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22.01.2013

08:54 Uhr

Medienbericht

Prius-Vater wird Verwaltungsratschef von Toyota

VonMartin Kölling

Eine japanische Zeitung ist sich sicher: der „Vater des Prius“ wird der neue Toyota-Verwaltungsratschef. Die Entscheidung zeigt, dass Konzernchef Akio Toyoda das Unternehmen fest im Griff hat.

Takeshi Uchiyamada, Vizepräsident des japanischen Autobauers Toyota wird wohl Chairman. AFP

Takeshi Uchiyamada, Vizepräsident des japanischen Autobauers Toyota wird wohl Chairman.

TokioDer neue Toyota-Chairman wird Takeshi Uchiyamada, als Vize-Präsident einer der wichtigsten Adjutanten von Konzernchef Akio Toyoda. Der 66-Jährige wird Toyodas Vorvorgänger Fujio Cho ersetzen, der im Alter von 75 Jahren die offizielle Firmenhierarchie verlässt und „Berater“ des Vorstands wird.

Toyotas Pressesprecher erklären zwar, dass in der Frage noch nichts entschieden sei. Aber die Zeitung Nikkei ist sich ihrer Quelle so sicher, dass sie berichtet, dass der 66-Jährige zusätzlich auch den Posten des Vize-Vorsitzenden des Unternehmerverbands Keidanren übernehmen wird.

Mit dem 66-Jährigen würde der Verantwortliche für Toyotas wichtigstes Produkt der vergangenen zwei Jahrzehnte zur Grauen Eminenz beim weltgrößten Autobauer befördert werden. Der Ingenieur gilt als „Vater des Prius“, des ersten Hybridautos Toyotas. Inzwischen ist die Technik, Benzin- und Elektromotor zu kombinieren, um Bremsenergie zurückzugewinnen, zum ökologischen Markenzeichen des Konzerns geworden. Unter Akio Toyoda wird die Technik in allen Fahrzeugkategorien verbaut – vom SUV bis hin zum Kleinwagen Yaris.

Die Personalie ist überdies ein Zeichen, dass Toyoda den Konzern inzwischen fest im Griff hat. Als Toyoda inmitten der schwersten Krise in Toyotas Nachkriegsgeschichte im Jahr 2009 die Konzernführung übernahm, brach er mit der Tradition, seinen Vorgänger Katsuaki Watanabe zum Chairman zu ernennen. Stattdessen übte Ex-Konzernchef Cho, der als Mentor Toyodas gilt, weiter das Amt aus. Cho war Konzernchef, als Toyoda, der Enkel des Firmengründers, im Jahr 2000 in den Vorstand aufrückte. Watanabe wurde zum Berater und Vize-Vorsitzenden des Keidanren abgeschoben.

Dass mit Uchiyamada ein Untergebener des Konzernchefs zum Verwaltungsratschef aufsteigt, verdeutlicht überdies, dass Toyoda zum zum mächtigsten Konzernchef der vergangenen Jahrzehnte geworden ist. Der Verwaltungsratchef ist bei Toyota wie bei vielen anderen japanischen Firmen traditionell eine Art Vorruhestandssitz für ins Alter gekommene Firmenchefs. Ex-Chairmen dienen oft als Berater weiter, Büro, Sekretärin und Chauffeur inklusive. In Toyotas Fall übernimmt der Chairman viele repräsentative Aufgaben wie ein Vorstandsmandat im Unternehmerverband.

Aber als ehemaliger Firmenchef verfügt er über seine Seilschaften und ist damit weiterhin ein einflussreicher Mitentscheider bei strategischen Entscheidungen. Uchiyamadas Yamadas Gefolgschaft ist dagegen kleiner, seine Rolle daher wahrscheinlich bescheidener. Aber Toyota hatte keine andere Wahl, als erneut mit der Tradition zu brechen. Cho ist einem Alter, in dem so ein Amt zur Bürde wird. Und die Ära Toyoda hat gerade erst begonnen. Der Konzernchef ist erst 56 Jahre alt und hat - eine gute Gesundheit vorausgesetzt - noch lange Jahre am Steuer Toyotas vor sich.

Die größten Autohersteller der Welt

General Motors

Der Autobauer hat im Jahr 2011 insgesamt 9 Millionen Fahrzeuge abgesetzt und war damit Spitzenreiter der Branche. Auch bei der Forschung ist GM vorn mit dabei: Das Budget dafür beträgt 6,9 Milliarden Dollar (2010).

Volkswagen

Platz zwei beim Absatz: 8,4 Millionen Stück, bei der Forschung auf Platz drei (6 Milliarden Dollar).

Toyota

Platz drei: 8 Millionen Fahrzeuge haben die Japaner abgesetzt. Toyota ist auch bei der Forschung Spitze: Der japanische Konzern gab mit 8,5 Milliarden Dollar so viel für die Forschung aus wie keiner der Mitbewerber.

Hyundai

Platz vier für die Koreaner (mit Kia): 6,1 Millionen Stück, bei der Forschung mit 5,7 Milliarden Dollar ebenfalls Vierter.

Ford

Mit 5,7 Millionen abgesetzten Fahrzeugen landet der US-Autobauer auf Platz fünf, bei den Forschungsausgaben mit 5 Milliarden Dollar ebenfalls.

Nissan

Beim Autoabsatz sind die Japaner mit 4,7 Millionen Stück weltweit sechster. 4,7 Milliarden Dollar steckte Nissan in die Forschung (Platz sechs).

BMW

Mit 1,7 Millionen abgesetzten Fahrzeugen auf Platz zwölf, bei der Forschung mit einem Budget von 4,1 Milliarden Dollar auf Platz acht.

Daimler

Platz 13 bei den Auslieferungen: 1,4 Millionen Stück, bei der Forschung auf Platz sieben (4,6 Milliarden Dollar).

Quellen: Ernst & Young (Absatz), Booz & Company, Unternehmensangaben (Forschungsausgaben)

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