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23.01.2013

08:13 Uhr

Medienbericht

BMW will an Toyotas Brennstoffzellen-Technik

Erst Daimler und Nissan-Renault, nun BMW und Toyota - Deutschlands Luxushersteller verbünden sich beim Kampf um umweltfreundliche Antriebe mit Japans Trendsettern.

Das Toyota-Emblem. dapd

Das Toyota-Emblem.

TokioEinem Bericht der Wirtschaftszeitung Nikkei zufolge wird BMW künftig Brennstoffzellentechnik von Toyota in Lizenz beziehen. Laut der Zeitung soll die Kooperation am Donnerstag der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Toyotas Pressesprecher dementierten den Bericht nicht ausdrücklich. „Die Verhandlungen über die bereits veröffentlichten Kooperationspläne zwischen der BMW Gruppe und Toyota laufen glatt“, sagt Jiecheng Fang dem Handelsblatt. „Aber zu diesem Zeitpunkt können wir nicht über Fortschritte sprechen.“ Dies solle allerdings am Donnerstagabend geschehen, wenn die beiden Partner eine Pressekonferenz in Toyotas Heimat Nagoya abhalten.

Wenn der Deal zustande käme, wäre es ein doppeltes Novum: Nicht nur würde Toyota seine Zukunftstechnik mit einem anderen Autohersteller teilen. Für BMW wäre es eines der ersten Projekte der Technikpartnerschaft, die die beiden 2011 begonnen haben - und ein strategisch wichtiges obendrein. Denn BMW kann nun mit Hilfe der Japaner seinen Rückstand in einem der wichtigen Kandidaten für elektrische Antriebe aufholen.

Wasserstoff im Auto

Wasserstoff im Auto

Die Reichweite von Autos mit Brennstoffzelle ist deutlich größer als die der batteriegetriebenen Fahrzeuge. Ein Beispiel: Eine Mercedes-Benz B-Klasse mit Brennstoffzelle hat nach Unternehmensangaben eine Reichweite von 385 Kilometern, der Elektro-Smart mit Batterie kann bis zu 135 Kilometer zurücklegen.

Vorteile

Wasserstoff ist im Gegensatz zum Öl kein begrenzter Rohstoff. Es ist das am häufigsten vorkommende chemische Element. Größter Erzeuger ist die chemische Industrie, die Wasserstoff als Neben- oder Koppelprodukt herstellt. Allein damit könnten in Deutschland nach Angaben des Technologiekonzerns Linde 750.000 Fahrzeuge betrieben werden.

Das Prinzip

Das Prinzip ist einfach, die technische Umsetzung aber anspruchsvoll: Bei der energieaufwendigen Elektrolyse wird Wasser mit Hilfe von Elektrizität in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Wasserstoff ist ein flüchtiges und reaktionsfreudiges Gas, das nur unter hohem Druck oder extrem gekühlt gelagert werden kann.

Alternativen

In einer Brennstoffzelle erzeugen Wasserstoff und Sauerstoff an einer Membran in einer sogenannten kalten Verbrennung Elektrizität. Dabei entsteht auch Wärme. Das Abgas ist Wasserdampf. In einem Auto kann mit einer Brennstoffzelle ein Elektromotor angetrieben werden.

Umstrittene Erzeugung

Umstritten ist aber die Erzeugung des Wasserstoffs. Bislang wird der Energieträger zu 90 Prozent aus dem fossilen Rohstoff Erdgas hergestellt. Während aus dem Auspuff eines Brennstoffzellenautos nur Wasserdampf entweicht, wird bei der Herstellung des Wasserstoffs das klimaschädliche Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) freigesetzt. Wird Wasserstoff aber mit Hilfe von Strom aus Windenergie oder Photovoltaik gewonnen, ist die Klimabilanz deutlich besser.

Von

mkö

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