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12.05.2012

17:06 Uhr

Medienbericht

Opel-Werke weniger ausgelastet als bekannt

Opel hat laut eines Medienberichts mit mehr Problemen zu kämpfen, als bekannt ist. Danach sollen die Produktionswerke nur wenig ausgelastet sein. Aber vielleicht gibt es eine Alternative: Den C5 von Citroen.

Dunkle Wolken ziehen über einem Gebäude des Opelwerkes in Rüsselsheim: Wenig ausgelastet. dapd

Dunkle Wolken ziehen über einem Gebäude des Opelwerkes in Rüsselsheim: Wenig ausgelastet.

MünchenDer angeschlagene Autohersteller Opel leidet offenbar stärker als bisher bekannt unter seinem schwachen Absatz. Wie das Magazin „Focus“ unter Berufung auf die streng vertrauliche Produktionsplanung des Unternehmens berichtet, ist das Stammwerk Rüsselsheim nur zu 65 Prozent ausgelastet. Im polnischen Gliwice (62 Prozent), im spanischen Saragossa (59), und in den englischen Werken Luton (57) und Ellesmere Port (55) sei sogar noch weniger zu tun.

In Eisenach, wo ab 2013 der Kleinstwagen Adam vom Band laufen soll, seien Maschinen und Anlagen nur zu 66 Prozent ausgelastet, in Bochum zu 77 Prozent. Ein Opel-Sprecher sagte auf Anfrage, das Unternehmen gebe aus Wettbewerbsgründen generell keine internen Produktionsplanungen preis. Die „Focus“-Zahlen würden daher nicht kommentiert.

Laut des „Focus“ wird Opel bis Jahresende nur rund eine Million Autos bauen - bei Kapazitäten für 1,6 Millionen. Der Branchenexperte Stefan Bratzel von der Fachhochschule in Bergisch Gladbach sagte dem Magazin, die Opel-Mutter General Motors (GM) „kommt in Europa nicht darum herum, ein Werk zu schließen“.

Eine Alternative will die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ ausgemacht haben. Demnach könne das Stammwerk in Rüsselsheim statt des Kompaktwagens Astra die Citroen-Mittelklasse-Limousine C5 produzieren. Ein Opel-Sprecher kommentierte den Bericht: „Es gibt viele Überlegungen, aber noch keine Entscheidung.“

Rainer Einenkel, Betriebsratschef des Opel-Werks in Bochum, das von Schließung bedroht ist, stellte derweil den Sanierungsbeitrag der europäischen GM-Beschäftigten in Höhe von jährlich 265 Millionen Euro infrage. Er sagte dem Magazin: „Wir bezahlen doch nicht für die eigene Beerdigung.“

Die dramatischen Berichte über die Zukunft des angeschlagenen Autoherstellers haben inzwischen Politiker aller Lager aufgeschreckt. Die Ministerpräsidenten der vier deutschen Bundesländer mit Opel-Werken, darunter Hannelore Kraft (SPD) aus Nordrhein-Westfalen, schickten am Freitag ein gemeinsames Warnsignal an GM. „Wir werden die deutschen Standorte nicht auseinanderdividieren lassen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sagte in Richtung GM, es könne nicht akzeptiert werden, dass über Wochen niemand wisse, wie es mit den Opel-Werken weitergehe. „Das führt zu einer massiven Verunsicherung“, beklagte der CDU-Politiker im Hessischen Rundfunk. Bouffier und sein Mainzer Amtskollege Kurt Beck (SPD) kommen am Montag zur Unterstützung der Belegschaft zu einer Betriebsversammlung ins Werk Rüsselsheim.

In den vergangenen zehn Jahren verlor GM mehr als zehn Milliarden Euro mit Opel. Im ersten Quartal 2012 ging die Verlustserie mit einem Minus von rund 250 Millionen Euro weiter.

Kommentare (2)

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Matze

12.05.2012, 19:10 Uhr

Schade um diese großartige Marke. GM lässt Opel ganz langsam ausbluten. Opel darf seine Autos nicht auf dem asiatischen Markt
anbieten und nur auf dem sowieso gesättigten europäischen Markt. Zudem macht GM Opel im eigenen Land Konkurrenz mit diesen Chevrolet-Kisten.
Man hört nur noch schlechte Nachrichten, Produktionsstandorte werden geschlossen, Verlagerung ins Ausland,
Peugot soll neue Modelle für Opel entwerfen, Fiat baut Autos und klatscht ein Opel Emblem drauf, das ist einfach nur erbärmlich.

Die wundern sich über sinkende Verkaufszahlen, aber wer will denn ein Auto der Marke Opel kaufen, von dem man weiß, dass es devinitiv NICHT in DEUTSCHLAND gebaut wurde.
Ich will keinen Opel aus Frankreich oder aus Italien sondern aus DEUTSCHLAND.


Man kann eigentlich nur noch hoffen, dass GM Opel doch noch verkauft und sich VW, Mercedes oder sonswer erbarmt und diese einst wirklich tolle Marke vor dem Zerfall rettet.

Grein

17.05.2012, 12:52 Uhr

Hat denn noch niemand begriffen, dass Amerikaner - gilt auch für GM - nur zerstören, bombardieren und umbringen beherrschen, der echte Aufbau oder Tradition sind ihnen fremd. Markenpflege ist ihnen ebenfalls Fremd.

Ein OPEL-Freund, der seinen Führerschein auf OPEL machte !

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