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06.01.2012

06:07 Uhr

Medienbericht

Japan prüft Verstaatlichung von Kernkraftwerken

Nach der Katastrophe im Fukushima-Reaktor steht der Betreiber Tepco massiv in der Kritik. Laut einem Medienbericht überlegt jetzt die japanische Regierung, sämtliche Kernkraftwerke des Landes zu verstaatlichen.

Das schwer beschädigte japanische Atomkraftwerk Fukushima. dapd

Das schwer beschädigte japanische Atomkraftwerk Fukushima.

TokioDie japanische Regierung erwägt einer Zeitung zufolge, die Kontrolle über die Kernkraftwerke des Landes zu übernehmen. Es müsse eine Situation vermieden werden, in der „private Unternehmen die Kernkraft-Anlagen besitzen und nur die Vorzüge genießen“, während der Staat nach Atomunfällen für die Entschädigungen und die Dekontamination aufkomme, sagte Handelsminister Yukio Edano dem Blatt „Yomiuri“.

Die Regierung müsse entscheiden, ob die Unternehmen große Summen für Versicherungen ausgeben oder auch die Vorzüge dem Staat überlassen sollten, hieß es in der Freitagausgabe.

Die Reaktoren des Kraftwerks waren nach dem Tsunami im März außer Kontrolle geraten. In mindestens einem kam es zu einer Kernschmelze. Tepco sieht sich mit hohen Entschädigungszahlungen und Kosten für die Dekontaminierung verstrahlter Gebiete konfrontiert. Nach der Katastrophe im Reaktor steht der Betreiber Tepco massiv in der Kritik. Diskutiert wird eine Verstaatlichung des Konzerns. Im Frühling soll im Handelsministerium eine Debatte über die künftige Atompolitik Japans vorangetrieben werden.

Ende Dezember hatte das Blatt berichtet, die japanische Regierung plane die Übernahme von mehr als zwei Dritteln der Anteile des Energieunternehmens Tokyo Electric Power. Das würde faktisch eine Verstaatlichung des Betreibers des Kernkraftwerkes Fukushima bedeuten. Die Zeitung „Yomiuri“ berichtete, der Staat wolle eine Billion Yen (12,7 Milliarden Dollar) in das Unternehmen einbringen.

Von

rtr

Kommentare (4)

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winter

06.01.2012, 06:41 Uhr

Kernenergie ist nicht bezahlbar, irgendwo hab ich das schon mal gelesen...

Vandale

06.01.2012, 11:07 Uhr

Aus Japan hört man sehr unterschiedliche Nachrichten. Wenn man den Deutschsprachigen Medien folgt hat dort mit dem zum Glück zurückgetretenen Ministerpräsidenten Khan ein ähnlicher Amoklauf in Sachen Kernenergie wie in Deutschland stattgefunden. Man kann hoffen, dass die hierzulande veröffentlichten Informationen sehr selektiv sind.

Der Reaktorunfälle werden das Land gem. der jap. Regierung 64 Mrd. $ kosten. Die Kernreaktoren der Fa. Tepco sind teils aufgrund willkürlicher politischer Entscheidungen ausser Betrieb, bzw. zerstört. Insofern hat die Fa. keine Chance diese Kosten zu tragen.

Die Radioaktivität liegt bereits seit einiger Zeit in grossen Teilen der Evakuierungszone unterhalb von Werten die man auch in Deutschland findet. Die IAEA hat Japan empfohlen die Dekontamination nicht zu übertreiben als hierdurch teilweise lediglich sinnlose Kosten verursacht werden.
Wenn man den Betrag von 64Mrd. $ plus 2 Mrd. $ für Harrisburg addiert und durch die ca. 12000 Betriebsjahre dividiert die Kernkraftwerke in der OECD Strom erzeugt haben, ergibt sich ein jährliches Schadenspotential von ca. 6 Mio $/kommerziellen Kernreaktor, entsprechend dem Umsatz von 1 1/2 Tagen.
Es ist korrekt dass derartige Grossschäden wie auch bei Staudämmen und anderen Infrastruktureinrichtungen nur sehr schwer versicherbar sind. Die Versicherungen müssten ein erhebliches Eigenkapital unterlegen und starke Ergebnisschwankungen werden von den Aktionären nicht geschätzt.
Für die Gesellschaften ist es am sinnvollsten wenn der "Staat" der auch von diesen Unternehmen Milliarden Steuereinnahmen erhält das Risiko absichert.

Vandale

Account gelöscht!

06.01.2012, 19:38 Uhr

Man kann selbst einen Super GAU schönrechnen. Aber, wenn meine Familie, meine Freunde, mein Leben und meine Geschichte in der 30 km-Zone stattgefunden hätten, wäre nicht die Summe der Schöden über die Betriebsstunden, sondern wie von Mastercard so treffend formuliert, das Label "Priceless" entscheidend.
Ich bin eigentlich kein Atomkraftgegner gewesen, aber selbst ich sehe ein, dass ein Restrisiko, dass z.B. zu einer Evakuierung von Frankfurt (AKW Biblis) führen könnte, den Aufwand für Erneuerbare Energie und alle Energieeinsparungen wert sind.
Die "Kaltabschaltung" ( http://www.aktuelle-schlagzeilen.de/japanische-regierung-meldet-die-atomruine-fukushima-unter-kontrolle/) und endgültige Beseitigung über weitere 30 Jahre sind ein hoher Preis für vermeintlich günstige Energie...

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