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10.03.2012

09:22 Uhr

Medienbericht

Siemens will NSN-Standort München halten

Siemens-Finanzchef Kaeser hat scharfe Kritik am Management der Tochter NSN geäußert. Die will tausende Stellen streichen und lässt die Beschäftigten zappeln. Zumindest den Standort München will Siemens retten.

Beschäftigte von Nokia Siemens Networks (NSN) demonstrieren in München. dpa

Beschäftigte von Nokia Siemens Networks (NSN) demonstrieren in München.

BerlinDie Streichungspläne des Netzwerkausrüsters Nokia Siemens Networks (NSN) stoßen nun auch auf Widerstand im Siemens -Management. Die von der Gemeinschaftstochter geplante Schließung des Münchner Zentralstandortes soll nach dem Willen von Siemens-Finanzchef Joe Kaeser abgewendet werden. „Siemens wird es nicht ohne weiteres hinnehmen, dass NSN aus München so einfach verschwindet“, sagte Kaeser der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagausgabe). NSN solle mit den Arbeitnehmervertretern darüber verhandeln, wie man München retten könne, forderte er laut Vorabbericht.

NSN ist ein Joint Venture des Siemens-Konzerns mit dem finnischen Handyhersteller Nokia. NSN-Chef Rajeev Suri hatte zuletzt die Streichung zusätzlicher 3500 Stellen angekündigt. Damit würde sich der anvisierte Kahlschlag auf 20.500 der weltweit noch 74.000 Arbeitsplätze summieren. In Deutschland soll nach bisherigen Plänen mit knapp 3000 Jobs ein Drittel der Stellen wegfallen.

Die NSN-Belegschaft wehrt sich gegen den Sparkurs, der Betriebsrat fordert den Rauswurf von Vorstandschef Suri. Kaeser äußerte scharfe Kritik am Vorgehen des NSN-Managements. „Der einzelne Beschäftigte weiß immer noch nicht, ob er seine Stelle verliert und wie es weitergeht“, sagte er dem Blatt. „Es ist nicht zumutbar, dass die Mitarbeiter weiter in Unsicherheit leben.“ Zugleich erhöhte das Siemens-Vorstandsmitglied den Druck auf NSN-Chef Suri. „Jetzt muss jeder Schritt sitzen, der Raum für Fehler ist sehr klein geworden“, mahnte Kaeser.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Manfred

12.03.2012, 20:21 Uhr

Es ist gut, daß Siemens es sich nicht gefallen läßt, daß R. Suri den Hauptstandort des Joint Venture Partners direkt vor der Haustüre des Siemens Vorstandes so einfach schließen will. In München wurde seit dem Merger die Belegschaft auf die Hälfte reduziert. Gleichzeitig hat das NSN-Management die Belegschaft von 58000 Mitarbeitern auf 74000 Mitarbeiter hochgezogen. Und jetzt sollen wieder 20000 abgebaut werden - und obendrein München geschlossen werden. Da mag jeder selber drüber urteilen...

kediplus

12.03.2012, 20:44 Uhr

Die Aussagen von Joe Kaeser sind doch etwas widersprüchlich. Sollte diese Widersprüchlichkeit uns etwa signalisieren dass es bei Siemens und schon seit einiger Zeit auch bei Nokis Siemens Networks (NSN) auf Managementebene zwei Lager gibt. Die Befürworter der Schließung von 30! NSN-Standorten in Deutschland und die Verhinderer dieser Absurdität.
Es wird immer deutlicher sichtbar und belegbar, dass das Management um Rajeev Suri hier nicht nur auf dem Holzweg ist, sondern viel schlimmer, NSN mit dieser Restrukturierungsaktion gegen die Wand fährt. Die Kunden sind bis aufs höchste verunsichert. Da hilft auch kein Schönreden mehr, auch kein Augen zu und durch. Kaeser hat erkannt dass der Plan seit November immer noch nicht den Mitarbeitern und auch nicht den Kunden eine Perspektive gegeben hat. Täglich verliert NSN an Vertrauen, täglich gehen Kompetenzen verloren, wechseln Mitarbeiter zur Konkurrenz, z.B. zu Huawei aus China, die sogar anbieten die Abbfindungszahlungen an Stelle von NSN zu zahlen nur um schnellstmöglich die Mitarbeiter zu bekommen. Was für ein geplanter Wahnsinn.

Es ist kein Geheimnis mehr, dass der Transformationsprozess bei NSN in Deutschland ins Stocken geraten ist. Viel schlimmer noch ist er nicht zu Ende gedacht worden. Die Transformationsblöcke die im Geheimen ersonnen wurden passen nicht zusammen und Mc Kinsey und Nokia kennen bis heute noch nicht die aktuell gültigen Prozesse nach denen die Mitarbeiter arbeiten. Da ist von zielführender Strategie nichts mehr zu erkennen. Da wundert einen nichts mehr. Unter diesen Voraussetzungen den Standort München zu schliessen ist höchst fahrlässig und ohne Logik.
Das hat Joe Kaeser erkannt aber noch nicht so deutlich gesagt. Rajeev wird sich deshalb auch nicht mehr lange halten können. Der nächste Fehler kommt bestimmt. Der Standort München muss erhalten bleiben. Nicht der Mitarbeiter darf bestraft werden was durch Mißmanagement bis zum heutigen Tag angerichtet wurde. Kaeser hat das erkannt.

WielandPick

13.03.2012, 16:56 Uhr

Liebe Absolventen und künftige Berufseinsteiger,

legt ihr Wert darauf, später einmal bei einem Unternehmen zu arbeiten, das einen nachhaltigen Umgang nicht nur mit Rohstoffen und Energie pflegt, sondern auch mit den Arbeitsplätzen seiner Fachkräfte?
Dann habt ihr jetzt Gelegenheit, live mitzuerleben, wie das Unternehmen SIEMENS bei diesem Thema agiert. Informiert euch gut, denn ihr werdet eines Tages auf eure Jahre als erfolgreiche Leistungsträger zurückblicken, kompetent auf zahlreichen Gebieten sein und für euer Unternehmen große Werte erwirtschaftet haben. Wenn eurem Arbeitgeber bei einem Wechsel seiner Geschäftsstrategie oder nach dem Herunterwirtschaften eines Geschäftsbereiches durch unfähige Manager und Korruption nichts besseres einfällt, als euch eiskalt durch Verschiebung in eine eigens dafür geschaffene Firma zu entsorgen und euch und euren Familien innerhalb kurzer Zeit die Existenzgrundlage zu entziehen, dann habt ihr euch für das falsche Unternehmen entschieden.
Wo sollen eure Kinder einmal arbeiten? Heute drücken Menschen aus Osteuropa die Löhne von deutschen Pflegekräften. Morgen werden indische Akademiker eure Arbeit in Indien machen, wenn die Politik es zulässt oder gar fördert, dass Unternehmen auf einen nachhaltigen Umgang mit der Resource Arbeit verzichten. Nachhaltigkeit ist mühsam, aber nötig und möglich. Leistungsfähige Menschen mit hervorragender Ausbildung sind keine Positionen in einem Spread-Sheet, von denen man sich mit der Lösch-Taste verabschiedet, um den Aktienkurs um einige Euro in die Höhe zu treiben.
Daher: Wählt die richtigen Unternehmen und wählt die richtigen Politiker ! Eure Kinder werden es euch einmal danken.

Ein Tipp: Vergleicht die Public Relations Aktionen mit der Realität. Beispiel für Public Relations: http://www.wirtschaftsethik.edu.tum.de .

Realitätsnahe Infos bekommt ihr auf der Facebookseite „Perspektive NSN München“ und als Follower des Twitter Accounts @IGPirat.

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