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27.11.2012

11:15 Uhr

Medienberichte

Walmart will nicht mehr in Fabrik in Bangladesh produzieren

Auch der US-Handelskonzern Walmart bezog Produkte aus der ausgebrannten Fabrik in Bangladesch, in der mehr als hundert Menschen den Tod fanden. Laut Walmart hat ein Lieferant ohne Genehmigung Aufträge weitergegeben.

In dieser Näherei in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka produzierten Arbeiter bis vor kurzem noch Kleidungsstücke im Akkord - auch für Konzerne aus Deutschland oder den USA. dapd

In dieser Näherei in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka produzierten Arbeiter bis vor kurzem noch Kleidungsstücke im Akkord - auch für Konzerne aus Deutschland oder den USA.

Dhaka/BerlinDer US-Handelsriese Walmart beendet nach Medienberichten seine Arbeit mit der Textilfabrik in Bangladesch, in der über 100 Menschen in einem Feuer starben. Die Fabrik dürfe nicht länger für Walmart produzieren, berichtete der Sender CNN am Dienstag unter Berufung auf den Konzern. Ein Lieferant habe die Fabrik ohne Erlaubnis als Subunternehmer eingesetzt.
„Heute haben wir die Beziehung mit diesem Lieferanten beendet“, zitierte der Sender eine Erklärung von Walmart. Am Wochenende war in der Fabrik in Bangladesch ein Feuer ausgebrochen, viele Arbeiter saßen in dem Gebäude fest, mehr als 100 Menschen starben in den Flammen. Die Fabrik Tazreen Fashion Limited gehört zur Tuba Group, die laut Unternehmenshomepage unter anderem für C&A, Carrefour und Walmart produziert.

Ein Lieferant habe "ohne Genehmigung" Arbeiten an die Firma Tazreen Fashion weitergegeben, teilte Walmart am Montag mit. Dies sei ein Verstoß gegen die Regeln des Konzerns. Walmart wolle sich weiter für einen besseren Brandschutz in der Textilindustrie in Bangladesch einsetzen.

Der Chef des deutschen Textildiscounters KiK, Michael Arretz, sagte der "Welt" vom Dienstag, die Notwendigkeit des Feuerschutzes sei "einfach noch nicht in allen Köpfen in den Produktionsländern angekommen". Notfalls müssten die großen Handelskonzerne das gemeinsam in die Hand nehmen, wenn der staatliche Verband in Bangladesch, der für den Brandschutz zuständig ist, nicht vorankommt. KiK hatte in der Fabrik in Bangladesch bis August nähen lassen.

Bangladesch

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Etwa 1000 Frauen und Männer nähen am Samstagabend noch Kleidung, als ein Feuer in ihrer Fabrik in Bangladesch ausbricht. Schnell breiten sich die Flammen aus, schließen die Arbeiter ein. Mehr als 100 Menschen kommen um.

Der Billiganbieter ließ auch in einer Fabrik im pakistanischen Karachi Jeans fertigen, in der bei einem Brand im September mindestens 289 Arbeiter starben. Arretz plädierte für "eine Null-Toleranz-Politik" der Handelskonzerne: "Hersteller, die gegen Vorschriften verstoßen, werden abgemahnt und verlieren im Wiederholungsfall den Auftrag." Darüber sei KiK auch mit anderen Händlern aus Europa in Gesprächen. "Brandschutz ist ja nicht so kompliziert - das macht die jüngsten Vorfälle umso tragischer."

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Kommentare (2)

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27.11.2012, 11:37 Uhr

Aber das ist doch so schön billig!!! Nun gut, gehts eben nach Afrika. Auch billig.

berndn

27.11.2012, 17:57 Uhr

Aus der Tagespresse und den Nachrichten ist dieses Thema schnellstens wieder verschwunden ... die "Discounterweihnachtskonsumenten" wollen doch nicht wissen wie ihre Bademäntel zum Preis von ca.4,99€ von Kindern und Jugendlichen unter ständiger Lebensgefahr zusammengenäht werden ... das schert doch den "GEIZ ist GEIL DEUTSCHEN" einen Dreck was dort passiert - Hauptsach billig! Oder waren es am Ende die Verantwortlichen der Textilindustrie welche das Thema für uninteressant erklärten ....? Stichwort "Werbeetat"

Bernd N. aus München

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