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08.02.2017

14:49 Uhr

Megafusion

Dow und Dupont bieten Zugeständnisse an

Damit die geplante Fusion von der EU-Kommission eine Zustimmung erhält, planen die US-Chemieriesen Dow Chemical und Dupont Verkäufe von Unternehmensteilen. Davon könnte ein deutscher Chemiekonzern profitieren.

Der Chemieriese setzt alles daran, dass die geplante Fusion mit Dow Chemical zustande kommt. dpa

DuPont

Der Chemieriese setzt alles daran, dass die geplante Fusion mit Dow Chemical zustande kommt.

Brüssel/FrankfurtDie US-Chemieriesen Dow Chemical und Dupont wollen sich mit dem Verkauf von Unternehmensteilen grünes Licht von den EU-Wettbewerbshütern für ihre geplante Fusion sichern. Zu den Zugeständnissen gehören der Verkauf eines Teils des Dupont-Pflanzenschutzgeschäfts sowie ein Geschäft mit bestimmten Kunststoff-Zusatzstoffen von Dow, wie aus einer E-Mail von Dow hervorgeht. Die EU-Kommission will sich nun etwas mehr Zeit nehmen, um den Zusammenschluss im Volumen von 130 Milliarden Dollar zu prüfen, und verlängerte die Frist dafür auf den 4. April. Bislang war der 14. März vorgesehen.

Von Interesse könnten die Verkäufe im Pflanzenschutzgeschäft für den deutschen Chemieriesen BASF sein. Dieser hält sich bislang aus dem Übernahmepoker im Agrarchemiegeschäft heraus, steht damit aber parat für Zukaufsgelegenheiten, die sich aus kartellrechtlich bedingten Verkäufen ergeben könnten.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Die Fusion von Dow und DuPont wäre die größte in der Chemiebranche aller Zeiten. Beide Partner bekräftigten, den Deal im ersten Halbjahr unter Dach und Fach bringen zu wollen. Danach soll der neue Branchengigant in drei verschiedene Unternehmen aufgespalten werden, darunter eines, das sich auf die Agrarchemie konzentriert. Im Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut sind mit dem Zukauf von Monsanto durch Bayer und der Übernahme der Schweizer Syngenta durch Chemchina auch andere Mega-Deals geplant. Die Regulierer werden diese deshalb genau unter die Lupe nehmen.

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Von

rtr

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