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27.09.2012

22:32 Uhr

Medienbericht

Hollande-Merkel-Pakt zu EADS

Deutschland und Frankreich wollen in einem fusionierten Rüstungskonzern aus EADS und BAE mehr mitreden als bislang vermutet. Beide Länder prüfen, ob sie sich eine gemeinsame Sperrminorität sichern können.

Ein Firmenschild, das wichtige Tochterunternehmen des Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns EADS auflistet. Reuters

Ein Firmenschild, das wichtige Tochterunternehmen des Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns EADS auflistet.

Hamburg/StuttgartDas Tauziehen um die Beteiligungsverhältnisse bei dem durch eine mögliche Fusion von EADS und BAE Systems entstehenden weltgrößten Luftfahrt- und Rüstungskonzern hält an. Wie die „Financial Times Deutschland“ vorab unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, will Frankreichs Staatspräsident François Hollande mit der deutschen Regierung eine Sperrminorität im geplanten EADS-BAE Systems-Konzern aufbauen.

Mit einem Kapitalanteil von zusammen über 25 Prozent hätten beide Staaten dann selbst in dem von EADS-Chef Thomas Enders geforderten privatisierten Großkonzern eine Blockademöglichkeit, schreibt das Blatt. Der Vorschlag stößt demnach bei den Briten aber auf strikte Ablehnung. Zudem sei offen, ob die Idee in Deutschland überhaupt Unterstützung finde.

Hinter der Idee von Hollande steht dem Bericht zufolge die Überlegung, durch die Aktienstimmen eine Drohposition gegenüber dem Vorstand aufzubauen. Nach dem bisher diskutierten Modell sollen die Regierungen nur eine goldene Aktie zur Abwehr einer feindlichen Übernahme von EADS-BAE Systems erhalten. Ein Mitspracherecht im Unternehmen selbst sei nicht vorgesehen. Damit es soweit kommt, müssten zunächst Medienunternehmer Arnaud Lagardère und Daimler ihre Anteile in staatliche Hände geben. Durch den Zusammenschluss würde ein Rüstungsgigant mit mehr als 220.000 Mitarbeitern und über 70 Milliarden Euro Umsatz entstehen.

Ein EADS-Sprecher wollte sich gegenüber der Zeitung nicht zu den angeblichen Plänen äußern. „Der Ball ist im Feld der Regierungen. Wir warten jetzt auf deren Vorstellungen. Dann werden wir entscheiden, ob die Vorstellungen der Regierungen eine unternehmerisch sinnvolle Fusion erlauben oder nicht“, wird er von der Zeitung zitiert.

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Ungeachtet dessen geht EADS-Vorstandsvorsitzender Thomas Enders weiter davon aus, die Vereinigung der beiden Konzerne wie vorgesehen bis zum 10. Oktober unter Dach und Fach zu bringen. Es gebe derzeit keine Überlegungen, eine Fristverlängerung für die Fusion zu beantragen, sagte Enders am Donnerstag dem „Wall Street Journal Deutschland“.

„Ich sehe hier und heute überhaupt keinen Grund anzunehmen, dass die ausstehenden Fragen nicht bis zum 10. Oktober geklärt werden können“, fügte Enders hinzu. Erst Mitte der Woche hatte er im Wirtschaftsausschuss des Bundestags für die Fusion der beiden Rüstungskonzerne geworben.

Bei SPD und Grünen, aber auch in der Bundesregierung, formiert sich dagegen Widerstand gegen die Fusionspläne. Der Koordinator für Luft- und Raumfahrt, Peter Hintze (CDU), soll andere Bundestagsabgeordnete gegen den Deal in Stellung gebracht haben.

Indes zeigte sich der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Joachim Pfeiffer, offen für eine dauerhafte Beteiligung der Bundesrepublik am neuen Rüstungskonzern. Dies könne etwa durch eine Übertragung der derzeit noch im Besitz von Daimler befindlichen EADS-Anteile auf die staatliche Förderbank KfW geschehen.

„Das ist eine Option die geprüft wird“, sagte Pfeiffer der „Stuttgarter Zeitung“ (Freitagausgabe) laut Vorabbericht. Im Gegensatz zu den Briten seien die Franzosen offen für eine solche Staatsbeteiligung. Es spreche daher „einiges dafür, mit den Franzosen auf Augenhöhe im Unternehmen zu agieren“, sagte Pfeiffer dem Blatt.

Von

dapd

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

27.09.2012, 23:20 Uhr

England hat der EU bislang immer Probleme bereitet und sieht sich selbst eher mit den USA verbündet als mit Europa. Warum sollte ein gemeinsamer Rüstungskonzern funktionieren? Eher ist zu erwarten, daß dieses Sahnestück aus Euroipa herausgelöst und den USA in die Hände gespielt werden soll. Die Aussage, im Rahmen des Zusammenschlusses müsse in den USA eine EADS/Bea-Tochter unter amerikanischem Management eingerichtet werden, um die militärischen Interessen der USA nicht zu gefährden....spricht ja wohl Bände.

Der engagierte Bilderberger Enders wird zu Recht von Frankreich gestoppt. Ein solcher Deal schwächt Europa und behindert jede zukünftige Entwicklung mit Osteuropa. Allein das ist das Ziel.

Account gelöscht!

28.09.2012, 13:03 Uhr

Bietchekoopen hat recht.
Beispiele:
-Ausbootung von EADS aus dem gewonnenen Auftrag für Tankflugzeuge durch die USA zugunsten von Boing.
-Klageverfahren Boing gegen EADS wegen verbotener Staatssubvention.
Tom Enders scheint viel zu blauäugig. Ersollte als Vorstandsvorsitzender zurücktreten oder abgelöst werden.

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