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25.03.2012

18:57 Uhr

Medienbericht

GM will in Billigländern produzieren

Laut einem Strategiepapier sieht General Motors die Zukunft in billiger Produktion und weniger Modellen. Fabriken in Ländern wie China und Brasilien sollen mehr Autos bauen, die Zahl der Plattformen werde halbiert.

Die Lenker in der GM-Zentrale in Detroit wollen weiter sparen. AFP

Die Lenker in der GM-Zentrale in Detroit wollen weiter sparen.

Hamburg/FrankfurtDer US-Autobauer General Motors (GM) erwägt laut einem Bericht des „Spiegel“ nicht nur die Schließung der Werke in Bochum und im britischen Ellesmere Port, sondern will seine Autos künftig verstärkt in Ländern mit günstigen Produktionsbedingungen bauen. Einem GM-Strategiepapier zufolge sollen die Kapazitäten in Polen, Russland, China, Indien, Mexiko und Brasilien ausgebaut werden, heißt es.
So solle die Produktionskapazität im polnischen Gliwice, wo der Astra montiert werde, um 25 Prozent erhöht werden. Gleichzeitig solle die Fertigung des Opel Zafira in Bochum spätestens im Jahr 2015 geschlossen werden, erläutert das Strategiepapier „Global Assembly Footprint“. Ein GM-Sprecher sagte heute lediglich, es gebe keine Entscheidung zur Ansiedlung neuer Opel-Kapazitäten. Ein Opel-Sprecher gab keinen Kommentar ab. Der europäische Markt soll demnach zunehmend mit Autos aus Fabriken in „Niedrig-Kosten-Ländern“ bedient werden. So sollen bis 2016 zusätzlich 300.000 Fahrzeuge aus Werken in Mexiko, Korea und China nach Europa exportiert werden.

Dem Bericht zufolge will der US-Konzern gleichzeitig seine Modellpalette weltweit reduzieren. So sehe das Strategiepapier vor, die Zahl der Fahrzeugplattformen bis 2018 von derzeit 30 auf weniger als die Hälfte zu verringern. Modelle, die speziell für einen Markt wie Europa entwickelt werden, soll es demnach kaum noch geben.
Opel-Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke hatte in der „Bild“ vom Samstag Berichte über unmittelbar bevorstehende Werksschließungen in Europa zurückgewiesen. „Wir haben eine klare Standortsicherung bis Ende 2014 und die gilt“, sagte der Opel-Chef der Zeitung. Bei einer Aufsichtsratssitzung am kommenden Mittwoch stehe „keine Entscheidung zu Werkschließungen auf der Tagesordnung“.

Die Betriebsräte von Opel betonen derweil, dass sie sich nicht gegeneinander ausspielen lassen würden. „Wir werden mit Ihnen keine Verhandlungen auf lokaler Ebene führen“, zitierte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
vorab aus einem Brief der Mitglieder des Opel-Europa-Betriebsrats an den Opel-Vorstandsvorsitzenden Karl-Friedrich Stracke.

Die Betriebsräte vertreten die 40.000 Beschäftigten in zwölf Opel- und GM-Werken in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Polen, Spanien und Ungarn und reagieren dem Blatt zufolge auf eine Forderungsliste von Opel-Produktionschef Peter Thom. Dieser hatte flexiblere Arbeitszeiten sowie den Verzicht auf Wochenendzuschläge und Tariferhöhungen gefordert. Werke, deren Belegschaften sich den Forderungen nicht beugen, müssten damit rechnen, bei der Zuteilung der künftigen Produktion neuer Automodelle nicht berücksichtigt zu werden.

Kommentare (5)

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KIA

25.03.2012, 15:36 Uhr

Wer sich einen Opel kauft, ist selbst schuld!

Nachwuchs

25.03.2012, 18:38 Uhr

Das sind die neuen Manager! Produzieren lassen von Sklaven zum Nulltarif und verkaufen zu Millionärspreisen und den normalen Kunden abzocken über die Schmerzgrenze hinaus. Alles nur für Boni und zur Belohnung der eigenen, vorsätzlichen (Rückruckaktionen) Fehler. Warum werden diese Personen nicht vor dem internationalen Gerichtshof gestellt und verurteilt (Gefängnis und Vermögenseinzug )wegen erwiesener Menschenverachtung?

Henry-Ford-rueckwaerts

25.03.2012, 19:02 Uhr

Die, die als Billig-Arbeiter die Güter produzieren, können sich diese nicht leisten. Und den (Noch-) Käufern wird die Arbeit entzogen - am Ende sind auch sie zu arm...
So wird die einst erfolgreiche Marktwirtschaft auf den Kopf gestellt.

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