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10.06.2012

13:31 Uhr

Medienbericht

Vertrauliche Briefe zeigen frühe Warnungen vor Opel-Krise

Die Opel-Mutter GM war früh über den Niedergang der deutschen Tochter gewarnt. Der damalige Opel-Aufsichtsratschef Hans Wilhelm Gäb wandte sich schon Ende der 1990er in einem eindringlichen an das US-Unternehmen.

Mitarbeiter des Opel-Stammwerkes in Rüsselsheim. dpa

Mitarbeiter des Opel-Stammwerkes in Rüsselsheim.

RüsselsheimDer frühere Opel-Aufsichtsratschef Hans Wilhelm Gäb hat den Opel-Mutterkonzern General Motors einem „Spiegel“-Bericht zufolge schon Ende der 1990er Jahre vor dem Niedergang der deutschen Marke gewarnt. Dies geht aus vertraulichen Briefen Gäbs an GM-Chefs hervor, aus denen das Nachrichtenmagazin in einem am Sonntag vorab veröffentlichten Bericht zitiert.

So habe Gäb am 2. Dezember 1997 in einem Brief an die Konzernzentrale in Detroit beklagt, Opel drohe hinter Volkswagen zurückzubleiben und sein Image zu verlieren. Eine Marke aber, „die allein auf den Preiskampf angewiesen ist, wird zu den Verlierern gehören“, heißt es in dem Schreiben. Gäb bemängelte unter anderem, neue Fahrzeug-Plattformen für Opel würden in den USA entwickelt und erfüllten nicht die Ansprüche des europäischen Marktes. Wenn man dies weiter betreibe, werde Opel „zu einer Blue-Collar-Marke ohne Image“.

Am 12. September 1996 warnte Gäb demnach davor, die Sicherheit von Opel-Modellen zu vernachlässigen. Ein Jahr später wurden dem Modell Sintra Sicherheitsmängel bescheinigt. Opel musste das Modell nach kurzer Zeit in Europa vom Markt nehmen. 1998 trat Gäb aus Protest gegen die Geschäftspolitik von General Motors von seinem Amt als Aufsichtsratsvorsitzender von Opel zurück.

Von

dpa

Kommentare (1)

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d773050

10.06.2012, 17:49 Uhr

Traurig um Opel....
und je mehr man hört, desto trauriger wirds...

Opel hätte sich schon viel früher von GM trennen sollen...denn eigentlich hat Opel viel zu bieten, besonders die Ingenieure...da hätte man Mut beweisen können..

können die sich nicht irgendwie doch freikaufen oder wenigstens sich die Produktionshallen mit allen Menschen als eigene Marke trennen?

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