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31.12.2016

16:43 Uhr

Medikamente gegen das böse Erwachen

Im Kampf gegen den Kater

VonAndreas Neuhaus

Das Allheilmittel, um die Nachwirkungen einer durchzechten Nacht abzufedern, ist noch immer nicht gefunden. Kater-Geschädigte werden auf der Suche deshalb erfinderisch, Hersteller versuchen diese Nische zu besetzen.

Auf eine lange Partynacht folgt häufig das böse Erwachen. Zumindest dem Brummschädel kann man versuchen beizukommen – beispielsweise mit nicht verschreibungspflichtigen Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten. dpa/picture-alliance

Gegen das böse Erwachen

Auf eine lange Partynacht folgt häufig das böse Erwachen. Zumindest dem Brummschädel kann man versuchen beizukommen – beispielsweise mit nicht verschreibungspflichtigen Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten.

DüsseldorfDer Kopf ist schwer und pocht böse. Es fühlt sich an, als würde er jeden Augenblick zerbersten. Die Zunge ist pelzig, der Körper schreit nach Flüssigkeit, der flaue Magen sagt aber was ganz anderes… Wer kennt ihn nicht? Den Kater nach einer feuchtfröhlichen Silvester-Party.

Doch was hilft? Schließlich dürfte es nicht jedermanns Sache sein, nach einer durchzechten Nacht zum Frühstück den oft empfohlenen Rollmops mit einer Blutorange oder Tomatensaft zu kombinieren. Doch Wasser- und Mineralhaushalt müssen schnellstmöglich aufgefüllt werden. Daher werden auf der Suche nach dem schnellen Heilmittel gegen den bösen Kater viele Produkte ausprobiert, die die entsprechenden Stoffe in Tablettenform liefern.

Wie ein Kater entsteht

Was der Hauptgrund für den Kater ist

Der Alkohol blockiert das Antidiuretische Hormon, man scheidet mehr Flüssigkeit aus als man trinkt und dehydriert dadurch. Der Körper verliert so die wichtigsten Mineral- und Spurenelemente und das Blut verdickt.

Woher die Kopfschmerzen kommen

Zudem bewirkt das Ethanol, dass sich im Gehirn Ödeme bilden. Der intrakranielle Druck, umgangssprachlich auch Hirndruck genannt, steigt und man bekommt Kopfschmerzen und fühlt sich benommen.

Warum Fuselalkohole den Kater verstärken

In vielen alkoholischen Getränken sind Fuselalkohole enthalten. Dabei handelt es sich um Begleitalkohole, die toxisch auf das zentrale Nervensystem wirken und zum allgemeinen Unwohlsein beitragen.

Auf diesem Weg kommt manches Produkt zu einem Ruf und Bekanntheitsgrad, den der Hersteller gar nicht vorgesehen hatte. So wie Berocca von Bayer. Der Pharmahersteller vermarktet seine Brausetabletten als Performance-Drink „für alle, die viel leisten“. Und Bayer legt Wert darauf, dass sein Produkt kein Katermittel sei. Doch genau zu diesem Ruf ist Berocca gekommen.

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Ob auf dem Oktoberfest, bei Hochzeiten, zur alljährlichen Weihnachtsfeier, auf Malle oder im Vereinsheim: überall wird lustig gefeiert und immer fließt der Alkohol in Strömen. Doch was feiern die Menschen da eigentlich?

Weltweit versuchen zahlreiche Menschen die Schwere im Kopf loszuwerden, indem sie die orange Tablette in ein Glas Wasser schmeißen und das Getränk herunterstürzen. Die Inhaltsstoffe: verschiedene B- und C-Vitamine, Zink und viel Magnesium. In Australien gilt Berocca als eines der populärsten Mittel gegen den Kater, ähnlich verhält es sich in Südafrika, England, Frankreich und Korea. Und als Berocca 2014 in den US-Handel kam, wurde das schon vorab in den Medien als das Ende aller Katerbeschwerden gefeiert.

Dass Bayer Berocca übernahm, als es 2005 vom Schweizer Pharmakonzern Roche das Geschäft mit verschreibungsfreien Medikamenten kaufte, dürfte sich längst rentiert haben. Schließlich expandierte Bayer danach mit Berocca in mittlerweile mehr als 70 Ländern. Im ersten Halbjahr 2016 lag der Umsatz mit Berocca bei 84 Millionen Euro.

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