Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.05.2012

17:29 Uhr

Medikament kaum wirksam

Neuer Forschungs-Rückschlag für Pfizer

Der US-Pharmakonzern Pfizer hat Studien zu seinem Verkaufsschlager Lyrica eingestellt. Die erhoffte Wirkung des Medikaments konnte nicht bewiesen werden. Ein herber Rückschlag - die Forschung hat viel Geld verschlungen.

Das Unternehmenslogo von Pfizer. AFP

Das Unternehmenslogo von Pfizer.

New YorkDer US-Pharmakonzern Pfizer hat auf der Suche nach neuen Einsatzmöglichkeiten für sein Medikament Lyrica einen Rückschlag erlitten. Das Unternehmen stoppte klinische Studien mit dem Verkaufsschlager, der bereits zur Behandlung von Schmerzen und Epilepsie-Anfällen verabreicht wird. Der Umsatz mit Lyrica war im ersten Quartal um 16 Prozent auf 955 Millionen Dollar gestiegen.

Bei HIV- und Diabetes-Patienten habe sich aber nicht die erhoffte Wirkung eingestellt, teilte Pfizer am Freitag mit. Sicherheitsbedenken gebe es bei dem Präparat jedoch nicht. Lyrica sollte zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt werden, unter denen HIV- und Diabetes-Kranke durch Nervenschädigungen leiden.

Pfizer spürt wie viele seiner großen Rivalen derzeit die Konkurrenz von Generika-Herstellern. Da Patente von Umsatzgaranten auslaufen, drängen nun Wettbewerber mit günstigeren Nachahmerprodukten auf den umkämpften Markt. Aus diesem Grund engagieren sich die Großkonzerne teils selber auf dem Generika-Markt und arbeiten verstärkt an neuen Medikamenten und Einsatzmöglichkeiten. Das jüngste Ergebnis legt jedoch Zweifel nahe, dass mit Lyrica neue Umsatzquellen erschlossen werden können.

Lyrica sollte bei erfolgreicher Studie auch für die Schmerzbehandlung von Diabetes-Kranken zugelassen werden. Rund 20 Prozent aller Zuckerkranken leiden Pfizer zufolge unter den durch Nervenschäden verursachten Schmerzen.

Doch die Wirkung von Lyrica bei neuropathischen Schmerzen habe sich kaum unterschieden von der eines Placebos, erklärte Pfizer. Dies habe die Phase-3-Studie ergeben. Rückschläge in einer solch späten Etappe der Medikamentenentwicklung treffen die Pharmakonzerne empfindlich, weil sie bis dahin bereits viel Geld in die Forschung gesteckt haben. An der Wall Street gab die Pfizer-Aktie im Einklang mit dem Markttrend knapp ein Prozent nach.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×