Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.10.2012

11:50 Uhr

Medienbericht

Posco interessiert sich für Thyssen-Werke

Das Stahlunternehmen aus Südkorea habe Interesse an den zum Verkauf stehenden Stahlwerken von Thyssen-Krupp. Das berichtet ein US-Magazin. Der Konzern will die Werke abstoßen um seine Schulden zu reduzieren.

Eine Skulptur mit dem Posco-Logo am Unternehmenssitz in Seoul. Reuters

Eine Skulptur mit dem Posco-Logo am Unternehmenssitz in Seoul.

Düsseldorf/SeoulDer südkoreanische Stahlriese Posco hat einem Medienbericht zufolge ein Auge auf ThyssenKrupp-Stahlwerke in den USA und Brasilien geworfen. Posco habe die Großbank Credit Suisse als Berater engagiert und schriftlich Interesse bekundet, berichtete das Blatt "MoneyToday" am Donnerstag. Das Blatt ließ aber offen, in welchem Stadium sich die Interessensbekundungen Poscos genau befinden. Offenbar handelt es sich aber um eine erste, unverbindliche Interessensbekundung.

Ein Posco-Sprecher wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Ein Sprecher von ThyssenKrupp bekräftigte, der Konzern habe die Werke zur Disposition gestellt, sehe für sie Interesse am Markt und spreche mit potenziellen Investoren. Branchenexperten halten eine rasche Übereinkunft für unwahrscheinlich.

ThyssenKrupp will für die beiden Werke mindestens den Buchwert von sieben Milliarden Euro kassieren. Einige Analysten haben den Wert aber eher auf drei bis vier Milliarden Euro beziffert. In Finanzkreisen hatte es bereits geheißen, bald würden die ersten unverbindlichen Angebote für die Werke erwartet.

Nach früheren Informationen aus Verhandlungskreisen könnten Weltmarktführer Arcelor Mittal sowie U.S. Steel, Nippon Steel aus Japan und die chinesische Baosteel Offerten einreichen - und eben Posco. Auch der brasilianische Stahlriese CSN soll sich nach Berichten heimischer Medien um die Werke bemühen.

Wegen Edelstahl-Deals : Thyssen verschiebt Jahresabschluss nach hinten

Wegen Edelstahl-Deals

Thyssen verschiebt seinen Jahresabschluss

Grund ist der mögliche Verkauf der Edelstahl-Tochter an die Finnen von Outokumpu.

CSN fühle bereits bei der brasilianischen Regierung vor, ob es eine Finanzierung staatlicher Banken für eine Transaktion geben könne, hatte die Zeitung "Valor Economico" berichtet. Die Meldungen um ein Interesse von CSN hatten der Thyssen-Aktie auf die Sprünge geholfen. Am Donnerstag beflügelten die Gerüchte um Posco die Papiere - sie notierten mit einem Plus von knapp zwei Prozent bei 17,30 Euro.

Thyssen hatte im Mai angekündigt, für die beiden modernen Werke alle strategischen Optionen zu prüfen - einschließlich eines Verkaufs oder einer Partnerschaft. Der Konzern will seine Schulden reduzieren und sich auf das Kerngeschäft in Europa konzentrieren.

Bis zu zwölf Milliarden Euro hatte Thyssen in die Werke investiert, doch sie schreiben Verluste. Konzernchef Heinrich Hiesinger hatte auf mehr als zehn Interessenten verwiesen. Nun sind die ersten, unverbindlichen Gebote Bankern zufolge fällig. Mit dem Verkauf sind die Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley beauftragt.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×