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07.05.2012

09:40 Uhr

Medienbericht

Windenergiesparte soll Siemens weniger kosten

Siemens Windenergiesparte hat das selbst gesteckte Ziel verfehlt, zu den größten Anbietern der Branche aufzurücken. Schlimmer noch: Das Geschäft schrieb zuletzt rote Zahlen. Jetzt soll es auf Effizienz getrimmt werden.

Das Modell einer Windkraftanlage vor einem 87 Tonnen schweren Maschinenhaus einer Offshore Windkraftanlage. dpa

Das Modell einer Windkraftanlage vor einem 87 Tonnen schweren Maschinenhaus einer Offshore Windkraftanlage.

FrankfurtSiemens will die Kosten in seiner Windenergie-Sparte drücken und damit die Wettbewerbsfähigkeit steigern. „Wir müssen nicht nur führend bei der Qualität, sondern auch bei den Kosten sein“, sagte Felix Ferlemann, Chef der Windenergie-Sparte, laut Vorabbericht vom Samstag der „WirtschaftsWoche“. Um die Kosten zu senken, wolle der Münchener Technologiekonzern die Herstellung analog zur Automobilindustrie auf gemeinsame Plattformen, Komponentensysteme, Produktionsprozesse sowie auf einen höheren Grad der Standardisierung der Windanlagen ausrichten.

Siemens hatte im Weihnachtsquartal in seiner Sparte Erneuerbare Energien rote Zahlen geschrieben. Der Konzern ist weit von seinem Ziel entfernt, zu den drei größten Anbietern der Welt zu zählen. In den vergangenen Jahren ist er nach einer Studie von BTM Consult auf Rang neun abgerutscht. Die nachlassenden Investitionen in Anlagen und die wachsende Konkurrenz durch chinesische Anbieter setzen den etablierten westlichen Herstellern zu. Der dänische Weltmarktführer Vestas hatte zuletzt im ersten Quartal wegen hoher Kosten und verzögerter Projekteinnahmen einen Verlust von 245 Millionen Euro verbucht.

Trotz des Preisverfalls durch Überkapazitäten geht Ferlemann nicht davon aus, dass die deutschen Windanlagenhersteller wie die Solarzellenproduzenten von chinesischen Anbietern überrollt werden. „Die Solarbranche lässt sich so nicht mit der Windbranche vergleichen“, sagte der Manager. Im Windenergiegeschäft seien die Barrieren für einen Markteintritts erheblich höher. „Bisher haben die chinesischen Hersteller hier noch keine Infrastruktur aufgebaut, um etwa die Transportkosten zu senken.“

Der Chef der Allianz-Klima-Sparte, Armin Sandhövel, fordert bessere gesetzliche Rahmenbedingungen für den Bau von Offshore-Windanlagen. „Der Staat muss Anreize schaffen, damit Stromspeicher gebaut und Leitungen gelegt werden“ sagt Sandhövel dem Magazin. Manchen Netzbetreibern fehle das Geld für den Ausbau.

„Es ist schwer vorstellbar, dass die Privatwirtschaft alle Risiken schultern kann. Einige Unternehmen mussten wegen der Probleme bei den Offshore-Windparks in den vergangenen Quartalen bereits Rückstellungen in dreistelliger Millionenhöhe bilden. Hier müssten die Risiken auf mehrere Schultern verteilt werden“, sagte Sandhövel. Erst dann seien institutionelle Investoren wie die Allianz bereit, in großem Stil in Offshore-Windanlagen zu investieren.

Von

rtr

Kommentare (1)

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vandale

05.05.2012, 21:05 Uhr

Der Wind weht entsprechend den Launen des Wetters. In einem bedarfsgesteuertem Stromnetz ist Windstrom demzufolge weitgehend wertlos. Die Windgeschwindigkeiten sind auch zu gering um diesen sinnvoll industriell nutzen zu können. Deshalb hat man die Energiegewinnung vor über 100 Jahren auf moderne fossile Brennstoffe umgestellt. Die aktuelle Windstromnutzung beruht demzufolge auf ökoreligiösen Visionen und den darauf beasierenden Subventionen.

Mit abnehmenden finanziellen Leistungsfähigkeit der Altindustriestaaten wird man irgendwann nicht umhin kommen die verbliebenen Mittel anders auszugeben als die Landschaft mit ökoreligiösen Monumenten zu verschandeln. Das Geschäft mit der Windenergie wird demzufolge ähnlich dem Solargeschäft früher, oder später kollabieren.

Des weiteren ist der Siemens Konzern aufgrund seiner Struktur bestens prädestiniert komplexe Grosskraftwerke mit jahrelangen Projektlaufzeiten zu realisieren. Primitive Windmühlen können Mittelständler und zunehmend asiatische Hersteller besser bauen.

Insgesamt wird Siemens keine Freude an der "Windenergie" haben.

Vandale

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