Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.09.2011

11:00 Uhr

McKinsey-Studie

Wie Autobauer an frisches Kapital kommen

VonTino Andresen

ExklusivDie Autoindustrie brummt derzeit. Doch die Autobauer stehen vor gewaltigen finanziellen Herausforderungen. Deshalb müssen sie den Zugang zu neuem Kapital sichern. Und da unterscheiden sich die Ausgangspositionen stark.

Produktion im Volkswagen-Stammwerk in Wolfsburg: Die deutschen Autobauer stehen am Kapitalmarkt gut da. dpa

Produktion im Volkswagen-Stammwerk in Wolfsburg: Die deutschen Autobauer stehen am Kapitalmarkt gut da.

DüsseldorfBMW, Daimler und Volkswagen haben beeindruckende Halbjahreszahlen vorgelegt. Und die ganze Branche wird in diesem Jahr mit einem geschätzten Gewinn von insgesamt fast 60 Milliarden Dollar wieder das Vorkrisenniveau erreichen.

Allerdings haben die deutschen Autobauer bei der Präsentation der Halbjahreszahlen auf eine nachlassende Dynamik in der zweiten Jahreshälfte und insbesondere 2012 vorbereitet. Auch die aktuellen Aktienkurse signalisieren, „dass die Anleger für die Zeit bis 2015 eine schwächere Entwicklung erwarten als in den Jahren 2010 und 2011. Es herrscht hohe Unsicherheit über die Stabilität der Wirtschaftslage, die für die stark konjunkturabhängige Branche sehr wichtig ist“, sagt Andreas Tschiesner, bei der Unternehmensberatung McKinsey Leiter der deutschen Autogeschäfts .

Auch die Ratingagentur Moody's hat ihren Ausblick für die Autobranche nach unten korrigiert, wie sie am Dienstag mitteilte. „Die schwächeren makroökonomischen Fundamentaldaten werden die weltweite Pkw-Nachfrage in den nächsten ein bis anderthalb Jahren ausbremsen und auch das Tempo bei den Ertragsteigerungen verlangsamen.“ Infolge dieser Schwäche erachtet Moody’s die grundlegenden Bonitätsaussichten für die Automobilhersteller weltweit eher als stabil denn als positiv.

Gleichzeitig steht die Branche vor großen Aufgaben, insbesondere durch die Veränderungen des Antriebsstrangs hin zur Elektromobilität oder auch den Aufbau notwendiger Produktionskapazitäten in den Schwellenländern: „Die kommenden zehn Jahre werden sehr kapitalintensiv“, sagt Tschiesner. Allein um die gesetzlich vorgeschriebenen Ziele beim Kohlendioxid-Ausstoß zu erreichen, müssen die deutschen Hersteller bis zum Jahr 2020 rund 115 Milliarden Euro investieren, schätzt McKinsey.

Weil es immer wichtiger wird, Investoren für sich zu gewinnen, um an frisches Geld zu kommen, hat die Unternehmensberatung in einer weltweiten Studie die Kapitalmarktstrategien der Autobauer untersucht. Dabei hat sie vier Typen von Unternehmen identifiziert, von denen zwei erfolgreich sind: skalenfokussierte Volumenstrategien von Herstellern mit einem Jahresabsatz von mindestens fünf Millionen Pkw und margenträchtige Nischenstrategien. Die deutschen Autobauer verkörpern diese Erfolgstypen – Volkswagen als Volumenhersteller, BMW und Daimler als Premiumhersteller.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

CoRo11

06.09.2011, 15:45 Uhr

Porters 5 Forces lässt grüßen;)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×