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24.09.2012

19:40 Uhr

Medienberichte

Daimler kürzt Schichten in Sindelfingen

Der Automobilkonzern Daimler kürzt im Werk Sindelfingen die Produktion quer über alle Baureihen. Das Unternehmen plant zwar einen Rekordabsatz für dieses Jahr, doch die Fertigung im vierten Quartal ist ein Streitpunkt.

Endkontrolle in der Produktion im Mercedes-Werk Sindelfingen. dpa

Endkontrolle in der Produktion im Mercedes-Werk Sindelfingen.

StuttgartDie schlechte Autokonjunktur trifft das größte Pkw-Werk von Daimler hart: In Sindelfingen müsse die Produktion quer durch alle Baureihen gekürzt werden, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Montagabend zu Reuters. Der Betriebsrat verhandle mit der Unternehmensleitung über Schichtmodelle und finanzielle Auswirkungen auf die Beschäftigten.

Die „Stuttgarter Zeitung“ schreibt sogar von einem Eklat, den die Auftragslage in der Fabrik ausgelöst habe: Werksleitung und Betriebsrat hätten sich nicht auf die Schichtpläne für das vierte Quartal einigen können, meldete das Blatt vorab aus seiner Dienstagausgabe.

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Daimler muss sparen, das Sparpaket beinhaltet aber offenbar keine Personalmaßnahmen.

Deshalb habe das Unternehmen die Einigungsstelle angerufen. Das habe es seit mehr als vier Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Von Mitarbeitern sei zu hören, dass vor allem die S-Klasse schlecht laufe und nur noch in einer Schicht produziert werden solle, schreibt die Zeitung weiter. Ein Daimler-Sprecher wollte sich zu laufenden Verhandlungen mit dem Betriebsrat nicht äußern. „Wir planen unverändert im laufenden Jahr einen Rekordabsatz bei Mercedes-Benz Pkw“, sagte der Sprecher. „Wir schauen uns aber auch die Nachfrage an und richten unsere Produktion daran aus.“ Zu konkreten Produktionszahlen wollte der Sprecher nichts sagen, wies aber darauf hin, dass die S-Klasse im letzten Jahr ihres Produktionszyklus sei.

Bis 2014 plane Daimler unverändert, die Belegschaft um 250 Stellen aufzustocken. Daimler will Konzerninsidern zufolge in seiner Pkw-Sparte auch ohne Stellenabbau mehr als eine Milliarde Euro einsparen. Personalmaßnahmen seien im vom Vorstand beschlossenen Maßnahmenpaket nicht enthalten und auch nicht vorgesehen, sagten am Freitag zwei mit der Situation vertraute Personen Reuters. Das „Fit for Leadership“ titulierte Programm solle letztlich durch Produktivitätszuwächse, Kostensenkungen und höhere Umsätze „deutlich mehr“ als eine Milliarde Euro einspielen.

Daimler hatte am Donnerstag seine Gewinnprognose für die Pkw-Sparte für 2012 einkassiert und mit dem absehbaren Gewinnrückgang auf unter 5,2 Milliarden Euro seine Aktien auf Talfahrt geschickt. Die Stuttgarter stehen unter Zugzwang, in der Pkw-Sparte - dem größten Umsatz- und Gewinnbringer - das seit langem versprochene Renditeziel zu erreichen.

Die größten Autohersteller in Europa

Platz 10

Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

Platz 9

Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

Platz 8

Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

Platz 7

BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

Platz 6

Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

Platz 5

Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

Platz 4

General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

Platz 3

Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

Platz 2

Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

Platz 1

Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

24.09.2012, 20:40 Uhr

Daimler war in der Krise 2008 zu spät auf die Bremse getreten und hat dabei Boden auf die Konkurrenz verloren. Diesen Fehler will man offenbar nicht wiederholen, also drauf auf die Bremse.
In den Wachstumsländern wurden und werden neue Kapazitäten in Betrieb genommen. So verwundert es nicht, wenn die Produktion in Deutschland gedrosselt wird, der weltweite Gesamtabsatz aber einen neuen Rekord erreichen wird.

KlausiZ

24.09.2012, 21:00 Uhr

Daimler baut jetzt schon mehr Autos wie es verkaufen kann. DB ist nicht mehr konkurenzfähig - Audi und BMW freut sich und lässt die Bänder weiter voll laufen.

Hrrrr

24.09.2012, 22:04 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

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