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16.09.2013

13:41 Uhr

Medienbericht

Chrysler-Börsengang rückt näher

Der Autohersteller Chrysler steht kurz vor einem Börsengang. Die dafür nötigen Unterlagen will der Konzern noch in dieser Woche einreichen. Der Plan könnte jedoch einen Milliarden-Deal verhindern.

Bick ins Chrysler-Werk in Detroit, USA. Der Börsengang des amerikanischen Autoherstellers rückt näher. ap

Bick ins Chrysler-Werk in Detroit, USA. Der Börsengang des amerikanischen Autoherstellers rückt näher.

MailandFiat-Chef Sergio Marchionne gibt beim Börsengang der US-Tochter Chrysler Gas. Noch in dieser Woche könnte der Antrag bei den zuständigen Behörden eingereicht werden, sagte er der „Financial Times“ vom Montag. Der schnelle Weg an die Börse ist dabei für Marchionne vor allem Mittel zum Zweck im Übernahmepoker um noch nicht zu Fiat gehörende Chrysler-Anteile. Denn der italienische Konzern streitet sich mit dem gewerkschaftsnahen Pensionsfonds Veba - dem verkaufswilligen Minderheitsaktionär - um den Wert seiner Chrysler-Anteile.

Der Konzernumbau wird nach Marchionnes eigenen Worten durch einen Börsengang verzögert. Der Manager betonte aber zugleich: „Wir müssen diesen Weg gehen, um den Wert des Unternehmens zu bestimmen“. Veba habe deutlich gemacht, nicht langfristig an seinen Chrysler-Anteilen festhalten zu wollen. Vielmehr wolle Veba seine Beteiligung versilbern. „Wir müssen also einen Weg finden, der keine nach meiner Einschätzung außergewöhnlichen und hohen Erwartungen an den Wert aufkommen lässt.“ Marchionne hält die Preisvorstellungen des Fonds für überzogen.

Die größten Autobauer der Welt

Platz 10

Suzuki - 2,69 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Auch wenn der Absatz der Japaner stagniert treibt auch hier der Yen-Wechselkurs die Gewinne nach oben. Der Gewinn legt um satte 50 Prozent zu.

Platz 9

PSA Peugeot Citroën- 2,82 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Franzosen stecken weiter tief in der Krise und haben im Jahr 2013 rund fünf Prozent weniger Autos verkauft. Mit frischem Geld aus China soll es dieses Jahr wieder aufwärts gehen.

Platz 8

Honda - 4,28 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Kaum ein Autokonzern weltweit hat bei den Verkäufen so stark zugelegt wie die Japaner. Unterm Strich steht ein Plus von satten 12 Prozent.

Platz 7

Fiat/Chrysler - 4,42 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Fusion soll dem italienisch-amerikanischen Duo neuen Schwung verleihen. Für Gewinne sind im Markenreicht von Fiat, zu dem auch Maserati, Alfa Romeo und Jeep zählen, vor allem die Amerikaner zuständig.

Platz 6

Nissan- 5,1 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In Deutschland erfreut sich vor allem der SUV Qashqai enormer Beliebtheit, aber auch weltweit läuft es rund für Japaner. Unter Strich steht ein Absatzplus von etwa drei Prozent.

Platz 5

Ford- 6,33 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner haben nicht nur eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte hinter sich, sondern mit dem Focus erneut das meistverkaufte Auto der Welt in ihren Reihen. Für das Treppchen reicht das allerdings nicht.

Platz 4

Hyundai/Kia- 7,61 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Das rasante Wachstum der vergangenen Jahre ist etwas abgekühlt, doch die Koreaner legen weiterhin stetig zu. Das Duo landet trotz starker Heimatwährung beim Absatz im Plus.

Platz 3

Toyota- 9,03 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Gewinn hängt Toyota die Konkurrenz um die Weltmarktspitze locker ab, doch beim Absatz reicht es nur für Bronze. Vor allem weil der Absatz im Vergleich zum Vorjahr nur stagniert.

Platz 2

Volkswagen- 9,51 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der VW-Konzern kommt beim Absatz auf den zweiten Platz. Mit allen zwölf Konzernmarken, darunter auch Audi und Porsche, erwirtschaften die Wolfsburger ein Absatzplus von vier Prozent.

Platz 1

General Motors - 9,71 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Absatz behaupten die Amerikaner im Dreikampf mit Toyota und Volkswagen die Krone. Ob sich der Titel angesichts der aktuellen Rückrufprobleme verteidigen lassen wird?

Quelle

Ernst&Young-Studie „Die größten Automobilhersteller weltweit“, Gesamtjahr 2013

Fiat war 2009 nach der Insolvenz von Chrysler bei dem Detroiter Traditionsunternehmen eingestiegen und hatte seine Beteiligung anschließend auf mittlerweile 58,5 Prozent aufgestockt. Veba hält die restlichen 41,5 Prozent. Durch die Übernahme von Veba-Anteilen will Marchionne Fiat und Chrysler ganz fusionieren und so den siebtgrößten Autohersteller der Welt schmieden.

Doch im Poker um einen angemessenen Preis sah Marchionne in der vergangenen Woche keine Chance auf eine Einigung. Zahlt Fiat nicht den geforderten Betrag, der nach Insider-Informationen bei mehr als fünf Milliarden Dollar liegen dürfte, will Veba einen Teil der eigenen Beteiligung an die Börse bringen.

Am Mailänder Aktienmarkt sorgte das Gezerre für Unmut unter Fiat-Anlegern. Die Verzögerung der geplanten Fusion lastete auf dem Fiat-Kurs, der am Montag bis zu 1,4 Prozent nachgab.

Von

rtr

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