Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.06.2012

08:39 Uhr

Medienbericht

Merck erwägt weitere Auslagerung

Serviceeinheiten wie Werkschutz, Kantine, Logistik und Teile der Technik stehen beim Chemiekonzern Merck auf dem Prüfstand. Um Geld zu sparen könnten solche Bereiche ausgelagert werden. Daraus macht Merck kein Hehl.

Ein Mitarbeiter des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA geht über eine Fußgängerbrücke auf dem Gelände des Unternehmens in Darmstadt. dpa

Ein Mitarbeiter des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA geht über eine Fußgängerbrücke auf dem Gelände des Unternehmens in Darmstadt.

DüsseldorfDer Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck wird im Rahmen seines Sparprogramms möglicherweise auch Servicebereiche auslagern. „Seit April gibt es das Program Office Outsourcing“, zitierte am Donnerstag die „Financial Times Deutschland“ Personalvorstand Kai Beckmann aus der Mitarbeiterzeitung. „Es prüft die Vor- und Nachteile einer Outsourcing-Alternative für bestimmte produktionsunterstützende Einheiten in Deutschland.“ Um welche es geht, ließ der Konzern offen. Betriebsratschef Heiner Wilhelm sagte der Zeitung, es gehe um Serviceeinheiten wie Werkschutz, Kantine, Logistik und Teile der Technik.

Merck-Chef Karl-Ludwig Kley hat für den Traditionskonzern ein umfassendes Sparprogramm in allen Weltregionen eingeleitet. Derzeit wird Land für Land mit dem Management und Arbeitnehmervertretern über die Einschnitte vor Ort verhandelt. Allein in der Pharmasparte Merck Serono sollen ab 2014 pro Jahr 300 Millionen Euro eingespart werden. Etwa 500 der 1250 Arbeitsplätze in der Genfer Serono-Zentrale werden abgebaut, weiter 750 Stellen an andere Standorte verlagert. Ende Mai wurde zudem bekannt, dass Merck rund 200 Verwaltungsstellen von der Firmenzentrale in Darmstadt nach Osteuropa verlagern will. Dabei geht es um Stellen in der Buchhaltung und in der Finanzdienstleistung, die zur Einheit Merck Shared Services Europa (MSSE) gehören.

Der Betriebsrat will nun schnell Verhandlungen über einen Interessenausgleich zu einem Ergebnis bringen. „Nach dem Sommer verschärfen wir die Gangart. Dann könnten wir zum Beispiel Vereinbarungen kündigen, die wir im Rahmen einer guten Zusammenarbeit geschlossen haben“, sagte Betriebsratschef Wilhelm. Als Beispiel nannte er die Gleitzeitregelung.

Wie viele andere Pharmakonzerne kämpft Merck mit den staatlichen Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem und mit einem mageren Nachschub an neuen Medikamenten. Dazu kommt, dass asiatische Hersteller für zunehmende Konkurrenz im lukrativen Flüssigkristallgeschäft sorgen. Die Sparte hatte im Vorjahr noch Traum-Renditen abgeworfen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×