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18.03.2012

21:19 Uhr

Medienbericht

Bosch-Samsung-Partnerschaft könnte scheitern

Der Autozulieferer Bosch der und der koreanische Konzern Samsung arbeiten gemeinsam an Batterien für elektrische Auto-Antriebe. Laut Medienbericht kriselt es aber in der Partnerschaft. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Misstrauen zwischen Bosch und Samsung dpa

Misstrauen zwischen Bosch und Samsung

BerlinDer Autozulieferer Bosch schließt einer Zeitung zufolge ein Scheitern des Gemeinschaftsunternehmens mit Samsung zum Bau von Batterien nicht aus. „Wir sind permanent in Gesprächen, wie die Partner künftig zusammen arbeiten wollen“, sagte ein Bosch-Sprecher der „Financial Times Deutschland“ einem Vorabbericht zufolge. „Das Ergebnis ist offen.“

In Branchenkreise werde von Misstrauen seitens der Koreaner als Grund für das mögliche Ende von SB Limotive gesprochen, berichtete das Blatt. Zudem gebe es unterschiedliche Auffassungen über die künftige Ausrichtung der Firma.

Bosch hofft eigentlich auf lukrative Geschäfte mit Hochleistungs-Akkus außerhalb der Fahrzeugindustrie. Für die Erforschung und die Fertigung leistungsfähigerer Lithium-Ionen-Batterien werde mit dem Bau einer Pilotanlage in Eisenach begonnen, teilte Bosch im vergangenen Sommer mit. Nach der Erprobung peilt der Konzern bis 2015 eine Jahresproduktion von mehr als 200.000 Batteriezellen an. Die Akkus können beispielsweise als Energiespeicher für Navigationsgeräte und Antriebe auf Jachten und Schiffen eingesetzt werden.

Bosch will die Leistungsfähigkeit der Akkus gemeinsam mit BASF und der ThyssenKrupp-Tochter System Engineering deutlich steigern. „Wir wollen bei der Zellkonstruktion Kompetenz aufbauen“, sagte damals ein Bosch-Sprecher. Bisher sind bei dem rund 285.000 Mitarbeiter zählenden Bosch-Konzern nur gut 20 Mitarbeiter mit der Batterieentwicklung außerhalb der Autoindustrie beschäftigt. Schrittweise sei ein Aufbau auf 80 Stellen geplant.

Die Entwicklung von Energiespeichern mit Lithium-Ionen-Technik für elektrische Auto-Antriebe wollte Bosch gemeinsam mit dem koreanischen Partner Samsung vorantreiben. Mit der Zellen-Produktion sind in Fernost rund 700 Mitarbeiter beschäftigt.

Von

rtr

Kommentare (2)

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hanji

19.03.2012, 14:51 Uhr

Verwunderlich, dass auch Bosch nach so vielen warnenden Vorgeschichten optimistisch war. Europäischen Firmen ist es noch nie gelungen, mit dem Elektronik-Riesen Samsung eine vernünftige Kooperation aufzubauen. Auch in ihrer Heimat selbst gilt die Firma als arrogant, aggressiv und kompromissunwillig. Bei diesem kulturellen Muster passt der Joint Venture Gedanke überhaupt nicht. Das gilt wohlgemerkt nur für Samsung Electronics. Die selbständigen Sparten PKW, Petrochemie oder Einzelhandel von Samsung Group kooperieren duchaus erfolgreich mit Europäern.

Efried

20.05.2012, 16:25 Uhr

Lustig dass hier genau das passiert was ansonsten den Chinesen vorgeworfen wird. Ein technologischer Rückstand wird durch Joint Ventures kachiert und der Lerneffekt für eigene Entwicklungen genutzt. Es ist aber die Frage ob BASF wirklich kurzfristig eine bessere Kathodenlösung bringen wird oder ob die immensen Humanressourcen in China zu einem technologischen Vorsprung führen.

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