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16.11.2012

12:30 Uhr

Mehr Umsatz und Gewinn

Henkel nimmt Übernahmen ins Auge

Henkel hat den Gewinn deutlich gesteigert. Vor allem das Geschäft mit Klebstoff und Waschmittel läuft gut. Mit Übernahmen könnte Henkel weiter wachsen. Der Konzern will sich aber auch von Aktivitäten trennen.

Die Waschmittelsparte von Henkel hat zum guten Ergebnis des Konzerns beigetragen. dpa

Die Waschmittelsparte von Henkel hat zum guten Ergebnis des Konzerns beigetragen.

LondonDer Konsumgüterhersteller Henkel stemmt sich mit einem deutlichen Umsatz- und Gewinnplus gegen die konjunkturelle Abkühlung. Der Düsseldorfer Hersteller von Pritt und Persil reiht sich damit unter den Branchenriesen ein, die im dritten Quartal zulegen konnten. Henkel-Chef Kasper Rorsted warnt aber davor, dass die Unsicherheiten an den Märkten nicht vorbei seien.

„Obwohl das Marktumfeld im dritten Quartal 2012 schwieriger geworden ist, hat Henkel seine erfolgreiche Entwicklung fortgesetzt“, bilanzierte Rorsted am Freitag in London. Für 2012 rechnet der dänische Manager fest damit, das Ziel einer bereinigten Umsatzrendite (Ebit-Marge) von 14 Prozent zu erreichen. Im dritten Quartal konnte Rorsted hier einen Rekordwert von 14,7 Prozent vermelden.

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Henkel hatte im Herbst 2008 angekündigt, bis 2012 eine bereinigte Umsatzrendite von 14 Prozent erreichen zu wollen – der Konzern arbeitete damals deutlich weniger profitabel als Wettbewerber wie etwa L'Oreal. Rorsted drückte die Kosten, setzte auf Innovationen und machte den Traditionskonzern effizienter. 2008 beschäftigte Henkel im Jahresdurchschnitt noch rund 55.000 Mitarbeiter, zum Ende des dritten Quartals 2012 waren es noch knapp 47.000 Menschen.

An der Börse kamen die Henkel-Zahlen nicht gut an. Die Papiere fielen bis zum Mittag um fast fünf Prozent. Die Börsianer sind enttäuscht, weil der Konzern sich nicht zu einem neuen Margenziel geäußert hat.

Der Konsumgüterriese stimmt seine Aktionäre auf größere Übernahmen ein. Wachstum habe für Henkel Priorität und das Wachstum könne durch Übernahmen angekurbelt werden, sagte Finanzchef Carsten Knobel am Freitag vor Analysten in London. Henkel habe seine Finanzschulden deutlich abgebaut, betonte er.

Der Konzern werde seine Mittel in erster Linie einsetzen, um Wachstum zu generieren. Knobel und Rorsted ließen aber offen, ob Henkel das Geschäft mit Klebstoffen oder die Waschmittel- sowie Kosmetiksparten des Konzerns mit Zukäufen stärken will. Dies hänge auch von den Gelegenheiten für Übernahmen ab. Henkel hat über Jahre keine großen Zukäufe gestemmt. Die letzte milliardenschwere Übernahme fand 2008 statt - damals hatte Henkel die Klebstoffsparte gestärkt.

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