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22.01.2014

11:22 Uhr

Medienbericht

VW will neues Crafter-Werk in Polen bauen

Der Autokonzern Volkswagen plant laut Medienberichten sein neues Werk für den Großtransporter Crafter in Polen zu bauen. Nun müsse nur noch der Aufsichtsrat zustimmen. Ein VW-Sprecher dementiert jedoch.

„Crafter“ heißt der neue LT 3 aus der Produktion der VW-Nutzfahrzeuge: Die dritte Generation des LT soll mit leistungsstarken und sehr wirtschaftlichen Motoren ab Ende März 2006 auf den Markt gehen. Über 30 Jahre gibt es den LT als Helfer im Arbeitsalltag. dpa

„Crafter“ heißt der neue LT 3 aus der Produktion der VW-Nutzfahrzeuge: Die dritte Generation des LT soll mit leistungsstarken und sehr wirtschaftlichen Motoren ab Ende März 2006 auf den Markt gehen. Über 30 Jahre gibt es den LT als Helfer im Arbeitsalltag.

WolfsburgVolkswagen steht kurz vor dem Bau eines neuen Werkes in Polen für seinen Großtransporter Crafter. Die Konzernzentrale in Wolfsburg favorisiere den Standort im Großraum Posen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen des Managements im VW-Nutzfahrzeugwerk Hannover-Stöcken, das auch auf den Zuschlag für den Crafter-Bau hoffte. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Mittwoch) berichtete ebenfalls von entsprechenden Plänen. Der Aufsichtsrat müsse aber noch zustimmen. Das werde er vermutlich bis zur Bilanzpressekonferenz am 13. März tun.

Europas größter Autokonzern wolle mehr als eine halbe Milliarde Euro in die Fabrik im Großraum Posen stecken, die in zwei Jahren den Betrieb aufnehmen solle. Ein VW-Sprecher sagte, es gebe noch keine Entscheidung. Der Konzern prüfe seit mehreren Monaten unterschiedliche Standorte in mehreren Ländern für die künftige Crafter-Produktion. „Die Suche dauert an“.

Die VW-Sparten im Überblick

Volkswagen Pkw

Die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns litt im Jahr 2013 unter der Absatzschwäche. Mit 4,7 Millionen verkauften Fahrzeugen schrumpfte der Absatz um 2,2 Prozent. Der Umsatz ging sogar um 4,4 Prozent zurück. Immerhin erwirtschaftet die Kernmarke noch ein operatives Ergebnis von 2,9 Milliarden Euro.

Audi

Die Premiumtochter aus Ingolstadt konnte die Verkäufe steigern. Mit 1,35 Millionen verkauften Fahrzeugen steht unterm Strich ein Plus von 3,85 Prozent. Auch der Umsatz legte leicht auf 49,88 Milliarden Euro zu. Unter Strich steht trotzdem ein deutlicher Rückgang beim Profit um rund 6,3 Prozent auf 5,03 Milliarden Euro.

Skoda

Mit günstiger VW-Technik konnte die tschechische Tochter in den vergangenen Jahren die Kunden locken. Im Jahr 2013 lief es schlechter. Mit 719.000 verkauften Fahrzeuge ging der Absatz um 1,2 Prozent zurück. Der Umsatz fiel es ebenfalls leicht schlechter aus und beträgt nun 10,32 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis hat das deutliche Spuren hinterlassen. Der Gewinn beträgt 522 Millionen Euro und damit satte 26,7 Prozent weniger.

Seat

Das spanische Sorgenkind kommt bei den Verkaufszahlen wieder auf die Bein 459.000 Fahrzeuge verkauften die Spanier im Jahr 2013 - ein Plus von rund sieben Prozent. Auch der Umsatz legt um rund sechs Prozent auf 6,87 Milliarden Euro zu. Unterm Strich steht aber immer noch ein Verlust von 152 Millionen Euro, der immerhin um vier Millionen reduziert wurde.

Porsche

Die Profitmaschine aus Zuffenhausen treibt erstmals das operative Ergebnis des VW-Konzerns an. Seit der Integration im August 2012 hat der Sportwagenbauer einen Profit von 1,46 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Umsatz beträgt nun 7,03 Milliarden Euro. Der Absatz von Porsche wurde auch 78.000 Fahrzeuge taxiert.

Bentley

Bald soll die Luxus-Autoschmiede einen Nobel-SUV an den Start bringen. Dieses Jahr legt der Absatz um 21 Prozent auf 11.000 verkaufte Fahrzeuge. Auch beim Umsatz steht bei 1,68 Milliarden Euro ein Plus von 15,5 Prozent. Der Gewinn der britischen Nobeltochter legt um satte 68 Prozent auf 168 Millionen Euro zu.

VW Nutzfahrzeuge

Die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns schwächelt weiter. Der Absatz stagniert bei 436.000 verkauften Fahrzeuge. Der Umsatz schrumpft ebenfalls leicht auf 9,37 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legt dagegen um 6,4 Prozent zu auf 448 Millionen Euro.

Scania

Die schweren Schweden verkaufen wieder mehr. Mit 80.000 verkauften Lkws stieg der Absatz um 19,4 Prozent, auch der Umsatz legt um 11,2 Prozent auf 10,36 Milliarden Euro zu. Mit 974 Millionen Euro ist das operative Ergebnis rund 4,7 Prozent besser als im Vorjahr.

MAN

Mit einem Beherrschungsvertrag sitzt VW längst auch bei den Münchenern am Steuer. Der Absatz des Lkw-Bauers legte im Gesamtjahr 2013 leicht auf 140.000 verkaufte Fahrzeuge zu. Der Umsatz sinkt dagegen leicht auf 15,86 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis steht unterm Strich ein Gewinn von 319 Millionen Euro - ein Rückgang um satte 61 Prozent.

VW Finanzdienstleistungen

Mit einem Umsatzplus von 10,8 Prozent leistet die Finanztochter des VW-Konzerns mittlerweile einen ordentlichen Beitrag zum Konzernergebnis. Das operative Ergebnis legte im Jahr 2013 um 17,5Prozent auf 1,86 Milliarden Euro zu.

Schon Anfang Dezember hatte Reuters aus Unternehmenskreisen erfahren, dass VW das Crafter-Werk voraussichtlich in Polen bauen will. Die VW-Transportersparte unterhält bereits eine Fabrik in Posen. Volkswagen produziert den neuen Crafter alleine. Derzeit baut der Konzern den Lieferwagen zusammen mit Daimler, doch der Kooperationsvertrag läuft 2016 aus. Bislang lässt VW den Transporter von Daimler in Düsseldorf und Ludwigsfelde montieren. Er ist technisch identisch mit dem Sprinter von Mercedes-Benz.

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