Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.02.2012

01:51 Uhr

Medienbericht

Eon beklagt Mangel an Stromnetz-Anschlüssen

Eon bereitet Großprojekte vor, aber der Mangel an Stromnetz-Anschlüssen sei katastrophal. Die Offshore-Windkraft könnte in Deutschland zum Erliegen kommen, befürchtet der Chef der Sparte „Climate & Renewables bei Eon.

Eon warnt vor Windkraft-Baustopp dpa

Eon warnt vor Windkraft-Baustopp

BerlinDer Energiekonzern Eon warnt wegen fehlender Stromnetz-Anschlüsse vor einem Baustopp für Offshore-Windkraftanlagen ab 2015. „Die Situation ist katastrophal“, sagte Mike Winkel, Chef der Sparte „Climate & Renewables“, der „Berliner Zeitung“. Der erste große deutsche Offshore-Windpark von Eon, Amrumbank West, werde vom zuständigen Stromnetzbetreiber Tennet nach derzeitigen Stand erst in drei Jahren mit rund 15 Monaten Verspätung angeschlossen.

Nach Abschluss der laufenden Projekte befürchtet Eon, dass Offshore-Windkraft in Deutschland vollständig zum Erliegen kommt. „Für die Zeit nach 2015 bin ich pessimistisch, wenn sich nichts ändert“, sagte Winkel. „Niemand wird weiter investieren, wenn der Netzanschluss so unsicher ist wie derzeit.“

Nach Amrumbank habe Eon eigentlich zwei weitere Großprojekte in Planung, Delta Nordsee und Arkonabecken in der Ostsee. „Wir untersuchen gerade den Meeresboden, um dann zu entscheiden, was wir nach Amrumbank machen. Aber angesichts des unsicheren Netzanschlusses können wir derzeit keine Investitionsentscheidung treffen.“

Die Netzbetreiber hätten sich selbst über- und die Probleme unterschätzt, sagte Winkel der Zeitung. Zudem hätten sie nicht ausreichend finanzielle Anreize. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, zehn Gigawatt Offshore-Kapazität bis 2020 zu erreichen.

Von

dpa

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

winter

14.02.2012, 06:02 Uhr

Das ist gelinde gesagt eine Unverschämtheit, was Winkel hier sich zusammenlügt. E.On hat seit 8 Jahren und mehr diese 3 Offshore Großprojekte und fängt jetzt an, baureife Planungen zu machen, d.h. 7 Jahre nichts anderes gemacht, als auf Kernenergie gepokert.

Der einzige, der sich permanent überschätzt ist E.ON selbst...

Account gelöscht!

14.02.2012, 08:10 Uhr

Das sehe ich ganz anders. Die Politik hat die Energieversorger jahrelang bedrängt ihre Netze zu veräußern, bis diese die Nase voll hatten, und verkauft haben. Solange die Versorger für die Netze zuständig waren gab es in Deutschland keine Probleme mit fehlenden Anschlüssen und Kapazitätsengpässen.
Das Problem liegt einzig und allein bei unseren unfähigen Politikern. Punkt 1 ist hier die Übernachtentscheidung unserer Diplom-Atomphysikerin Merkel in unserem hochindustriealisierten Land auf sichere Energiequellen zu verzichten. Wahrscheinlich hatte in ihrem Gehirn ein Tsunami getobt und sie weiß nicht wo Japan liegt. Punkt 2 ist das völlige Versagen von unserem dauergrinsenden Umweltminister Röttgen. Außer der ständigen Wiederholung der Worte "die Energiewende ist schwierig, aber wir schaffen das", natürlich begleitet von seinem Grinsen, haben wir von ihm noch nichts gehört. Kein Konzept, mal ganz davon abgesehen daß die meisten Politiker gar nicht wissen, was ein Konzept ist. Bei einem solchen Projekt ist es unbedingt erforderlich, daß vorher genaue Pläne ausgearbeitet werden, z.B. auch die Leitungskapazität und die Leitungsführung betreffend. Es reicht nicht, ein ganzes Land in Unsicherheit zu stürzen, nur weil an oberster Stelle jemand Albträume hat. Interessant war in diesem Zusammenhang die Auskunft des ENBW-Chefs, daß die Fehlbesetzung Röttgen in dieser Angelegenheit noch nicht einmal mit den Versorgern gesprochen hat, obwohl diese schon mehrfach darum gebeten haben. Unsere Kanzlerin sonnt sich währenddessen in ihrer Machtfülle, verteilt unser Geld an reformunwillige oder reformunfähige Staaten und kommt nicht mal auf die Idee ihren zuständigen Vasallen aufzufordern, nun endlich in die "Puschen" zu kommen. Das Ganze ist ein weiterer Beleg für die Befürchtung "Deutschland schafft sich ab"

KFR

14.02.2012, 09:00 Uhr

Ja wo sind sie denn hin ?? all die Milliarden für Strecken, Anschlüsse, Forschung in bessere Speicher und Nulleiter ?
weg ?
alles nur dem Wirtschaftskreislauf entzogen und an Vetter Klemm&Raff verteilt ??

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×