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17.04.2012

10:04 Uhr

Medienbericht

Siemens leidet unter Offshore-Geschäft

Die Probleme beim Anschluss von Windparks auf hoher See schlagen auf die Bilanz von Siemens durch. Offenbar wird der Konzern erneut eine Rückstellung bilden - und zudem personelle Konsequenzen ziehen.

Offshore Windpark im Oeresund. AFP

Offshore Windpark im Oeresund.

HamburgDer missratene Netzanschluss von Windparks auf hoher See verhagelt Siemens offenbar die Jahresprognose. Der Konzern, der sich gerne als „grüner Infrastrukturriese“ präsentiert, muss einem Zeitungsbericht zufolge erneut einen dreistelligen Millionenbeitrag zurückstellen, berichtet die „Financial Times Deutschland“ (Dienstagausgabe) unter Berufung auf das Umfeld des Unternehmens.

Zudem räume der Chef der Stromübertragungssparte, Udo Niehage, seinen Posten. Siemens lehnte eine Stellungnahme ab. Konzernkreisen zufolge wird Niehage allerdings das Unternehmen nicht verlassen, sondern andernorts eingesetzt. Der Energie-Sektor von Siemens war zuletzt von häufigen Managementwechseln geprägt.

Ein Sprecher verwies auf die Einschätzung zum Ende des Weihnachtsquartals, wonach die Leitung zum Windpark „Borwin 2“ vor Norderney noch im laufenden Jahr fertig werde. „Alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck daran, dass das Installationsfenster 2012 getroffen wird“, hieß es seinerzeit. Der Netzbetreiber Tennet, der die Verbindung bestellt hat, war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Bereits im ersten Vierteljahr des laufenden Geschäftsjahres kosteten Siemens Verzögerungen beim Anschluss von Windparks vor der deutsche Küste im Ergebnis 203 Millionen Euro. Im zweiten Quartal müsste der Konzern nochmals Rückstellungen in der selben Größenordnung bilden, berichtete die FTD. Damit sollten drohende Verluste abgefedert werden.

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Der angepeilte Gewinn von sechs Milliarden Euro aus dem fortgeführten Geschäft für das Gesamtjahr sei damit nicht zu halten. Die Veröffentlichung des Zwischenberichts zum zweiten Quartal ist für den 25. April vorgesehen.

Finanzchef Joe Kaeser hatte jüngst bereits betont, dass Analysten von einem Jahresgewinn von etwa 5,2 Milliarden ausgehen. Allerdings hatte er hinzugefügt: „Aber solange es keine neue Prognose von uns gibt, gilt die alte.“ Dieser Satz war fast wörtlich der Gewinnwarnung 2010 vorausgegangen.

An der Börse zählte die Siemens-Aktie mit minus 0,9 Prozent zu den größten Verlierern im Dax. Analysten zeigten sich besorgt. „Der Umfang scheint größer zu sein als ursprünglich angenommen und wir sind überrascht, dass wohl der Spartenchef gehen muss“, urteilte Karsten Oblinger von der DZ Bank.

Branchenexperten hatten zuletzt aufgezeigt, dass Siemens keine glückliche Hand mit Großprojekten hat. Seit 2000 habe der Konzern mehr als 4,6 Milliarden Euro mit verpatzten Aufträgen versenkt. „Siemens hat eine lange Geschichte, Vorzeigeprojekte mit Verlust abzuschließen“, hieß es in einer Studie. „Und der Trend ist nicht ermutigend.“

Kommentare (1)

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OLDENDORP

17.04.2012, 12:07 Uhr

E N E R G I E W E N D E
.......................
ideologie contra kostenfalle
............................
immer mehr zeichnet sich ab, dass die schnell vollzogene
energiewende ohne die planung und den ausbau der notwen -
digen leitungsnetze immer mehr zur kostenfalle wird..
..
gerade ist siemens gezwungen seine jahresprognose zu kor-
rigieren, weil die kosten für den windpark aus dem ruder
laufen..
..
es fehlen ua. leistungsfähige netze, um den strom trans -
portieren zu können..
..
hinzu kommt, dass nach abschaltung der kernkraftwerke al-
ternativen für die grundlastversorgung fehlen..
..
ebenfalls bedingt zt. durch veraltete leitungen..
..
als fazit bleibt
..
die energiewende ist insgesamt sinnvoll, aber der
umsetzung fehlt es an umsicht und durchgerechneten
alternativen..
..
mfg
thomas oldendorp

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