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14.10.2015

14:05 Uhr

Medizintechnik

Drägerwerk muss sparen

Drägerwerk hat bereits vor einiger Zeit ein Sparprogramm aufgelegt. Weil die Geschäfte in China und Brasilien stottern, reicht das aber noch nicht. Der Konzern muss stärker auf die Kostenbremse treten.

In Schwellenländern erwartet das Familienunternehmen 2015 ein schwächeres Wachstum als im Vorjahr. dpa

Drägerwerk

In Schwellenländern erwartet das Familienunternehmen 2015 ein schwächeres Wachstum als im Vorjahr.

HamburgDer Medizin- und Sicherheitstechnikanbieter Drägerwerk verschärft nach schlechter laufenden Geschäften in Schwellenländern seinen Sparkurs. Das börsennotierte Familienunternehmen aus Lübeck kassierte nach einem Verlust im dritten Quartal zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Prognose und trieb damit Anleger in die Flucht. Die im Technologieindex TecDax notierte Vorzugsaktie verlor am Mittwoch fast ein Fünftel ihres Werts und fiel auf das niedrigste Niveau seit März 2011 – der größte Kursrückgang in der 125-jährigen Firmengeschichte.

Analysten sehen Drägerwerk vor tiefen Einschnitten: Der Plan des Managements, das Unternehmen mit Investitionen zurück in die Erfolgsspur zu führen, habe eindeutig nicht funktioniert, schrieben etwa die Experten von Berenberg.

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Der schwache Euro belastet das Ergebnis des Lübecker Konzerns Drägerwerk. Jetzt schließt das Unternehmen seine Niederlassung in Pittsburgh. 150 Mitarbeiter sind von der Neuausrichtung betroffen.

Der Konzern rechnet währungsbereinigt für 2015 nur noch mit einem Umsatzplus zwischen einem und drei Prozent statt der zuvor angepeilten bis zu fünf Prozent. Die operative Rendite (Ebit-Marge) soll bei 2,5 bis 4,5 Prozent (bisher fünf bis sieben Prozent) liegen. Darin seien mögliche Aufwendungen für Restrukturierungen im Schlussquartal noch nicht enthalten, hieß es. Details sollen in den kommenden Monaten bekannt gegeben werden.

Drägerwerk hat bereits vor einiger Zeit ein Sparprogramm mit dem Namen „Fit for Growth“ aufgelegt. Dieses reicht inzwischen offenbar jedoch nicht mehr aus, weil die Geschäfte in China und Brasilien stottern. Hinzu kommt, dass Ölförderfirmen und Minengesellschaften wegen der niedrigen Rohstoffpreise weniger Sicherheitsausrüstungen bestellen. Zusätzlich hätten Abschreibungen auf Forderungen und Vorratsbestände in Höhe von 20 Millionen Euro das Ergebnis belastet. Darin sind auch Rückstellungen für den Rückruf eines Beatmungsgeräts in den USA enthalten.

Die deutliche Abwertung der Währungen einiger Schwellenländer habe sich ebenfalls negativ ausgewirkt. Im dritten Quartal verbuchte Drägerwerk einen operativen Verlust von 23 Millionen Euro nach einem Plus von 47,2 Millionen Euro im gleichen Vorjahresquartal. Der Umsatz kletterte im gleichen Zeitraum um zwei Prozent auf 604 Millionen Euro.

Von

rtr

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