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29.11.2013

13:53 Uhr

Mehr Patienten

Gewinn von Asklepios steigt

Die Zahl der Patienten der Krankenhausgruppe Asklepios ist im dritten Quartal deutlich gestiegen. Damit legte auch der operative Gewinn des Hamburger Unternehmens zu. Der Konzern bestätigt die Jahresprognose.

Die Asklepios-Gruppe behandelte in seinen Häusern im dritten Quartal 536.280 Patienten. Reuters

Die Asklepios-Gruppe behandelte in seinen Häusern im dritten Quartal 536.280 Patienten.

FrankfurtDie Krankenhausgruppe Asklepios profitiert von steigenden Patientenzahlen. Das Hamburger Unternehmen baute im dritten Quartal seinen operativen Gewinn (Ebitda) um 7,2 Prozent auf 71,4 Millionen Euro aus, wie Asklepios am Freitag mitteilte. Zu dem Ergebnisanstieg trugen auch Sparschritte bei, mit denen der Klinikbetreiber anschwellenden Personal- und Energiekosten beikommen will. Asklepios arbeitet unter anderem daran, seinen Einkauf stärker zu zentralisieren. Das Erreichen der Jahresziele bleibe aber eine „ambitionierte Herausforderung“, erklärte der Konzern. Asklepios will 2013 seinen operativen Gewinn steigern und seinen Umsatz ohne Zukäufe um zwei bis vier Prozent erhöhen.

Die Asklepios-Gruppe, zu der unter anderem der börsennotierte Offenburger Klinikbetreiber Mediclin gehört, behandelte in seinen Häusern im dritten Quartal 536.280 Patienten. Das sind sieben Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der Konzernumsatz nahm um drei Prozent auf 736,8 Millionen Euro zu. Dabei verbesserte Asklepios seine operative Rendite (Ebitda-Marge) auf 9,7 Prozent von 9,3 Prozent ein Jahr zuvor. Der Konzernüberschuss nahm um 10,5 Prozent auf 28,5 Millionen Euro zu.

Pharmabranche an der Patentklippe

Wichtige Patente laufen aus

Die Pharmabranche steht vor schwierigen Zeiten: Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Accenture werden bis zum Jahr 2015 rund 50 Blockbuster ihren Patentschutz verlieren – das sind Arzneien, die für mindestens eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr sorgen. Die Originalprodukte verlieren nach Patentablauf in der Regel massiv Marktanteile an die deutlich preisgünstigeren Nachahmer-Produkte der Generikahersteller.

Cholesterinsenker und Blutverdünner

Betroffen sind die Medikamente etlicher Pharmakonzerne. Etwa der Cholesterinsenker Lipitor, mit dem Pfizer einst mehr als 12 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr machte. Oder der Blutverdünner Plavix, der Sanofi und Bristol-Myers Squibb 2011 mehr als neun Milliarden Dollar in die Kassen spülte. Auch das Asthma-Mittel Singulair von Merck verliert seinen Schutz.

Generikahersteller profitieren

Von Ablauf der Patente profitieren die Hersteller von Generika: Sie dürfen die Arzneien kopieren und zu günstigen Preisen verkaufen. Das dämpft die Kosten – auch die Patienten profitieren davon.

Probleme mit dem Nachschub

Der Pharma-Industrie fällt es immer schwere, neue Blockbuster-Medikamente zu entwickeln. Das hat mit den strikteren Zulassungsbedingungen und den schärferen Kontrollen der Behörden zu tun. Ein Beispiel: Der deutsche Hersteller Merck stoppte das Multiple-Sklerose-Medikament Cladribin, weil es in mehreren Ländern keine Zulassung bekam.

Asklepios zählt neben dem zum Gesundheitskonzern Fresenius gehörenden Klinikbetreiber Helios und Rhön-Klinikum zu den größten privaten Krankenhauskonzernen in Deutschland. Zu dem Familienunternehmen mit etwa 35.000 Beschäftigten gehören inzwischen 142 Kliniken und Versorgungseinrichtungen. In den ersten neun Monaten behandelte das Unternehmen in seinen Häusern bei annähernd stabiler Bettenzahl 1,6 Millionen Patienten.

Zum schwelenden Konflikt um die Kontrolle des Rivalen Rhön-Klinikum äußerte sich die Krankenhaus-Gruppe nicht. Asklepios hatte 2012 mit einem Anteilspaket von rund fünf Prozent bei Rhön die Übernahme des fränkischen Klinikbetreibers durch Fresenius torpediert, um die Schaffung eines übermächtigen deutschen Klinikgiganten zu verhindern. Doch inzwischen will Fresenius Rhön-Klinikum nicht mehr übernehmen, sondern die Mehrzahl der Kliniken abkaufen. Gespräche zur Beilegung des Streits waren kürzlich geplatzt, nachdem der hessische Medizintechnikkonzern B.Braun, inzwischen der größte Aktionär von Rhön, gegen den Übernahmeplan geklagt hatte.

Von

rtr

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