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16.01.2007

08:42 Uhr

Mehr Investitionen

Japaner bauen Autos in Schwellenländern

Rund 350 Mill. Euro investiert der japanische Autohersteller Honda in ein zweites Werk in Indien. Das Unternehmen liegt damit im Trend japanischer und koreanischer Autobauer, die derzeit in Schwellenländern investieren. Neben Indien interessiert vor allem Russland Ostasiens Autohersteller.

fmk TOKIO. Hondas neue Fabrik im nordwestlichen Bundesstaat Rajasthan soll 2009 in Betrieb gehen und zunächst 50 000 Einheiten jährlich ausstoßen. Die Anlage soll jedoch auf eine Kapazität von 200 000 Autos ausgelegt sein, um die Produktion zusammen mit der Nachfrage wachsen zu lassen, erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. „Honda hat bereits einen Marktanteil von 20 Prozent im indischen Premium-Segment“, sagte eine Sprecherin. Jetzt sei es Zeit, auch den Markt für kleinere Autos anzugreifen. Unabhängigen Marktdaten zufolge hat Honda segmentübergreifend einen Anteil von lediglich 4,5 Prozent. Die örtliche Honda-Tochter Honda Siel Cars India will jetzt schon den Ausstoß seines bereits existierenden Autowerks auf 100 000 Stück verdoppeln. Es entsteht also mittelfristig eine Kapazität von 300 000 Einheiten.

Hondas Präsident Takeo Fukui hat bei einem Indien-Besuch im Juli vergangenen Jahres von einem Auto speziell für den indischen Markt gesprochen. Beobachter glauben daher, dass hier ein besonders preiswertes und einfaches Fahrzeug entsteht. Die Vermutungen laufen auf ein ähnliches Auto wie den Swift hinaus, den Konkurrent Suzuki in Indien mit großem Erfolg vermarktet. Der Swift ist als Modell mit drei Türen in einer 1,3- und einer 1,5-Liter-Version zu haben.

Suzuki ist mit einem Marktanteil von rund 50 Prozent der stärkste ausländische Anbieter in Indien. Der indische Automarkt wuchs 2006 um knapp ein Viertel, Analysten erwarten für 2007 eine Steigerung um 20 Prozent auf 1,3 Millionen Einheiten, 2010 sollen es zwei Millionen pro Jahr sein und 2015 drei Millionen. Toyota will wie Honda ab 2009 mit einem lokal hergestellten Indien-Auto dabei sein. Auch Hyundai investiert in der Größenordnung von einer Mrd. Euro in eine neue Produktionsstätte. Und Nissan erwägt – oder plant – den Bau einer Fabrik mit einer Kapazität von rund 200 000 Einheiten – Produktionsbeginn ebenfalls 2009.

Doch nicht nur Indien, auch Russland interessiert Ostasiens Autohersteller. Mitsubishi Motors teilte mit, eine Studie für den Bau einer Produktionsanlage in Russland zu erstellen. Es bestehe Kontakt zu den relevanten Ministerien. Ein Ausbau des Russland-Engagements werde zum künftigen Erfolg von Mitsubishi beitragen. Toyota und Isuzu bauen bereits Autos in Russland. Nissan hat eine Montagefabrik in St. Petersburg. Alle Spieler planen Erweiterungen ihres Engagements.

Japanische Medien berichteten, der LKW-Hersteller Hino plane, seinen Hybrid-Lastwagen Dutro Hybrid auch in Thailand, Indonesien und anderen südostasiatischen Ländern zu vermarkten. Der LKW verfügt über einen gekoppelten Elektro- und Dieselmotor. Nach Unternehmensangaben verbraucht er nur zehn Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer.

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