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25.07.2013

21:06 Uhr

Medienbericht

EADS krempelt sich um

Über eine Namensänderung wurde schon spekuliert, nun baut der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS offenbar auch seine Struktur um. Insidern zufolge will der Konzern Geschäftszweige an bestimmten Standorten bündeln.

Umbau bei EADS: Am Standort in München soll unter anderem die Rüstungssparte angesiedelt werden. dpa

Umbau bei EADS: Am Standort in München soll unter anderem die Rüstungssparte angesiedelt werden.

ParisDer europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS gibt sich Insidern zufolge neben einem neuen Namen auch eine neue Struktur. Das Geschäft mit Wehrtechnik und der Raumfahrt werde an einem Standort in München gebündelt, sagten drei mit den Plänen vertraute Personen am Donnerstag. Darin fänden sich künftig die bisherigen Sparten Airbus Military, das Eurofighter-Segment Cassidian und das übrige Rüstungsgeschäft wieder. Das zivile Airbus-Geschäft bleibe in Toulouse, die Helikopter-Tochter unter neuem Namen ebenfalls in Frankreich. Auch die Zeitung „Financial Times“ berichtete über einen geplanten Umbau.

Der Mutterkonzern soll sich demnach in Airbus umbenennen. Das Flugzeuggeschäft firmiert bisher unter dem Namen Airbus, der international deutlich bekannter ist als EADS. Die Sparte trägt zwei Drittel zum EADS-Umsatz bei wächst rasant.

Abgesehen von Airbus haben sich die anderen Unternehmensteile zuletzt aber eher durchwachsen entwickelt. Der Umsatz der Rüstungssparte stagnierte zwar noch im ersten Quartal, allerdings sind hier die Neubestellungen ebenso rückläufig wie bei der Hubschraubersparte Eurocopter und dem Raumfahrtableger Astrium.

Die Chronologie des Euro-Hawk-Projekts

2001

Die rot-grüne Koalition bringt die Entwicklung einer Aufklärungsdrohne auf den Weg, die in über 20 Kilometern Höhe fliegen kann. Das unbemannte Flugzeug selbst soll vom US-Konzern Northrop Grumman gestellt werden, die Aufklärungstechnik soll von EADS kommen.

Oktober 2003

Erstmals finden in Deutschland Tests mit einer „Global Hawk“ statt. Aus dem US-Modell soll später die „Euro Hawk“ entstehen.

Januar 2007

Das Verteidigungsministerium unterzeichnet mit EADS und Northrop Grumman einen Vertrag über Entwicklung und Bau der Drohne. Der Auftrag hat nach Firmenangaben einen Wert von 430 Millionen Euro.

Juli 2011

Ein Prototyp absolviert einen mehr als 20-stündigen und nach offiziellen Angaben erfolgreichen Testflug von Kalifornien zu einem Luftwaffenstützpunkt im bayerischen Manching.

Oktober 2011

„Euro Hawk“ wird der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ende 2011

Das Verteidigungsministerium stellt nach eigenen Angaben fest, dass eine Zulassung von „Euro Hawk“ nur mit erheblichem Mehraufwand möglich ist. Parlament und Öffentlichkeit werden aber zunächst nicht darüber informiert.

Januar 2013

Die „Super-Drohne“ ist sechs Stunden lang auf einem ersten Testflug über Deutschland unterwegs - auch dieser wird als erfolgreich gewertet. Start- und Landepunkt ist erneut Manching in Bayern.

Mai 2013

Das Verteidigungsministerium zieht wegen massiver Probleme bei der Zulassung für den europäischen Luftraum die Reißleine. Für 120 Komponenten fehlen die Konstruktionsdokumente. Allein für eine Musterzulassung müssten weitere 600 Millionen Euro investiert werden. Die Aufklärungstechnik soll aber weiter genutzt werden.

Eine abschließende Entscheidung sei noch nicht gefallen, hieß weiter in den Kreisen. Womöglich verkünde EADS aber einen Beschluss mit seinen Halbjahreszahlen am kommenden Mittwoch. Ein EADS-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern.

Anlass für die Überprüfung der Konzernstrategie war das Scheitern der geplanten milliardenschweren Fusion mit dem britischen Rüstungs- und Luftfahrtkonzern BAE. Die EADS-Aktie ging am Donnerstag mit einem Plus von 2,6 Prozent auf 43,45 Euro aus dem Handel.

Von

rtr

Kommentare (7)

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Geugelin

25.07.2013, 19:12 Uhr

Im naechsten Schritt wird dann der Militär teil an einen Finanzinvestor verkauft und Airbus ist aus Sicht der Franzosen endlich die laestigen Deutschen los
Clever gemacht Herr Enders

RoadRunner

25.07.2013, 21:49 Uhr

Frankreich sieht Airbus sowieso als nationales Eigentum an.
Deutschland wird nur nur als Partner zur Forschung & Entwicklung gebraucht.
Das Management ist und bleibt unter franzoesischer Kontrolle.
Enders hat auch nur den Job weil er der Speichellecker der Franzosen ist.

Felix

25.07.2013, 22:41 Uhr

Naja eher zum Zusammenbau, Entwicklung findet in Deutschland bei Airbus quasi garnicht mehr statt, das bisschen was da in Deutschland noch entwickelt wird, läuft bei Tochterfirmen und Zuliefern. Die Entwicklung von Airbus selber findet zu 95% in Toulouse statt.

EADS Innovation Works sei hier noch positiv zu erwähnen, welches zwei große Standorte in Deutschland hat (Hamburg und München). Da findet wirklich noch Forschung in Deutschland unter der Flagge von EADS statt, bei Airbus selber ist Deutschland nur noch Mittel zum Zweck

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