktgröße und Infrastruktur folgen erst danach.

Zugleich lassen die Risiken durch die Euro-Krise alle anderen Hemmnisse für Geschäfte in Deutschland in den Hintergrund rücken. Personalengpässe, zu viel Bürokratie oder gar die Lohnkosten fallen deutlich weniger negativ ins Gewicht als früher. „Deutschland bleibt das Zugpferd Europas“, betont Fred Irwin, Präsident der US-Handelskammer in Deutschland. „Doch wenn wir in die Zukunft blicken, sehen wir dort eine Reihe von Risiken, die auch für die Aktivitäten von US-Unternehmen in Deutschland relevant sind.“

Kommentare (1)

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Strange

03.04.2012, 12:08 Uhr

"...exzellente Anbindung der Wissenschaft an die Wirtschaft..."
wie soll man das in einem Land machen, in dem die Bürokratie fröhliche Urständ feiert und alles der "Rettung der europäischen Idee" untergeordnet wird? Das schlägt auch auf die finanzielle Seite i.e. Förderung durch. Kein chinesisches oder amerikanisches Forscherteam oder Unternehmen muss vorher auf Brüssel-Entscheidungen warten bevor es loslegen kann.

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