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06.01.2014

07:55 Uhr

Medienbericht

Stromnetzbetreiber plant Verknüpfung mit Nachbarstaaten

Deutschland ist dem Stromnetzbetreiber 50Hertz offenbar nicht mehr genug: Das ostdeutsche Unternehmen möchte seine Verbindungen unter anderem nach Tschechien und Polen ausbauen.

Konkret geht es dem Bericht zufolge um den Bau sogenannter Phasenschieber dies- und jenseits der Grenzen. dpa

Konkret geht es dem Bericht zufolge um den Bau sogenannter Phasenschieber dies- und jenseits der Grenzen.

Frankfurt/BerlinDer ostdeutsche Stromnetzbetreiber 50Hertz plant laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag) den Ausbau seiner Verbindungen nach Tschechien, Polen, Dänemark und Schweden. Mit dem künftigen „Ostseenetz“ solle das deutsche Stromnetz sicherer gemacht werden, schreibt das Blatt. „Wir stehen kurz vor dem Abschluss entsprechender Verträge mit Polen und Tschechien“, wird der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Boris Schucht, zitiert.

Konkret geht es dem Bericht zufolge um den Bau sogenannter Phasenschieber dies- und jenseits der Grenzen. 2017 solle der letzte fertig sein. Ebenso schritten Pläne für den Bau eines zweiten Unterseekabels nach Schweden voran. Eine weitere Seekabelverbindung nach Dänemark werde voraussichtlich noch dieses Jahr ausgeschrieben.

Was der Koalitionsvertrag der Energiebranche bringt

Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes

Bis Ostern, Verabschiedung durch Bundestag und Bundesrat bis Sommer 2014. Bis zum Jahr 2035 wird ein Ökostromanteil von 55 bis 60 Prozent angestrebt. Die Union hatte zuvor auf 50 bis 55 Prozent bis 2030 plädiert, die SPD hatte 75 Prozent als Ziel für 2030 genannt.

Windkraft

Das bis 2017 befristete Modell mit einer Anfangsvergütung von 19 Cent je Kilowattstunde über einen Zeitraum von acht Jahren soll um zwei Jahre bis Ende 2019 verlängert werden, um das Ziel von 6500 Megawatt bis 2020 zu schaffen. Bis 2030 wird das Ausbauziel auf 15 000 Megawatt begrenzt. Bei Windrädern an Land werden Fördersätze gesenkt, effiziente Standorte bevorzugt.

Abstandsflächen

Die Länder sollen bestimmte Mindestabstände im Baugesetzbuch zwischen Wohngebieten und Windrädern festlegen können. Das könnte letztlich bis zu zwei Kilometer Abstand bedeuten.

Kostenbremse

Für bereits angeschlossene Wind-, Biomasse- und Solaranlagen gilt Bestandsschutz. Sie bekommen weiter 20 Jahre lang feste Vergütungen für ihren Strom. Bei neuen Anlagen wird gekürzt.

Industrie-Rabatte

Die umstrittenen Ausnahmen für stromintensive Unternehmen bei der EEG-Umlage sollen fortgeführt und europarechtlich wasserdicht gemacht werden.

Strommarkt

Konventionelle Kraftwerke mit Kohle und Gas seien „auf absehbare Zeit unverzichtbar“. Die Betreiber könnten Subventionen erhalten, um derzeit unrentable Anlagen am Netz zu halten. Dazu heißt es: „Es ist mittelfristig ein Kapazitätsmechanismus zu entwickeln (...).“

Atomausstieg 2022

Daran wird nicht gerüttelt. Neue bundesweite Endlagersuche, eine Kommission erstellt zunächst die Grundlagen. Der Rechtsstreit zwischen Bund und Land Niedersachsen um den alten Standort Gorleben soll einvernehmlich geklärt werden.

Fracking

Die unkonventionelle Gasförderung soll in Deutschland vorerst nicht genehmigt werden. Die Risiken der Technik sollen geprüft werden.

Klimaschutz

Union und SPD bekennen sich zum Ziel von 40 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen in Deutschland bis 2020 (im Vergleich zu 1990). In der EU will die Koalition sich für ehrgeizigere Ziele bis 2030 einsetzen, ein fester Zielwert fehlt.

Energie-Effizienz

Bis 2020 soll der Stromverbrauch weiter um zehn Prozent gesenkt werden. Geplant sind Förderprogramme, etwa mehr Geld für die Gebäudesanierung.

Die Verbindungen nach Norden und Osten sind Schucht zufolge für die Sicherheit der Versorgung und das Gelingen der Energiewende äußerst wichtig. Es sei das Ziel, den Ausbau regenerativer Energien so effizient wie möglich zu machen. Deshalb müsse zeitweilig in Deutschland nicht verwertbarer Ökostrom so wirtschaftlich wie möglich an ausländische Kunden verkauft werden, ohne die Stabilität ihrer Stromnetze zu gefährden.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

06.01.2014, 08:36 Uhr

Die nehmen den billigen, vom Bürger subventionierten Strom sicher gerne ab.

Account gelöscht!

06.01.2014, 09:20 Uhr

Zitat : Die Verbindungen nach Norden und Osten sind Schucht zufolge für die Sicherheit der Versorgung und das Gelingen der Energiewende äußerst wichtig.

- welche Betrügereien man nicht alle unter dem Begriff "Energiewende" versteckt...??!!!

Der Stromverbraucher soll den Mist bezahlen, die Betrügerfirmen sahnen anschliessend die Gewinne ab..!!!!!


UNFASSBAR !!!


maria237

06.01.2014, 10:06 Uhr

@Vicario
Man sollte die wahren Verursacher dieser "Betrügereien" ruhig nennen: als die Grünen und ihre roten Verbündeten Anfang des Jahrtausends die rein ideologisch begründete "Energiewende" einläuteten, gab es keine Simulation dessen, was man mit dem EEG langfristig bewirken würde. Allerdings haben auch die schwarzen Nachfolger bewußt oder aus blanker Unkenntnis die technischen Erfordernisse nicht erkannt. Dass sich heute die Netzbetreiber mit Phasenschiebertransformatoren gegen völlig unwirtschaftlich erzeugte Gigawattstunden wehren und diese Strommengen in's Ausland verschleudern müssen(!), spricht nicht gegen die Netzbetreiber. Allerdings zeigt es überdeutlich das Versagen einer Politik, die mit den komplexen Zusammenhängen der Stromerzeugung und -verteilung in einem nationalen und eüropäischen Verbundnetz völlig überfordert war und ist. Die Netzbetreiber (und auch die privaten Stromerzeuger) nutzen verständlicherweise die Freiräume, die ihnen dieses schlampig zusammengestrickte Gesetz bietet.

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